FC Bad Brückenau - SV Michelfeld 23:26 (14:10).
Die Michelfelder machten mächtig Eindruck, als sie mit einem voll besetzten Fanbus eintrafen und euphorische Partystimmung im Gepäck hatten. Doch auf dem zart babyblauen Parkett hatten zunächst die Sinnstädter das Sagen, die mit ihrem bewährten Tempohandball den Gegner förmlich überrannten. Es lief wie am Schnürchen für die FCler, denen anfangs scheinbar mühelos ein sehenswerter Treffer nach dem anderen gelang. Schon nach elf Minuten lagen die Sinnstädter mit 8:2 in Front.
Auch FC-Keeper Peter Feuerstein erwischte im Duell der starken Aufsteiger einen Sahnetag, entschärfte Siebenmeter und zu schwach geratene Würfe wie am Fließband. Doch je länger die Partie dauerte, desto aggressiver, ausgeklügelter und effektiver gestaltete sich die Spielweise der Gäste. Dass die Bad Brückenauer insgesamt acht Zeitstrafen kassierten, während der Gegner mit lediglich einer Zwei-Minuten-Strafe davonkam, erschloss sich den neutralen Beobachtern allerdings nicht auf Anhieb.


Übersehene Unsportlichkeiten

Bedauerlicherweise entging den zunächst so souveränen und kompromisslosen Schiedsrichtern im Eifer des hektischer werdenden Gefechts so manche verdeckte Unsportlichkeit, denn die äußerst clevere und flinke, aber recht klein gewachsene Michelfelder Defensive hatte nur sehr wenig Scheu davor, immer wieder beherzt in Gesicht und Körper zu packen. Es schien, als rutschte den technisch starken Bad Brückenauer Youngstern um Simon Dietrich, Simon Weiner, Tom und Nick Schumm allmählich das Herz in die Hose, denn immer seltener trauten sie sich, ihre offensiven Sprungwürfe wirklich voll durchzuziehen, weil ihnen teilweise gleich zwei Gegner am Wurfarm hingen. Auf der Gegenseite blieb Peter Feuerstein zwar der Fels in der Brandung, aber auch die Michelfelder Offensivaktionen wurden robuster, manchmal sprang man lieber mit den Knien und Köpfen voraus in die verdutzten und teilweise etwas ungeschickt agierenden Brückenauer, als Würfe zielgerichtet abzuschließen.
Den Bad Brückenauern wurde von Minute zu Minute vollends der Schneid abgekauft. Zwar müssen sich die FCler selbst ankreiden, dass sie das Zepter unnötigerweise komplett aus der Hand gegeben haben, aber als der zierliche Nick Schumm beim Konter bedenkenlos mit voller Wucht aufs Parkett gedrückt wurde und dort mit dem Gesicht voraus aufschmetterte, war auch den zahlreichen einheimischen Fans klar, dass gegen diese beeindruckende Willensstärke und Defensiv-Power kein vernünftiges Kraut gewachsen sein würde. Diese kuriose Abwehr-Aktion blieb übrigens folgenlos.


Missratene Schlussphase

Dass sich Simon Dietrich durch eine mehr als unnötige, aber letztlich völlig harmlose Abwehraktion die dritte persönliche Zeitstrafe und damit auch gleich den folgerichtigen Platzverweis einhandelte, passte irgendwie zu einer total missratenen Schlussphase. Warum es sich die beiden Unparteiischen protestlos gefallen ließen, dass der Michelfelder Maximilian Häckner, der auch schon in der dritten Liga aktiv war, pausenlos in schier unendliche Diskussionen und Smalltalks mit einem der beiden Schiedsrichter verwickelt war, blieb rätselhaft und völlig untypisch für den Amateur-Handballsport. Vergessen war längst der tolle erste Durchgang, in dem die Bad Brückenauer noch völlig befreit und schwungvoll aufspielten.
Die Michelfelder, die fast fünfzig Minuten lang einem Rückstand hinterherrannten, drehten das Match kraftvoll in der 51. Minute durch Lukas Mösleins Treffer zum 21:22. Möslein war es dann auch, der mit seinen beiden Gegenstößen und Treffern in der Schlussminute den Deckel für die SVler drauf machte. Bemerkenswert war die Lautstärke der Fans auf beiden Seiten, die mit ihren Trommelkonzerten ein wahres Akustik-Feuerwerk zündeten. So ohrenbetäubend war es schon lange nicht mehr im Römershager Hexenkessel.
Tore für Bad Brückenau: Simon Dietrich (9/1), Tom Schumm (4), Nick Schumm (3), Michael Müller (3), Simon Weiner (2), Peter Karl (1), Alexander Bauer (1).

