300.000 Euro sind eine gewaltige Summe. Trotz enormer Zuschüsse in Höhe von 1,2 Millionen Euro bleiben diese 300.000 Euro am Verein "Zukunft für das Heimatspielhaus" hängen. "Das ist nicht gerade wenig", findet der Vorsitzende Martin Kuchler. Ein großer Teil davon wird als Eigenleistung von freiwilligen Helfern erbracht. Jetzt unterstützt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz die Eigenleistungen des Vereins mit 20.000 Euro. Anlässlich der Übergabe konnten sich zahlreiche Mitstreiter und Verantwortliche bei einer Führung vom Fortschritt der Arbeiten überzeugen.

Zwei Funktionen


Es ist der Fluch der engagierten Menschen: Weil Martin Kuchler gleichzeitig Ortskurator der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und Vorsitzender des Vereins "Zukunft für das Heimatspielhaus" ist, konnte er sich das Geld schlecht selbst übergeben. Und weil es sich nicht um Fördermittel handelt, sondern "ausschließlich zur Stärkung der Eigenmittel des Vereins dient", wie Bürgermeister Helmut Blank (CSU) betonte, übergab Bruno Eckert vom Ortskuratorium den Zuschuss direkt an die Helfer, die schon mehr als 2400 Arbeitsstunden im Haus geleistet haben.

"Außen sind wir fast fertig", sagte Longin Farrenkopf, der allein über 580 Stunden "auf dem Buckel" hat. "Und wenn wir noch ein paar Helfer mehr hätten, würde es noch schneller gehen." Jeden Donnerstag und Samstag gibt es Arbeitseinsätze im Haus, derzeit meist innen.

Im Frühjahr fertig


"Wer im Mai seinen Geburtstag im Heimatspielhaus feiern will, kann sich anmelden, bis dahin ist es fertig", bestätigt auch Martin Kuchler. Nur der Außenbereich wird noch ein wenig länger dauern. So ist beispielsweise noch nicht endgültig geklärt, was aus der alten Scheune wird.

Der Zuschuss für den Eigenanteil in Höhe von 20.000 Euro ist nun bereits die dritte Zuwendung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Wie hoch das Heimatspielhaus von der Stiftung angesehen ist, zeige sich auch darin, dass die Titelseite des Jahresberichts der Stiftung 2011 dem historischen Gebäude gewidmet ist.

Die Übergabe des Geldes war für Martin Kuchler eine gute Gelegenheit, allen Beteiligten die Fortschritte aufzuzeigen und die Aktionen zu erläutern. Als Beispiel nannte er die Flohmarkt-Truppe des Vereins. "Sie organisieren sich selbst, null Kosten für den Einkauf, null Kosten für den Raum", meinte Kuchler. "Und an guten Tagen wie beim Herbstmarkt liegen die Einnahmen bei 1100 Euro." Das Geld wird natürlich zur Finanzierung des Eigenanteils auch dringend gebraucht.

Galerie im Erdgeschoss


Im Erdgeschoss des Heimatspielhauses ist durch die Herausnahme einer nicht erhaltenswerten Zwischenwand ein großer Raum entstanden, der mehr Licht erhält, weil ein zugemauertes Fenster zum Hof wieder geöffnet wurde. Dieser Raum wird Bestandteil der Galerie mit moderner Kunst sein, erläuterte Kuchler. Thomas Pfarr will die "Galerie im Heimatspielhaus" ebenfalls im nächsten Frühjahr eröffnen. Das bringt dem Verein Mieteinnahmen.

Im hinteren Bereich des Hauses treffen das alte Fachwerk und das neu errichtete Treppenhaus direkt aufeinander. So wird auch ein zweiter Zugang zu sämtlichen Stockwerken geschaffen, einschließlich des Gewölbekellers, wo gelegentlich Veranstaltungen stattfinden werden, aber keine feste Gastronomie geplant ist, wie der Vorsitzende sagte.

Annette Faber vom Landesamt für Denkmalpflege zeigte sich begeistert vom Fortschritt. Sie bedauerte allerdings gleichzeitig, dass die alten Dielen des Fußbodens nicht mehr vorhanden sind. Die haben die freiwilligen Helfer jedoch nur während der Bauphase abgebaut, danach kommen sie wieder an ihren angestammten Platz.
Beim Rundgang durch das kam Annette Faber zu dem Schluss: "So etwas geht nur mit Eigenleistung, ansonsten ist es unbezahlbar."