Weil es Interessenten zur Wiederbelebung der Bahnlinie gebe, sei das Verfahren zur Stilllegung der Strecke gestoppt worden. "Es ist gesetzlich so vorgesehen, dass Interessenten, die den Bahnverkehr wieder aufnehmen wollen, Vorrang vor allen anderen Interessenten haben", sagte Schrenk. Daher sei derzeit nicht damit zu rechnen, dass es eine schnelle Entscheidung zur Stilllegung gebe.
Gemeinderat Wolfgang Illek (CSU/ PWG) sieht das Interesse zur Wiederbelebung des Bahnverkehrs skeptisch: "Ich habe mir den Zustand der Bahnstrecke genauer angesehen. Wenn ich mir die Schäden und den Bewuchs anschaue, dann habe ich da so meine Zweifel." Auch Schrenk bedauerte, dass die Entscheidung nun weiter hinausgezögert wird: "Wir haben so lange gewartet. Es kann nicht sein, dass es noch weitere Jahre dauert." Herbert Nowak (CSU/ PWG) vermisste eine eindeutige Stellungnahme der Bürgermeister rund um Bad Brückenau für einen Radwegebau entlang der verwaisten Strecke: "Ich lese immer nur, dass es eine schnelle Entscheidung geben muss. Aber ich habe nirgends lesen können, dass die Gemeinden einen Radweg durchs Sinntal haben wollen." Nach Ansicht von Nowak könnte eine solche Stellungnahme auch die Entscheidung der Bahn beschleunigen.
Schrenk gab zu bedenken, dass den Gemeinden derzeit die Hände gebunden sind. Denn so lange die Strecke nicht stillgelegt ist, komme man auch an die Grundstücke des Bahngeländes nicht heran. Die Kommunen müssten also abwarten, ob sich tatsächlich ein ernsthafter Investor finde, der den Bahnverkehr wieder aufnimmt oder eben nicht. So lange diese Frage nicht geklärt sei, mache eine Stellungnahme wenig Sinn. Ganz ausschließen könne man eine Wiederbelebung der Bahnlinie wohl nicht, so Schrenk, denn auch im bayerischen Wald sei eine Strecke in ähnlich schlechtem Zustand wieder in Betrieb genommen worden: "Auch dort waren alle Kommunen zuerst sehr skeptisch."