Für Karlheinz Wilhelm ein normaler Vorgang. "Wir haben die Voraussetzungen geprüft. Und die sind beim FC Thulba einfach besser", findet der Vorsitzende des Verbands-Jugendausschusses im BFV. Ihre neue Heimat finden sollen die Talente in Thulba auf den über dem Ort gelegenen Sportplätzen "An der Sträuch". "Wir haben uns die Örtlichkeiten angeschaut und sehen Vorteile im Vergleich zu Bad Kissingen. Auch verkehrstechnisch, zum Beispiel für die Leute aus dem Sinngrund. Überdies können wir Materialien vor Ort lagern. Und der Kunstrasenplatz in Winkels als Ausweich-Platz ist nicht mehr zeitgemäß", sagt Wilhelm.

Einen Kunstrasen-Platz hat Thulba freilich nicht, und es überrascht, dass ein Gelände, welches 2006 im Rahmen des WM-Quartiers für Ecuador rundum erneuert wurde, nicht mehr den Anforderungen des Verbandes genügen soll. Personen aus dem Umfeld des Stützpunktes vermuten indes andere Gründe für die Aufkündigung des Vertrages. Am 11. Oktober 2011 spielte Deutschlands U-16-Nationalmannschaft in Großbardorf gegen die Ukraine. Übernachtet hatten die Talente in Bad Kissingen. Diskussionen hatte es hinter den Kulissen gegeben, weil die Stadt Bad Kissingen dem DFB-Tross ein Training im Sportpark untersagt hatte. Deutschland und die Ukraine waren daraufhin zum Trainieren in die Stadtteile ausgewichen - was kein Problem für die DFB-Verantwortlichen war. "Die Kooperations-Bereitschaft seitens der Stadt war damals natürlich nicht optimal. Es gibt aber keinen gehässigen Hintergrund für den Umzug. Wir denken immer darüber nach, mit dem Stützpunkt auch zu kleineren Vereinen zu gehen", sagt Wilhelm.

Die Trainer im DFB-Stützpunkt waren Anfang April im Vorfeld über diesen möglichen Schritt informiert worden, hatten dazu auch ihre Meinung kundgetan. Sachlich. Geteilt wird die Meinung von Wilhelm aber nicht. Besser seien die Voraussetzungen im Bad Kissinger Sportpark bezüglich der Plätze und Räumlichkeiten. Auch die Anfahrtswege seien günstiger für die Eltern der Talente. Seit 2001 ist Bad Kissingen Stützpunkt.
Veränderungen gehören zum Geschäft. Aber dieser Vorgang hat doch ein Geschmäckle. Das letzte Wort scheint noch nicht gesprochen.