Einmütig stimmten die Gemeinderäte der Erhöhung des Vermögenshaushalts 2012 um 360 000 Euro zu. Finanziert wird das aus einer Kreditaufnahme und einer Zuführung aus der Allgemeinen Rücklage. Der Vermögenshaushalt umfasst nun 955 000 Euro und tritt zum Dezember in Kraft.
Kostenerhöhungen bei der Herstellung des Dorfplatzes, der Sanierung der Friedhofsmauer und der Einrichtung des Bauhofs sind die Ursache für den Nachtragsetat. So verschlingt allein der Dorfplatz rund 180 000 Euro mehr als geplant. Beim Bauhof beträgt die Steigerung 160 000 Euro, bei der Sanierung der Friedhofsmauer 20 000 Euro. Durch die Kreditaufnahme erreicht der Markt zum Jahresende einen Schuldenstand von 588 000 Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung erreicht rund 650 Euro, deutlich über dem Landesdurchschnitt vergleichbarer Gemeinden von 547 Euro.

"Für mich nicht nachvollziehbar"

Bürgermeister Konrad Weingart (CSU/WG) setzte sich auch wegen der günstigen Kreditsituation am Markt für die Erhöhung ein. Gemeinderat Ralf Ruppert (FWG) monierte voneinander abweichende Zahlen bei der Höhe der Rücklage. Weingart verwies an Kämmerer Norbert Winter, der aber nicht an der Sitzung teilnehmen konnte.
"Ich verstehe nicht, welche Erhöhungen wir bei jedem Bauvorhaben hinnehmen müssen. Diese Kostensteigerungen sind für mich nicht nachvollziehbar", kritisierte Rätin Gabriele Dehmer (SPD). Der Bürgermeister verwies auf gestiegene Baunebenkosten und freiwillige Leistungen, die erst später angerechnet werden. Zudem gebe es zwischen den vor 20 Monaten erstellten und den aktuellen Kostenangeboten Differenzen, nicht nur in Sulzthal.
Ruppert plädierte dafür, "nicht alles in den laufenden Haushalt zu nehmen, was möglicherweise erst 2014 fällig wird." Karlheinz Stahl (CSU/WG) geißelte die Praxis von Nettoangaben, die deutlich niedriger sind als die Bruttowerte. "Auch die Planerkosten werden oft nicht angegeben", bemängelte er.
Franz Diez (FWG) beklagte "den mangelnden Informationsfluss aus Würzburg, wo entschieden wird". Offensichtlich um "Bauruinen über längere Zeit zu vermeiden", so Weingart, und wegen der niedrigen Kreditzinsen stimmten die Räte dem Nachtragshaushalt zu.

Nun knapp eine Million Euro

In einem weiteren Tagesordnungspunkt informierte Weingart, dass die Kosten für den Dorfplatz nun auf knapp eine Million Euro (bisher 702 000 Euro) geschätzt werden. Hierin sind zwar Baunebenkosten enthalten, nicht aber das Material für Eigenleistungen, Pflanzungen und Gasleitungen sowie der Backofen.
"Der Ausschreibungszeitpunkt war nicht optimal", glaubt Stahl, was der Bürgermeister bestätigte. Allerdings konnte erst Ende Juni ausgeschrieben werden, weil das Amt für ländliche Entwicklung (AlE) noch kein grünes Licht gegeben hatte. "Jetzt müssen wir in den sauren Apfel beißen", räumte Weingart ein.
Reinhold Moritz (SPD), hauptberuflich Bauleiter, sah "gravierende Fehler in der Kostenplanung", die er an einigen Beispielen erläuterte. Hinzu kämen "bauliche Ungereimtheiten" wie zum Beispiel die Raumhöhe des Backofens und auch planerische Mängel.

Missverständnisse aufklären

Ralf Ruppert sah ebenfalls Fehler, doch sei nicht alles der Gemeinde anzulasten. "Das Konzept stimmt, aber vieles ist sehr ärgerlich gelaufen. Dennoch sollten wir uns nicht alles schlecht reden lassen", appellierte er. Auf seine Anregung hin setzen sich Gemeinderat und Vereinsring bald zusammen, um Differenzen zu erörtern und Missverständnisse aufzuklären. "Bis dahin sind auch konkrete Unterlagen vorhanden", versprach Weingart.