SV Rödelmaier - TSV Münnerstadt ( Sonntag, 15 Uhr) Unter dem Schock des plötzlichen Todes von Ex-Coach Thomas Dietz, der in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 53 Jahren starb, tritt der TSV Münnerstadt (13./7) die Reise zum SV Rödelmaier (6./14) an. Eine schwierige Situation für Mannschaft und Trainer Klaus Keller. "Das sind zwei krasse Gegensätze. Auf der einen Seite ist da die grundsätzliche Freude auf das Derby, auf der anderen Seite steht der Schicksalsschlag mit Thomas, mit dem wir vor zwei Wochen noch zusammen waren." Keller habe selbst viel mit Dietz in Kontakt gestanden. "Wir müssen das von den Köpfen soweit hinkriegen, dass wir das Sportliche meistern können. Wir haben uns alle miteinander aber so verständigt, dass die Situation keine Ausrede sein wird, falls es in Rödelmaier nicht funktioniert. Auch wenn es vom menschlichen her sehr schwer ist", erläutert Münnerstadts Trainer, der im Winter die Nachfolge von Thomas Dietz antrat, die schwierige Lage.

Aufs Mittwoch-Training verzichtet

Am Mittwoch beschloss die Mannschaft in Abstimmung mit dem Trainerteam, auf das Mannschaftstraining zu verzichten, während am Freitag die Truppe samt Verantwortlichen ihrem Ex-Coach auf der Beerdigung in seinem Heimatort Poppenlauer die letzte Ehre gab.

Aus sportlicher Sicht ist die Begegnung in Rödelmaier eine sehr schwere Aufgabe, denn der Aufsteiger hat sich gut verstärkt und ist traditionell schwer zu bespielen. Im Münnerstädter Lager wird man versuchen, die Kräfte zu bündeln und dem Gegner kampfstark gegenüberzutreten. "Wir werden auch dort unsere Möglichkeiten haben. Wir waren bis auf die Partie bei der FT Schweinfurt in jedem Spiel auf Augenhöhe mit dem Gegner, und gerade in der jetzigen Situation wäre es eine gute Geschichte, etwas mitzunehmen", hofft Keller auf Punkte.

FC Thulba - SV-DJK Oberschwarzach (Sonntag, 15 Uhr) Der FC Thulba (3./17) empfängt im Verfolgerduell den SV-DJK Oberschwarzach (4./16), der sich anschickt, auch in dieser Runde wieder ein gewichtiges Wörtchen mitzureden im Kampf um die Spitzenpositionen. Ähnliches haben auch die Frankonen im Sinn. Deshalb war der Auswärtssieg in Unterspiesheim (2:0) vor Wochenfrist - nach zwei Niederlagen ohne eigenen Torerfolg - ungemein wertvoll für Moral und Selbstbewusstsein. Wie auch Spielertrainer Victor Kleinhenz findet: "Das war ein ganz, ganz wichtiger Dreier. Wir hatten nach unserer 1:0-Führung zwar auch ein bisschen Glück, als der Gegner zwei, drei gute Gelegenheiten ungenutzt ließ, doch insgesamt war der Sieg verdient."

Kämpferische Truppe

Gegen Oberschwarzach hofft der FC-Coach auf eine Fortführung des Erfolges, wohl wissend, dass ein starker Gegner ins Thulbatal kommt: "Sie haben eine gute Truppe, die kämpfen, aber eben auch gut Fußball spielen kann. Mit Simon Müller und Philipp Mend spielen starke Akteure in vorderster Front und Alexander Greß organisiert die Oberschwarzacher Defensive sehr gut und ist zudem bei Standards brandgefährlich. Und genau diese Stärken der Schlüsselspieler heißt es aus dem Spiel zu nehmen." Auch die Steigerwälder konnten nach zwei Niederlagen durch ein 3:0 gegen die DJK Dampfach zuletzt wieder dreifach punkten. Mit vier Toren bester Schütze des Tabellenvierten ist überraschenderweise nicht Spielertrainer Simon Müller, sondern Neuzugang Sven Friedrich, der aus Wiesentheid kam. Bei den Frankonen kehren Manuel Hänelt, Cedric Werner und Fabian Düsterwald in den Kader zurück. Dafür fehlt Fabio Reuß berufsbedingt.

