Mit 150 Teilnehmern hat der Tennisclub Rot-Weiß Bad Kissingen eine Rekordbeteiligung bei den Senioren Open erreicht. Die Zahl wäre noch deutlich höher gewesen, doch die Turnierleitung um Klaus Beck musste einigen Teilnehmern wegen Zulassungsbegrenzungen in den Klassen absagen. "Eine zweieinhalb Wochen vor Turnierbeginn beantragte Erweiterung von 16 auf 32 wurde vom Bayerischen Tennis-Verband abgelehnt", erklärte Beck. Anders als im Vorjahr konnten diesmal nur vier Teilnehmer von den zehn ausgetragenen Altersklassen ihren Titel verteidigen.

Stärker besetzt war diesmal die "Königsklasse" Herren 40 mit Thomas Wittig (Coburger Turnerschaft, Deutsche Rangliste 18) an der Spitze. Er unterlag allerdings im Halbfinale der Nummer Drei der Setzliste, Raymond Bender (USA, Blau-Weiß Fürstenzell, DR 81), mit 6:1/6:4. Bender war auch mit 6:1/6:0 der sichere Sieger im Finale gegen Stefan Haun (Schönbusch Aschaffenburg), der zuvor seinen Vereinskameraden Marco Appelmann (DR 70) mit 6:3/3:6/10:7 bezwungen hatte. Die Rot-Weißen Timo Schaffelhofer, Alexander Licha und Luxx Creed schieden bei dieser starken Konkurrenz bereits in der ersten Runde aus.


Gernot Janke vor Bernd Legutke

Bei den Herren 50 hatte Gernot Janke (Weiß-Blau Würzburg, DR 101) diesmal schwer zu kämpfen, um sich gegen Bernd Legutke (Schönbusch Aschaffenburg, DR 18), der 2016 bei den Herren 40 dominiert hatte, mit 5:7/6:3/11:9 erneut durchzusetzen. Souverän wie immer war auch diesmal wieder Johannes Münzel (Schönbusch Aschaffenburg, DR 24) bei den Herren 55. Im Finale siegte er gegen Jens Ganss (TC Hallstadt, DR 54) klar mit 6:2/6:1. Ganss war von seinem Halbfinalmatch gegen Horst Trunk (Schönbusch Aschaffenburg, DR 138), das er 6:7/6:4/10:8 gewann, sicherlich noch stark gekennzeichnet. Thomas Hofmann und Sven Schäfer vom TC Rot-Weiß verloren ihr Auftaktspiel, spielten aber im Endspiel der Nebenrunde gegeneinander.

Der mit der höchsten Ranglisteneinstufung des Turniers angetretene Hermann Klein (Luitpoldpark München, DR 10) wurde seiner Favoritenrolle bei den Herren 60 gerecht. Allerdings stand er bereits in der ersten Runde gegen Roman Fük (TC Seefeld, DR 137) kurz vor dem Aus, bevor er sich in einem sehenswert Match knapp mit 4:6/6:3/10:7 durchsetzte. Im Endspiel bezwang er Michael Hagenau (Grün-Weiss Edenkoben, DR 93) knapp mit 7:5/7:6. Leider kamen im ersten Spiel die beiden Kissinger Achim Demmer und Reinhold Zoll gegeneinander, das Demmer, der anschließend gegen Klein unterlag, mit 6:2/6:4 für sich entschied.

Ohne großen Widerstand verteidigte diesmal Wolfgang Petry (1. FC Nürnberg, DR 20) seinen Titel bei den Herren 65. Im Endspiel setzte er sich gegen den Überraschungsfinalisten Hans-Jürgen Reinlein (TC Dorfprozelten) mit 6:0/6:1 durch. Eine gute Platzierung erreichte hier Ernst Weisensel, der bis ins Halbfinale vordrang. Nach seinem Auftaktsieg gegen Albrecht Haug (TV Vaihingen) schaltete er die Nummer Zwei der Setzliste, Werner Hofmann (FC Gunzenhausen, DR 37), aus. Nach einem weiteren Erfolg über seinen Vereinskameraden Gustav Holzheimer kam er unter die letzten Vier, ehe er Reinlein unterlag.


