Leicht ist ihm diese Entscheidung definitiv nicht gefallen: Marius Kubo, Trainer des Bezirksligisten SV Riedenberg, wird sein Traineramt zum Saisonende 2017/18 beenden. "Das hat nichts mit dem SV Riedenberg zu tun, im Gegenteil. Gerade das letzte Jahr mit der gewonnenen Relegation hat uns zusammengeschweißt. Aber wenn man es gut machen will, erfordert der Trainerposten viel Zeit und Engagement", sagt Marius Kubo, für den die Familie an erster Stelle steht und für die er nun mehr Zeit haben möchte.

Kubo hatte nach der Übernahme der Mannschaft im Oktober 2016 nach einer nervenaufreibenden Saison mit fünf Relegationsspielen den Verbleib in der Bezirksliga geschafft. "Die bisherige Saison 2017/2018 verlief bisher sehr erfolgreich, was sicherlich zum großen Teil dem hohen Engagement und der fußballerischen Fachkompetenz von Marius Kubo zu verdanken ist", schreibt Riedenbergs erster Vorsitzender Michael Kast in einer Pressemitteilung.

Ein Nachfolger ist bereits gefunden: Thorsten Seufert. Der 43-Jährige ist aktuell Trainer des Tabellennachbarn FC Strahlungen, gab aber bereits bekannt, sein Amt ab dem Sommer aufzugeben. "Nachdem in den Medien stand, dass ich in Strahlungen aufhöre, kam Riedenberg auf mich zu und wir haben intensive Gespräche geführt und uns geeinigt. Riedenberg ist kein unbekannter Verein für mich. Es ist einer der Vereine aus der Region, der seit Jahren oben mitspielt. Ich habe selber schon gegen den SV gespielt", sagt Seufert.


Zufrieden mit Trainer-Auswahl

Marius Kubo hat eine hohe Meinung von seinem Nachfolger: "Als ich gehört habe, dass Thorsten übernimmt, ist mir ein Stein vom Herzen gefallen. Es war mir wichtig, dass ein adäquater Nachfolger für den SV Riedenberg gefunden wird. Ich bin mir sicher, dass es für Riedenberg unter Thorsten ähnlich erfolgreich weitergehen wird." Zuvor will der aktuelle Trainer aber noch einmal alles geben: "Ich bin nicht auf Abschiedstour", sagt Kubo. "Wir packen das halbe Jahr noch an und wollen Gas geben in der Rückrunde und die nötigen Punkte sammeln, um mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben. Ich will den SV Riedenberg mit einem guten Gefühl verlassen."

Auch Thorsten Seufert hat eine hohe Meinung von seinem Trainerkollegen: "Wir haben letztes Jahr oft miteinander telefoniert, weil Riedenberg immer nach uns gegen die selbe Mannschaft gespielt hat. Er ist ein absoluter Fußballfachmann, der sehr gute Arbeit macht und mir eine sehr gute Mannschaft hinterlässt." Seit zehn Jahren ist Seufert, der ursprünglich aus Sand am Main kommt, nun Trainer. Zuvor war er viereinhalb Jahre hauptberuflich Fußballer, spielte in der Saison 2001/2002 mit dem 1. FC 05 Schweinfurt in der zweiten Bundesliga und stand auch beim SSV Reutlingen im Bundesliga-Kader. Zur Saison 2004/2005 wechselte er zum FC 06 Bad Kissingen.

Diesem Verein ist er heute noch sehr dankbar: "Bad Kissingen hat mir damals nach viereinhalb Jahren als Profi-Fußballer den Einstieg ins Berufsleben ermöglicht." Seufert ist gelernter Industriekaufmann und arbeitet aktuell als Angestellter in einem Schraubengroßhandel. Da er tagsüber arbeitet, hat er abends genügend Zeit für das Traineramt: "Fußball hat in meinem Leben immer eine große Rolle gespielt, ich und meine Familie kennen es nicht anders", so der 43-Jährige. Auch sein Sohn spielt Fußball, seine Tochter ist eine begeisterte Leichtathletin. "Wir waren schon immer am Wochenende beim Fußball, meine Frau und meine Kinder sind jetzt auch bei den Heimspielen dabei, und trotzdem haben wir auch genügend Zeit für uns."


Zeitpunkt ist optimal

Der Zeitpunkt war optimal für das Bekanntwerden seines Wechsels zu Riedenberg, sagt Thorsten Seufert: "Es ist alles geklärt, bevor die Vorbereitung losgeht, wir geben nochmal Gas und wollen unser Saisonziel, den Klassenerhalt, erreichen. Jetzt zählt nur Strahlungen." Er ist sich sicher, dass sowohl sein neuer als auch sein alter Verein in der Bezirksliga bleiben werden. Und sportliche Absichten für den SV Riedenberg hat Thorsten Seufert auch schon: "Das Ziel wird sein, die Mannschaft fußballerisch weiterzuentwickeln und eine gute Bezirksligasaison zu spielen."