Pünktlich zum Trainingsauftakt am Samstag bekamen die Kicker des FV Rannungen/Pfändhausen/ Holzhausen eine echte Überraschung kredenzt: Zur neuen Saison übernimmt Werner Dreßel das Traineramt beim aktuell Tabellen-Siebten der Kreisliga Rhön. "Wir wären gerne mit Klaus Seufert in die neue Saison gegangen, aber er hat uns in der Winterpause darüber informiert, dass er eine Auszeit nehmen will. Daher waren wir zum Handeln gezwungen", sagt Christian Gessner aus der Führungsriege des TSV Pfändhausen.

Werner Dreßel garantiert eine gewisse Aufmerksamkeit, schließlich absolvierte der 61-Jährige in der Bundesliga 229 Spiele, unter anderem für den 1. FC Nürnberg, Hamburger SV, Werder Bremen und Borussia Dortmund, schoss in dieser Zeit 45 Tore.

Nicht ganz so glamourös war seine Trainer-Karriere mit Stationen bei Borussia Fulda, der SpVgg Greuther Fürth oder dem FC 05 Schweinfurt in der Saison 2007/2008. Nach seiner Tätigkeit für den unterfränkischen Kreisklassisten TV Königsberg wurde der gebürtige Hambacher, der mittlerweile in Euerbach lebt, nach einem kurzen Engagement bei Viktoria Aschaffenburg im Juli 2013 als Co-Trainer des SV Elfersberg präsentiert, wurde beim Drittligisten aber ein knappes Jahr später aufgrund fehlender sportlicher Erfolge beurlaubt.

"Werner ist ein guter Freund und regelmäßig bei uns am Sportgelände, kennt unseren Verein daher bestens. Und weiß, dass wir eine junge und entwicklungsfähige Mannschaft haben. Das hat Werner sicher gereizt", sagt Christian Gessner, der nicht verhehlt, dass die drei Trägervereine im FV ("Unsere Zusammenarbeit verläuft reibungslos") auch mit anderen Kandidaten über die Seufert-Nachfolge verhandelt haben. "Finanziell sprengt die Trainerverpflichtung nicht unseren Rahmen, das hätten wir sowieso nicht gemacht. Für Werner ist das ein Freundschaftsdienst. Unter ihm soll die überragende Arbeit von Klaus Seufert weiterentwickelt werden", so Gessner.

Unvergessen bleiben in der Region Dreßels Auftritte als Spielertrainer des damaligen Landesligisten DJK Waldberg in den späten 90er Jahren. Am 15. August 1997 hatte der kleine Rhön-Verein den großen FC Bayern München in der ersten Runde des DFB-Pokals herausgefordert. Mit 16:1 gewann seinerzeit der deutsche Rekordmeister vor 36 000 Zuschauern im Frankenstadion. Unsterblich gemacht hatten sich die DJK-Kicker dennoch. Zu diesen gehörte übrigens ein bissiger Abwehrspieler, der den ungleichen Kampf mit Giovane Elber, Carsten Jancker oder Mario Basler aufnahm: Christian Gessner.