Wenn Leute im Klaushof vor den Gehegen stehen, die Hände vors Gesicht schlagen und Dinge rufen wie "hach, wie goldig", kann das nur eines bedeuten: Es gibt Nachwuchs.

Der neueste Zuwachs im Wildpark ist ein hellbraunes Auerochsenkälbchen und erst wenige Wochen alt. "Das Kalb ist gesund und munter, die Geburt verlief ohne Komplikationen", erzählt Tierpark-Leiter Axel Maunz. Der große Vorteil von Auerochsen: Sie bringen ihren Nachwuchs vollkommen selbstständig zur Welt, helfende Tierarzthände sind überflüssig. Die Mutter hatte sich dafür in den Wald zurückgezogen, geschützt vor den Blicken der Besucher. Kurz darauf stand das Kälbchen bereits auf eigenen wackeligen Beinen. Es ist der erste Nachwuchs für das Auerochsenpaar seit mehreren Jahren. Das Klaushof-Team hatte aufgrund des fortgeschrittenen Alters der Kuh gar nicht mehr mit dem Nachzügler gerechnet.

Der Wald für die Seele in der Nähe des Klaushofes

Das Kalb hat Glück, ein Mädchen geworden zu sein. So kann es auch in Zukunft bei seiner Familie im Klaushof bleiben. Anders wäre es bei einem männlichen Kalb: Denn aus kleinen werden irgendwann große Auerochsen und davon kann es nur einen im Gehege geben. "Bei einem zweiten Männchen hätten wir später ein Problem, für das eine Lösung gefunden werden muss", meint Axel Maunz. Und die wäre: Umsiedlung in einen anderen Tierpark oder im Notfall die Schlachtung. Die Auerochsen selbst sind Pflanzenfresser. Momentan ernährt sich das Kalb noch von Muttermilch.


Spezial-Pflege für Eselbaby im Klaushof

Anders sieht es bei dem Eselmädchen im Gehege nebenan aus: Sie bekommt derzeit eine gesonderte Betreuung durch die Tierpfleger samt Spezialfutter. "Bei den Haustieren müssen sich die Pfleger schon in die Tiere hineinversetzen und das Heranwachsen begleiten. Das heißt aber nicht, dass sie dauernd schlauer sein müssen als die Mutter selbst", sagt Maunz.

In der Regel sind die Kinderstuben im Wildpark in jedem Frühjahr voll. "Wir freuen uns natürlich, wenn es Nachwuchs gibt. Und für die Besucher ist das auch schön anzuschauen." Aber: Die Tiere werden größer und die Gehege enger. Das führt zu Stress und Unruhe zwischen den Tieren und das Gehege leidet unter Trittschäden. Kastrieren, sterilisieren oder Pille verabreichen komme nicht infrage. Axel Maunz setzt lieber auf Wohngemeinschaften mit gleichgeschlechtlichen Tieren, um die Population in Grenzen zu halten. So beispielsweise beim Luchs oder Fischotter.