Trotz ständiger Wetterkapriolen hat der nunmehr siebte Mettermich-Cup an diesem Wochenende die Zuschauer, Familien, Fans und Sportler in Scharen in den Sportpark nach Schondra gelockt. Besonders beim Aufeinandertreffen der U17-Junioren der JFG Sinntal-Schondratal mit den Altersgenossen der Würzburger Kickers säumten mehrere hundert Zuschauer den Spielfeldrand, um das Einlagespiel der spielstarken Rothosen zu verfolgen. Die Mainstädter beeindruckten zwar mit genialer Raumaufteilung, einstudierten Laufwegen und scharf geschossenen Präzisionspässen, hatten aber offensichtlich nicht mit ganz so viel Gegenwehr der leidenschaftlich kämpfenden Rhöner gerechnet. Am Ende setzten sich die Rothosen doch noch mit 3:2 durch. "Das war fraglos einer der vielen Höhepunkte im Turnierverlauf", sagte Schondras Jugendleiter Thomas Schmitt.

Anno 2010 haben die Schondraer angefangen, den Mettermich-Cup für Junioren auf die Beine zu stellen. Dass die benachbarten Breitenbacher und Mitgenfelder im jährlichen Wechsel mit den Schondraern die Organisation und Turnierleitung übernehmen, kam als glücklicher Umstand hinzu, denn die organisatorische Bewältigung des dreitägigen Turniermarathons ist fraglos eine Mammutaufgabe. "Wenige Wochen nach dem Mettermich-Cup geht es auch schon wieder damit los, die Vereine für das kommende Jahr zu begeistern und für eine erneute Teilnahme zu gewinnen", macht Schmitt klar. "Für die Region sind solche Veranstaltungen mittlerweile sehr wichtig. Es gibt ja hier bei uns kaum noch ständig geöffnete Gastronomie. Daher tragen solche Turniere zur Geselligkeit bei. Es treffen sich Familien, Kinder, Vereine, Einheimische und Auswärtige."


Zusammen eine Lösung suchen

König Fußball hat es schwer, gerade auch in der Rhön, wo es in den kleineren Orten mühsamer geworden ist, 22 Beine für eine funktionierende Dorfmannschaft zu finden. "In Schondra haben wir die glückliche Lage, dass wir in der jüngsten Vergangenheit immer eine erste und sogar noch eine zweite Herren-Mannschaft stellen konnten. Das ist aber in der Region keine Selbstverständlichkeit mehr. Und darauf müssen wir Fußball-Vereine schnell reagieren. Der demografische Wandel ist nicht mehr aufzuhalten. Aber die Vereine können gemeinsam Lösungen suchen und zusammenarbeiten. Und das geschieht ja bereits. Die JFG Sinntal-Schondratal ist da nur ein Bespiel für ganz viele andere Kooperationen. Gerade im Juniorenbereich. Wir müssen versuchen, dass Jugendliche aller Altersstufen in ihrer Heimat eine passende Mannschaft finden. Wenn sie später aus beruflichen Gründen wegziehen, dann kann man das eh nicht verhindern."

Die Jugendmannschaften aus der direkten Umgebung jedenfalls kommen mittlerweile traditionell fast ohne Ausnahme zum Mettermich-Cup, wo längst rund 800 Kicker ihr Talent unter Beweis stellen. "Der Zeitplan ist so straff, dass kleinere Verzögerungen natürlich im Turnierverlauf auftreten können. Die Vielzahl der einzelnen Spiele ist mittlerweile gigantisch." Und weil der Fußball nicht alle Einheimischen gleichermaßen interessiert, wurde beim Mettermich-Cup kurzerhand auch noch Volleyball integriert. "Solche Turniere haben ja schon fast Event-Charakter. Man muss den Besuchern etwas bieten. Das wird immer wichtiger, um überhaupt noch Aufmerksamkeit für sportliche Veranstaltungen zu bekommen."

Auch die Betriebe aus der Umgebung beteiligen sich mit eigenen Teams, die unter einander zum Turnierauftakt den Firmen-Pokal ausspielen. Sogar Gäste aus Österreich nehmen regelmäßig am Mettermich-Cup teil. Sie werden in der direkt anliegenden Schondraer Turnhalle untergebracht und von ehrenamtlichen Helfern der DJK betreut. "Das Turnier ist am Wochenende selbst fast ein 24-Stunden-Job." Denn auch um das Frühstück der österreichischen Gäste kümmert sich zum Beispiel der Verein. "Für diese Veranstaltung brauchen wir Helfer ohne Ende. Das darf man im Vorfeld nicht unterschätzen. Aber der Zusammenhalt im Ort ist so gut, dass wir es immer wieder auf die Reihe bekommen." So gut es geht, werden die Arbeiten auf ganz viele Schultern verteilt. Auch alle Schiedsrichter aus Schondra werden mit eingespannt, um die Jugendturniere reibungslos über die Bühne zu bringen. Ebenfalls tatkräftig mitgeholfen hat die neue Jugendvorstandschaft der DJK Schondra.


Organisation ist das A und O

"Man muss natürlich immer auch wirtschaftlich denken. Wenn der Verein am Ende drauflegt, dann gefährdet das den Fortbestand eines Turnieres. Daher versuchen wir soweit wie möglich, alles selbst zu organisieren." Das fängt beim Aufbau der Zelte an und hört beim Aufräumen Sonntagnacht erst auf. Interessanterweise gibt es beim Mettermich-Cup für jeden einzelnen Teilnehmer einen Pokal. "Das symbolisiert auch, dass es beim Mettermich-Cup nicht nur um Leistung und Ergebnisse geht. Der Spaß am Sport darf nicht zu kurz kommen." Daher verzichtet man bei diesem Turnier ganz bewusst auf die ganz großen Namen wie Bundesligisten oder internationale Nationalmannschaften.

"Der Cup ist sehr heimatverbunden. An dem Konzept wollen wir möglichst festhalten. Daher werden immer zunächst regionale Mannschaften angesprochen. Wir haben natürlich viele Dauergäste, die jedes Jahr mitspielen wollen." Mit den weit über 700 jungen Nachwuchskickern ist die Wochenendveranstaltung mittlerweile an ihre Grenze gestoßen. Fast alle Partien zumindest im Kleinfeld-Modus müssen parallel und zeitgleich auf zwei Plätzen ausgetragen werden. Alle Spiele des Turniers anzuschauen ist also praktisch gar nicht möglich. Selbst die Finalpartien finden zumeist zeitgleich statt.

"Wir sind sehr zufrieden mit dem Zuschauerzuspruch. Der Sportplatz war immer voll. Glücklicherweise sind wir von heftigen Regenschauern verschont geblieben", resümierte Thomas Schmitt. Auch von den Gästen aus Österreich gab es ein dickes Kompliment. "Es war wieder ein großartiges Erlebnis", sagte Christian Hacker, Trainer des ATSV Laab. "Glückwunsch für die perfekte Organisation."