SV Riedenberg - TSV Gochsheim (Sonntag, 15 Uhr) Klein beigeben musste der SV Riedenberg (9./12) in seinem Gastspiel beim FC 06 Bad Kissingen. 2:4 hieß es am Ende aus Sicht der Truppe von Thorsten Seufert, dem die Verletzungen von Patrick Barthelmes und Thomas Vorndran allerdings mehr Kopfzerbrechen bereiten dürften, als die verlorenen Punkte. Jetzt kommt der TSV Gochsheim (5./14). Und der scheint nach einem Stotter-Auftakt wiedererstarkt. Zumindest gewann die Truppe des Trainerduos Dominik Ruh und Stefan Riegler seine letzten beiden Partien in Thulba (3:0) und gegen Altbessingen (3:1) und kletterte auf Rang fünf in der Tabelle.

Trotz zusätzlicher verletzter Akteure sieht Riedenbergs Coach Seufert keinen Grund, Trübsal zu blasen. Er nimmt die Situation sportlich: "Wir haben einen großen Kader, der, wie sich zeigt, auch notwendig ist. Wir werden am Sonntag eine Mannschaft stellen, die in der Lage sein wird, Gochsheim Paroli zu bieten. Allerdings liegt die Favoritenrolle beim Gegner." Gochsheim sei ein Spitzenteam, das sich mit den zwei Siegen gefangen zu haben scheine. Die Aufgabe werde schwer; aber Riedenberg sei nicht chancenlos. In den Kader zurückkehren wird der zuletzt urlaubende Kilian Markert.

Dettelbach und OT - FC Bad Kissingen (Sonntag, 16 Uhr) Mit breiter Brust fährt der FC 06 Bad Kissingen (7./10) zu seiner Auswärtspartie bei Aufsteiger Dettelbach und Ortsteile (14./6). Denn die 06er landeten zuvor einen überzeugenden 4:2-Sieg über den gewöhnlich defensivstarken SV Riedenberg. "Wir hatten uns gut vorbereitet, das Trainerteam gab eine entsprechende Marschroute aus, und die hat die Mannschaft diesmal stark umgesetzt. Wir haben aus einer guten Ordnung zielstrebig nach vorne gespielt. Die Einstellung hat von der ersten Minute an gepasst, dann fallen zwangsläufig irgendwann Tore. Es hat mich gefreut, dass wir gegen einen Gegner der erst sechs Gegentore kassiert hatte, viermal getroffen haben", freute sich FC-Coach Mario Wirth und hat für die Partie in Dettelbach entsprechende Ziele: "Wir wollen punkten, möglichst dreifach. Aber der Gegner wird wieder eine harte Nuss, die man erst knacken muss. Sie stehen derzeit auf einen Abstiegsrang und werden alles reinwerfen, um da unten wegzukommen. Wir wollen hingegen den Schwung mitnehmen und erfolgreich spielen."

Spielen, kämpfen , Glück haben

Dettelbach und Ortsteile mit dem Ex-FT-Schweinfurt-Coach Thomas Freund scheint in einer kleinen Spielkrise, denn nach vier Partien ohne Niederlage ging man in den letzten vier Matches sämtlich leer aus. Jüngst war man beim 0:5 in Forst chancenlos. "Sie werden wie die meisten Aufsteiger aus einer dicht stehenden Abwehrreihe versuchen, zum Erfolg zu kommen. Es wird die Frage sein, ob wir es wieder schaffen, uns konsequent Chancen herauszuarbeiten. Wir müssen sie bespielen, bespielen und dazu Zweikämpfe gewinnen. Man braucht auch mal das Glück, dass gleich einer reinrutscht", erwartet Wirth ein Geduldsspiel. Nicht im Kader steht USA-Urlauber Andrei Puscas; dafür steht Philip Greubel wieder bereit.