TSV Partenstein - FC Bad Brückenau 18:19 (9:10).
Nach der äußerst deftigen Klatsche in Thüngersheim haben sich die Handballerinnen aus der Sinnstadt schnell wieder erholt und in der Frammersbacher Heuberghalle zwei wichtige Punkte und damit auch den ersten Auswärtssieg der Saison eingefahren. Doch gegen die heimstarken TSVlerinnen war das alles andere als ein Spaziergang. Das Team von Sebastian Gensichen profitierte von einem Blitz-Start mit frühen Toren von Theresa Löser, Sabine Bott und Lena Übelacker zum 0:3 für die Gäste. Doch die Partensteinerinnen zeigten sich unbeeindruckt vom forschen Auftritt der Sinnstädter und stellten nach zehn Minuten auf 4:3. Nun entwickelte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit unvorhersehbarem Ausgang. Zwar gelang es den FClerinnen zwischenzeitlich, sich durch Katharina Probecks Treffer auf 12:17 abzusetzen (42.), doch es sollte eine turbulente Schlussphase folgen, in der das große Zittern angesagt war. Nur wenige Sekunden nach ihrem dritten Treffer fing sich Probeck eine Zeitstrafe ein. Kaum zurück auf dem silbergrauen Parkett, musste Torjägerin Lena Übelacker auf der Bank Platz nehmen. Umso wichtiger war es, dass die Gastgeberinnen nur fünf von stolzen neun Strafwürfen an Annalena Löser vorbei in die Maschen brachten. Als Lena Übelacker beim Stande von 15:18 (52.) allerdings auch einen Siebenmeter herschenkte und Sophie Gundelach fünf Minuten vor der Schlusssirene den roten Karton sah, drohte das Match zu kippen. Coach Gensichen verzichtete etwas überraschend auf eine Auszeit in den Schlussminuten und vertraute auf den Siegeswillen der FClerinnen. Den Spessart-Frauen gelang eine Minute vor Abpfiff das 18:19. Doch die jungen Brückenauerinnen nutzten ihren finalen Ballbesitz clever aus und zeigten sich nervenstark. bit
Tore für Bad Brückenau: Lena Übelacker (5/3), Katharina Probeck (3), Jennifer Frank (3), Theresa Löser (2), Stefanie Günther (2), Marie König (1), Melissa Kalmund (1), Sophie Gundelach (1), Sabine Bott (1).

TV/DJK Hammelburg - TSV Mellrichstadt 18:17 (11:13).
Die deutsche Nationalmannschaft ist längst ausgeschieden bei der Handball-WM im eigenen Land. Vor dem Fernseher sitzen soll die Fangemeinde dennoch, weshalb die Sonntagsspiele bereits um 10.30 Uhr vom Verband angesetzt wurden. "Das war schon etwas ungewohnt, aber es ging. Und jetzt haben wir noch was vom Tag und gehen nach dem Essen noch zum Bowling", sagte Nicole Schröter. Dass die Team-Weihnachtsfeier in bester Stimmung über die Bühne ging, war natürlich dem vormittaglichen Erfolg über den TSV Mellrichstadt geschuldet. Das alles mit gut besetzter Bank übrigens dank der Unterstützung aus der Jugend. "Am Anfang dachten wir noch, wie werden abgeschlachtet", erinnerte sich die durchweg in Manndeckung genommene und dennoch achtmal erfolgreiche Schröter an den 1:6-Rückstand. TV/DJK-Torfrau Katja Körpert, die später als Feldspielerin wieder auf der Platte stand, machte Platz für Hannah Eich, die eine sensationell gute Partie ablieferte, einen großen Teil zur Aufholjagd beitrug und in Durchgang zwei nur vier Bälle passieren ließ gegen die Gäste um Carolin Annon und Karin Wehner, die in früheren Tagen für die SG Garitz/Nüdlingen aufliefen. Zwar überwintern die Saalestädtern als Tabellenletzter, aber mit erträglichem Rückstand auf die Plätze, die den Klassenerhalt garantieren. js
Tore für Hammelburg: Nicole Schröter (8), Laura Finke (2), Celia Reuter (2), Helen Faust (2), Sabine Finke (1), Ute Leidner (1), Nicole Simon (1), Katja Körpert (1).