Kühlschränke, Grills, Tische. Mehrere Anhänger voll mit Festbudeninventar fahren Petra Leiner, Tanja Sardwoski, Matthias Peschel und ihre Helfer vom SV Garitz an den Theaterplatz. Dort übernimmt der Sportverein wie in den vergangenen Jahren die Bewirtung während des Rakoczy-Festwochenendes. "Wir machen das jetzt das zehnte Mal. Im ersten Jahr waren wir am damals neu gestalteten Kliegl-Platz, danach immer am Theater", sagt Rakoczy-Cheforganisatorin des SV, Petra Leiner. Während die Organisation zu Beginn noch etwas hackte und ruckelt, habe man jetzt genügend Erfahrung, um die drei Tage reibungslos über die Bühne zu bringen. "Das hat sich mit der Zeit alles gut eingespielt", findet Vorstandsmitglied Matthias Peschel.


Hoher Aufwand lohnt sich

Die Bewirtung des Theaterplatzes bedeutet für den Verein viel Arbeit: Rund 100 Vereinsmitglieder sind ehrenamtlich für den Auf- und Abbau sowie für den Festbetrieb im Einsatz, teilweise in mehreren Schichten. Sie schenken Hektoliterweise Bier und Wein aus, verkaufen hunderte Bratwürste und Grillspieße."Der Großteil ist der harte Kern, der immer hilft. Aber gerade auch die Fußballer decken viel ab", berichtet Tanja Sardowski, die im Vorstand für die Finanzen verantwortlich ist. Der Aufwand lohnt sich aber. "Für den Verein ist das eine gute Einnahmequelle", findet sie. Von den laufenden Kosten um das Sportheim und die Sportanlagen zu betreiben über Anschaffungen bis hin zum Material. "Das hilft uns immens."


Stadt vergibt 50 Konzessionen

"Beim Rakoczy-Fest helfen alle mit", findet Thomas Lutz, Festorganisator der Stadt. Mehr als 800 Biertischgarnituren, zehn Bühnen, Dutzende Bierwägen, Getränkebuden, Esszelte und Cocktailbars werden in den nächsten Tagen in der Innenstadt aufgestellt. Koordiniert wird der Aufbau von der Stadt und der Staatsbad GmbH. Jedes Jahr vergibt die Stand an Gastronomen und Vereine rund 50 Konzessionen, also Genehmigungen, auf öffentlichen Flächen Getränke und Speisen zu verkaufen. "Jeder Betreiber ist dann für den Platz selbst zuständig, für den er die Konzession erworben hat", erklärt er. So wie der SV Garitz auf dem Theaterplatz das Sagen hat, sind die Kissinger Wölfe auf dem Marktplatz, der FC 06 Bad Kissingen auf dem Eisenstädter Platz und der Anglerverein im Rosengarten zuständig.

Der Aufbau in der Fußgängerzone ist zeitlich genau durchgetaktet. "Viele Abläufe greifen Zahn in Zahn", sagt Lutz. Welcher Betreiber darf wo und wann seine Buden und Bierbänke aufbauen, damit er den Lieferverkehr in der Fußgängerzone nicht beeinträchtigt, wo kommen die Wasseranschlüsse her und wie sieht es mit der Stromversorgung aus? "Es darf keine wilden Verkabelungen geben, der Brandschutz muss natürlich gewährleistet werden", sagt er. Fachfirmen helfen bei den Installationen, grundsätzlich gebe es in Sachen Sicherheit wenig Probleme. "Alle Beteiligten sind da sehr sensibilisiert."

Der Servicebetrieb der Stadt und die Kurgärtnerei der Staatsbad GmbH kümmern sich vor allem um das drum herum. Der Servicebetrieb sorgt beispielsweise für die Beflaggung, schildert den Verkehr (Umleitungen, Parkplätze) aus und sperrt Straßen für den Festbetrieb. Die Kurgärtnerei ist im Vorfeld für die Dekoration mit Blumen und Pflanzbeeten beschäftigt, außerdem "müssen Palmen, Litfaßsäulen und Pflanzkübel, die in der Innenstadt stehen, für das Rakoczy-Fest verschoben werden", erläutert Lutz.