Moor siegt gegen Hofmann

Der Abonnementsmeister der Herren 70, Manfred Hofmann (Rot-Weiß Karlsdorf, DR 28), fand diesmal in Manfred Moor (Grün-Weiß Fulda) - der in ersten Runde den Maßbacher Roland Schlotter, Nummer Zwei der Setzliste (DR 45), ausschaltete - seinen Bezwinger. Hofmann hatte schon in den Vorrunden hart zu kämpfen, ehe er Moor im Finale doch überraschend deutlich mit 6:3/6:1 unterlag. Nur insgesamt zwei Spiele gab der Topgesetzte Jochen Herrmann (1. FC Nürnberg, DR 22) bei den Herren 75 ab. Er ließ auch im Endspiel Rainer Urban (TC Eibach, DR 74) mit 6:0/6:0 keine Chance. Die Rot-Weißen Ottokar Cloos und Dieter Hermann verloren beide ihr Auftaktspiel.

Die ungesetzte Schweinfurterin Daniela Götz-Hellmuth war die Überraschung bei den Damen 40. Sie erreichte über Csilla Jambor (TC Bamberg, DR 19) und Sabine Anclan (TC Rückersdorf, DR 92) problemlos das Finale. Hier hatte sie allerdings in Heidi Huller (TC Burgsinn, DR 76) eine harte Widersacherin, bevor sie sich mit 4:6/6:2/10:5 durchsetzte.

Claudia Müller (TC Rot-Weiß) schied in der zweiten Runde gegen Veronique Appelmann (Grün-Weiß Elsendfeld, DR 95) aus. Wieder einmal mehr siegte Ellen Schmitt (TC Rückersdorf) bei den Damen 50. Sie bezwang im Endspiel die Nummer Eins, Beate Schindler (DTV Hannover, DR 27), in zwei Sätzen mit 6:3/6:4. Erfreulich ist hier der Halbfinaleinzug von Renate Molzberger (TC Rot-Weiß), bevor sie mit 6:4/6:2 gegen Schindler ausschied. Vom TC Rot-Weiß traten noch Sabine Häfner, sie unterlag Ellen Schmitt, und Helga Pfitzner-Grundmann, die unglücklich mit 9:11 im Match-Tiebreak unterlag, an.

Die am stärksten besetzte Konkurrenz waren überraschenderweise die Damen 60: Hier waren insgesamt neun Spielerinnen aus der Deutschen Rangliste am Start. Ohne Satzverlust wurde Angelika Decker (DTV Hannover, DR 55) - sie wurde zur Teilnahme bei den Senioren Open von ihrer Clubkameradin Beate Schindler überredet - Siegerin dieser Altersklasse. Decker schaltete im Halbfinale die Topgesetzte Marianne Seeliger (Grün-Rot Weiden, DR 16) mit 6:2/6:1 aus, gewann das Endspiel gegen Christine Herrmann (Erfurter TC, DR 62), die zuvor die Vorjahressiegerin Isedore Kaviany (TC Wetzlar, DR 37) mit 4:6/6:4/10:4 ausschaltete, mit 6:3/6:4.


Aufwertung bald auch offiziell?

"Die Open waren ein voller Erfolg", bilanzierte Klaus Beck, der zusammen mit Torsten Voll, Heike Schmidt-Beck und Wolfgang Riedl für die Turnierleitung verantwortlich war. "Das Turnier wurde im Vergleich zum Vorjahr erheblich aufgewertet, da die Leistungsdichte enorm gesteigert werden konnte." Waren im Jahr 2016 insgesamt 22 Sportler der Deutschen Rangliste am Start, so waren es diesmal sogar 41. Beck ist zuversichtlich, dass der Antrag auf eine höhere Kategorie-Einstufung (von bisher S5 auf S4) vom Deutschen Tennisbund genehmigt wird. "Das Turnier verlief wie immer sportlich fair ohne Zwischenfälle", sagte Beck.