Obwohl die Kommunalwahlen erst im kommenden Jahr stattfinden, verbreitete sich ein Hauch von Abschiedsstimmung im Vereinsheim. Bürgermeister Waldemar Bug (ÖDP) betonte "für mich ist das die letzte Bürgerversammlung, die ich hier halten darf". Bekanntlich kandidiert der 64-jährige nicht mehr als Oberhaupt des Marktes Burkhardroth.

Waldemar Bug gab einen Überblick über die Situation der Gemeinde, die Vorhaben in nächster Zeit und klammerte auch Probleme nicht aus. Besonders dringend sei die Schaffung neuer Hortplätze für Schulkinder, was auch in der Diskussion deutlich wurde.

Bug nutzte seine letzte Bürgerversammlung, ein radikales Umdenken in der Umweltpolitik zu fordern. "Es geht mir um die Zukunft der Menschen auf dem Planeten", hob der Bürgermeister hervor. In Stangenroth versiegte eine Quelle, das Wasser reichte nur noch für den Ortsteil selbst. "Ich bin froh, dass die Jugend nun auf die Straße geht und hoffe, dass die Schüler durchhalten", meinte er zu der von der jungen Schwedin Greta Thunberg initiierten weltweiten Protestaktion.

Ausführlich ging der Bürgermeister auf örtliche Umweltfragen ein. Er appellierte an die Anwesenden, vorhandene Steingärten zurück zu bauen, um es dort wieder blühen zu lassen. Zurzeit erfasst ein Koblenzer Fachbüro topographische Daten für das Projekt "Sturzfluten-Risikomanagement". Damit soll ermittelt werden, was getan werden kann, um die Folgen von Starkregen klein zu halten. Die heutigen Probleme seien auch eine Folge der Flurbereinigung mit den großen Feldern. "Die Folgen müssen wir nun ausbaden". Die Marktgemeinde bekommt einen Zuschuss von 150 000 Euro vom Freistaat für dieses Gutachten.

Katzenbach ist mit 400 Einwohnern der kleinste Ortsteil des Marktes, der insgesamt 7812 Einwohner hat. Die Bevölkerungszahl im Markt nimmt seit vielen Jahren ab. "In den 1980er Jahren waren es mal über 8000", so der Bürgermeister.

Bedarf bei der Kinderbetreuung

In den sieben Kindertagesstätten des Marktes werden 399 Kinder betreut, und 91 Schulkinder in den drei Horten. Eine Befragung habe ergeben, dass für 30 Kinder der ersten bis dritten Klassen und 24 zukünftige Schulkinder in Lauter Betreuungs-Bedarf vorhanden sei. In Lauter gebe es keine Räume und keine Bereitschaft des Trägervereins, in Waldfenster und Stralsbach keine Plätze oder keinen Raum, in der Schule in Lauter seien die Räumlichkeiten beschränkt und die Trägerfrage ungeklärt. Der Bürgermeister teilte mit, dass die Arbeiterwohlfahrt die Trägerschaft übernehmen könnte, wenn die Marktgemeinde Räume zur Verfügung stellen könne. "Der Bedarf an Nachmittagsbetreuung für Grundschüler ist in den letzten fünf Jahren explodiert. Am Geld hängt es nicht", so der Bürgermeister. 236 Schülerinnen und Schüler besuchen in zwölf Klassen die Grundschulen in Premich und Lauter. 103 Schüler gehen in die Mittelschule, die Schülerzahl ist stabil. 89 von ihnen werden nachmittags in der offenen Ganztagsschule betreut.

Das Förderprogramm "Revitalisierung der Alt- und Innenorte" der Allianz Kissinger Bogen werde gut angenommen. Dadurch seien 60 Bauplätze auf der grünen Wiese verhindert worden. Angesichts von 200 Bauplätzen in den Ortsteilen seien lange keine neuen Baugebiete erschlossen worden. Jetzt aber habe es hohen Druck gegeben, vor allem von jüngeren Interessenten. "Deshalb wurden zwei Baugebiete erschlossen, die ersten Plätze sind verkauft" teilte der Bürgermeister mit.

Waldemar Bug rief die Bürger auf, sich für die Europa- und Kommunalwahlen als Wahlhelfer melden. Obwohl 60 bis 70 Prozent aller Wähler inzwischen Briefwahl machen, würden alle bisherigen Wahllokale bleiben.

In der Diskussion wurden unter anderem das Problem der Versorgung mit schnellem Internet und der Handyempfang angesprochen. "Der Staat hat alles privatisiert und an Firmen übergeben, die nur dahin gehen, wo Geld zu verdienen ist. Die Gemeinden müssen es ausbaden" kritisierte Bürgermeister Bug, stellte aber auch klar "die Kommunen sind eigentlich nicht zuständig". Ansonsten ging es in der Diskussion zum Beispiel um Probleme mit dem Parken an der Kirche oder um einen privaten Zaun auf einem Gemeindegrundstück.

Zu Beginn der Bürgerversammlung hatte Marktgemeinderat und Ortsreferent Hartmut Metz allen, die sich für die Dorfgemeinschaft in Katzenbach engagieren, gedankt. Im Ort gebe es keine Probleme, die ehrenamtlichen Funktionen in den Vereinen und Organisationen zu besetzen.