Im Spiel beim bis dato punktlosen RSV Wollbach schob Florian Zirkelbach den Ball in der 87. Minute beim Stand von 3:3 lieber gezielt ins Aus anstatt mit einem Torschuss mit hoher Wahrscheinlichkeit den Siegtreffer für seine Mannschaft zu erzielen, weil Wollbachs Torwart Marco Kastl verletzt auf dem Boden lag. "Das war klasse, eine super Sache", sagte Alois Gensler vom RSV Wollbach. Der Platzsprecher bedankte sich mit einer Durchsage nach dem Ende der Partie - es blieb beim 3:3 - für den fairen "Fehlschuss".
So bekam übrigens RSV-Schlussmann Marco Kastl selbst die Aktion mit. "Ich bin mit dem Hinterkopf mit einem Mitspieler zusammengerasselt", sagte Kastl, "ich bin hingefallen und war kurz benommen. Als ich die Augen wieder geöffnet habe, lag der Ball im Aus. Wie er dorthin gekommen ist, wusste ich bis zur Durchsage nicht." Hätte der Ball im Netz gelegen, die dritte Wollbacher Niederlage im dritten Spiel wäre so gut wie perfekt gewesen und die Lage der zurzeit stark ersatzgeschwächten Mannschaft von Jürgen Greier im Tabellenkeller noch ein wenig prekärer geworden.

Kommando vom Mitspieler

Wie der Ball ins Aus gelangt war, konnte der Bischofsheimer Fabian Rott erklären: "Florian Zirkelbach hat den zu kurz abgewehrten Ball noch von einem Mitspieler aufgelegt bekommen. Aber ein weiterer Mitspieler, der sofort gesehen hat, dass der Torwart liegen geblieben war, hat in dem Moment schon gerufen: Schieß den Ball ins Aus." Das tat Zirkelbach, "sonst wäre es aus dieser Position vermutlich ein sicheres Tor und somit der Sieg für uns gewesen", sagte Rott. Florian Zirkelbach konnte von seiner fairen Aktion übrigens nicht selbst erzählen. Er brach direkt nach dem Schlusspfiff in die Flitterwochen in die Karibik auf. Er hatte am vorvergangenen Wochenende Viktoria Kühlwein, die Nummer 3 des Tennis-Bayernligisten TC Bad Königshofen und ehemalige Tischtennis-Bayernligaspielerin des TSV Bad Königshofen, geheiratet. Fabian Rott und alle Kicker des VfR Stadt Bischofsheim standen derweil zu hundert Prozent zur Entscheidung ihres Spielführers, den Ball ins Aus zu schieben. "Sie wurde von der gesamten Mannschaft so getragen. Wir haben uns hingegen nach dem Schlusspfiff über die eigenen vergebenen Torchancen geärgert", sagte Fabian Rott.