Wenn es Extra-Punkte für die Kulisse geben würde, läge der Spielplatz im Staatsbad Brückenau ganz vorne. "Hier gibt es viele schöne Gebäude rund um den Spielplatz", schwärmt Tester David. Der Neunjährige ist zum ersten Mal im Staatsbad und begeistert von Kursaalgebäude, Schlosshotel und Park. Bewertet wird allerdings nur der Spielplatz zwischen Tennisplätzen und Minigolf-Anlage. Und der hat an diesem sonnigen Tag vor allem ein Manko: kein Schatten.
Lediglich über einen Teil der Wasserspiele hängen ein paar Äste. Sonnensegel wie auf vielen anderen Spielplätzen gibt es gar keine. "Leider sind nicht alle Spielgeräte beschattet", lautet deshalb auch Johanns Fazit. Die Tester sind sich schnell einig, dass es dafür jeweils einen Stern Abzug beim Spaßfaktor und den Spielgeräten gibt. Zudem fehlen ihnen Anreize gerade für ältere Kinder, also höhere oder schnellere Herausforderungen.

Botanische Besonderheit

Die finden die Kinder direkt neben dem Spielplatz: Nach ein paar Minuten in der prallen Sonne flüchten sich alle drei Tester sofort erst unter und dann auf den großen, alten Baum. Begeistert sind sie, als sie hören, dass es sich um eine ganz besondere Mutation handelt: Die "Eichenblättrige Hainbuche" hat gewöhnliche Buchen-, aber eben auch eichenblattförmige Blätter am selben Ast. Diese Mu tation ist selten und fas ziniert auch andere Passanten. Auch Testerin Elisabeth bleibt der ungewöhnliche Baum am Ende in Er innerung: "Ich finde die Eichenblättrige Hainbuche besonders toll, weil es eine botanische Besonderheit ist", lautet das Fazit der Elfjährigen.


Einen Punkt Abzug gibt es - gerade im Vergleich zu den anderen getesteten Spielplätzen - auch für die Spielfläche. Dabei rechnen die Tester das Umfeld durchaus mit ein: "Natürlich hat man im Park viel Platz, aber darf man da überhaupt Fußball spielen?", fragt Johann. Fazit: Im Staatsbad gibt es jede Menge zu entdecken, Schlosspark und historische Gebäude beeindrucken auch die Tester, aber der Spielplatz allein kriegt "nur" 22 von 25 möglichen Sternen.
"Das mit dem fehlenden Schatten höre ich zum ersten Mal", kommentiert Kurdirektorin Andrea Schallenkammer das Ergebnis des Spielplatz-Tests. Aber ihr sei auch schon aufgefallen, dass die Familien meist ihre Picknick-Decke unter einem der Bäume aufschlagen. "Man kann mal über ein Sonnen-Segel nachdenken", nimmt sie die Anregung auf alle Fälle auf. Immerhin gebe es Alternativen: "Unser Minigolf-Platz hat ja viel Schatten durch die Bäume."
Der Spielplatz neben dem Kursaalgebäude ist der einzige im Eigentum der Staatlichen Kurverwaltung. Dafür gebe es bei der Kurverwaltung extra ei nen Spielplatz-Beauftragten, der unter anderem jedes Jahr die TÜV-Prüfung organisiert. Rund 30 000 Euro investierte die Kurverwaltung laut Schallenkammer im Jahr 2015 in die Anlage. "Die alten Spielgeräte waren einfach nicht mehr zeitgemäß", erinnert sie sich.


Der Spielplatz sei Teil einer erfolgreichen Strategie: "Wir haben durch die Lage mitten in Deutschland immer mehr Familien-Feiern, von Hochzeiten bis runde Geburtstage", berichtet die Kurdirektorin. Auch junge Familien, die sich bei "Hanse-Haus" ihr Eigenheim zusammenstellen, würden oft im Staatsbad übernachten. "Wir haben uns weiterentwickelt und unser Publikum verjüngt", freut sich Schallenkammer über mehr junge Familien. Deshalb gebe es neben dem Spielplatz auch viele zusätzliche Angebote im Staatsbad: In der Tennis-Schule und auf der Minigolf-Anlage geht es sportlich zu. Im Tiergehege neben dem Fürstenhof sind alte Haustierrassen zu finden: Von Hühnern bis zu Meerschweinchen gibt es dort viel zu sehen. Zu den Ziegen und Schafen können die Besucher sogar direkt zum Streicheln ins Gehege.