FC Bad Brückenau - SV Michelfeld 30:25 (16:11).

Eine überragende Saison hatte das spielstarke Team aus Michelfeld rund um den Ausnahmehandballer Maximilian Häckner hingelegt, am Ende aber völlig überraschend auf den Aufstieg verzichtet. So reisten die SVler also erneut mit ihrem legendären schneeweißen Fanbus in die Rhön, um auf Punkte-Jagd zu gehen. Die Mainfranken stellen mit ihrer körperlichen und nickligen Spielweise eine echte Herausforderung für jeden Gegner dar. Die Sinnstädter, die als absoluter Außenseiter in das Match gingen, schlugen den SV auch mit seinen eigenen Mitteln, wandelten dabei aber auf einem sehr schmalen Grat. Denn bisweilen standen nur noch drei Bad Brückenauer Feldspieler auf dem blauen Parkett. Stolze neun Zeitstrafen fingen sich die FCler ein. Tom Schumm, der eigentlich gar nicht für eine besonders robuste Spielweise steht, kassierte nach 35 Minuten überraschend den roten Karton.

Überragender Peter Feuerstein

Doch trotz aller Dramatik, Emotionalität und Hektik auf dem Feld, blieb FC-Coach Oliver Hilbert-Probeck stets die Ruhe selbst und vertraute voll auf die geballte Defensivpower rund um den alles überragenden Keeper Peter Feuerstein, der es immer wieder versteht, sich hochmotiviert in eine Partie hineinzuarbeiten. Je länger das Match dauerte, umso spektakulärer fielen die zahllosen Paraden des jungen Schlussmannes aus, der in dieser bestechenden Form eine echte Bank ist. Doch auch seine Vorderleute zeigten in der Rückwärtsbewegung eine außergewöhnliche Leistung. Selten hat man die Bad Brückenauer in der Abwehrarbeit am Kreis so hochkonzentriert und kompromisslos gesehen.

Dass die Michelfelder überhaupt keinen Zugriff auf den sprunggewaltigen und emsigen Simon Dietrich fanden, spielte den FClern voll in die Karten, die ihre sonst so extrem konterlastige Spielweise zugunsten einer kontrollierten Offensive modifiziert hatten. Überhaupt hatte Coach Hilbert-Probeck einige faustdicke Überraschungen parat, brachte Wiedereinsteiger Sebastian Gensichen und Neu-Einsteiger Fabian Peter von Anfang an, die beide recht mühelos und ballsicher ins Spiel fanden. Die körperlich starken FC-Routiniers Christian Karl und Alexander Bauer hob sich der Coach für die Schlussphase auf, als bei den Gästen die Kraft allmählich nachließ.

Witzige Choreografie

Obwohl die Bad Brückenauer etliche Phasen in Unterzahl überstehen mussten, hielten sie sich den Gegner stets knapp auf Distanz. Besonders im ersten Durchgang vergaben die Michelfelder erstaunlich viele hochkarätige Chancen. Der hervorragenden Stimmung auf den Rängen tat das keinen Abbruch; die Michelfelder Anhänger hatten sich eine Choreografie überlegt, tierische Masken übergestülpt und skandierten dabei humorvoll "Kämpfen und Ziegen". Die FC-Anhänger gingen in diesem nie langweiligen Match sofort voll mit und trommelten, was das Zeug hielt.

Lediglich bei den Michelfelder Akteuren auf dem Feld schlich sich zuweilen schlechte Laune ein. Das hochfavorisierte Team spielte meist weit unter seinen Möglichkeiten. Der eindrucksvolle Sieg der Sinnstädter jedenfalls war hochverdient, zumal die FCler auch noch einige Aluminiumtreffer verbuchen konnten. "Die Partie entwickelte sich rasch zu einem Spitzenspiel, das mit hohem Tempo, tollen Ballstafetten und überragenden Torwartparaden gespickt war. Die Abwehr und Peter Feuerstein im Tor waren der Grundstein zum Sieg. Wir hatten den Rückraum die meiste Zeit im Griff, das war für den Sieg ausschlaggebend. Die Jungs haben ein überragendes Spiel abgeliefert", lautete das Fazit von FC-Coach Oliver Hilbert-Probeck. Die Bad Brückenauer reisen am 6. Oktober nach Volkach zu den HSG-Routiniers, wo wieder ein sehr kampfbetontes Spiel erwartet werden darf.

Tore für Bad Brückenau: Simon Dietrich (14/4), Michael Müller (5), Nick Schumm (4), Fabian Peter (3), Stefan Bott (3), Tom Schumm (1).