Ein paar Zelte, ein paar Palmen, viel Sand, und alles, was im Gastronomiezelt steht, sind zwei einsame Kühlschränke. Der Stadtstrand ist noch immer nur Kulisse. Frühestens Ostern, dann am 1. Mai hätte der Strand an der Saale öffnen sollen. Nun hat Betreiber Edgar Gleinser das Wochenende 16. bis 18. Mai im Visier. Voraussichtlich. Wenn das Wetter mitspielt. Ansonsten könnte es auch Ende Mai werden.

Dass der Strand nicht schon am 1. Mai aufgemacht hat, schiebt der Betreiber auf das Wetter. Und das sei schlecht gewesen. Der Betrieb koste Geld, die Leute müssten bezahlt werden. "Es muss mindestens 20 Grad haben, sonst ist es reizlos für alle Beteiligten", sagt Gleinser und verweist auf das von ihm gepachtete Spielbank-Restaurant "Le Jeton". Dort hätten die Gäste die Terrasse gescheut, weil es zu kühl gewesen sei.

"Wir sind am Aufbauen", versichert Gleinser. Die Inneneinrichtung stehe bereit, in zwei Containern. Der Aufbau dauere einen Tag. "Die Bereitschaft hätten wir herstellen können", sagt Gleinser. Und auch die Lieferanten stünden Gewehr bei Fuß. Doch was ist, wenn beispielsweise auch im Juli eine Woche "Sauwetter" angekündigt ist? Dann ist es für den Betreiber zumindest vorstellbar, den Stadtstrand tageweise zu schließen. "Wir wollen aber im Prinzip die Zeiten einhalten."


Infos über Facebook

Laut Edgar Gleinser setzt sich das Publikum im Wesentlichen aus zwei Gruppen zusammen: Den Facebook-Nutzern und den "Impulsmenschen", die den Strand sehen und herunterkommen. Erstere würden über das soziale Netzwerk erfahren, ob geschlossen ist. Die Impulsmenschen sähen es ja ohnehin.

"So hat sich die Stadt das nicht vorgestellt", sagt Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD), wobei er jedoch nicht den geschlossenen Stadtstrand, sondern die Witterung meint. Wer solle sich bei dem Wetter dort hinsetzen? Man könne von einem Gastronomen nicht erwarten, dass er das alles nur für das Nachmittagsgeschäft aufbaut. Oberbürgermeister Kay Blankenburg bringt es so auf den Punkt: "Es ist im Moment kein Strandwetter." Der Oberbürgermeister zeigt sich sicher, dass der Betreiber den Stadtstrand eröffnen und offen halten wird, sobald das Wetter besser ist.

Im Februar hatte Edgar Gleinser dem Wirtschaftsausschuss des Stadtrates sein Konzept vorgestellt. Da gebe es keine Veränderungen, sagt der Betreiber. Offen sei lediglich noch, ob die Brückenbögen wie im vergangenen Jahr oder auf andere Weise verschlossen werden. Gleinsers Konzept sieht unter anderem eine Tonanlage mit gegenüber der Vorjahr zurückgenommener Lautstärke vor. Außerdem hat er das Engagement eines Sicherheitsdienstes für den Luitpoldpark und Bismarckstraße angekündigt.


Regelmäßige Events

Regelmäßige Musik-Events sind ebenso geplant wie Public Viewing während der Fußball-WM und einmal im Monat eine Animation (zum Beispiel Samba oder Yoga). Dazu kämen Auftritte von jungen Orchestern und Bands aus der Region. Auf der Speisekarte wird sich laut Gleinsers Konzept vornehmlich Fast-Food befinden. Pizza, Hamburger, Salate und Fingerfood, "typisch für das, was es in Freibädern und an Stränden gibt." Bei der Vorbereitung der Speisen setzt der Betreiber auch auf das Spielbank-Restaurant. "Außerdem haben wir begrenzte Möglichkeiten, bei Vorbestellung Menüs anzubieten."

Im Februar hatte der Wirtschaftsausschuss Edgar Gleinser mit knapper Mehrheit den Zuschlag für den Betrieb des Stadtstrandes gegeben.

Der Betreiber des vergangenen Jahres, Andreas Lampert, war ebenfalls geladen worden. Lampert hat sich allerdings eher angesäuert gezeigt, weil er einen Konkurrenten bei der Bewerbung bekommen hatte und sparte es sich, überhaupt auf sein Konzept einzugehen. Vergeben wurde der Betrieb des Stadtstrandes auch heuer nur für ein Jahr.