FC 06 Bad Kissingen - TSV Bergrheinfeld 1:2 (0:2). Tore: 0:1, 0:2 Sebastian Werner (10., 42.), 1:2 Ruslan Zhyvka (50.).
Drei Tage vor dem Pokalspiel gegen die Würzburger Kickers, "sicher ein Highlight für die Spieler und den Verein", so FC-Coach Mario Wirth, galt es erst einmal die zweite Heimniederlage der Saison zu verdauen. "Diese tut natürlich doppelt weh. Zum einen haben wir an den bisher punktlosen Gast geradezu drei Punkte verschenkt, zum anderen ist das natürlich auch nicht gut für unser Selbstvertrauen", so Wirth weiter. Auf dessen Schützlinge warten zudem strapaziöse Wochen, nach dem Pokalmatch geht es bereits am Freitagabend zum SV Rödelmaier. "Insgesamt hat die Liga natürlich für uns Vorrang, auf das Pokalspiel, in das wir als klarer Außenseiter gehen, werden wir in sportlicher Hinsicht vergleichsweise weniger Wert legen können." Gegen den Aufsteiger aus Bergrheinfeld ließen es die 06-er angesichts der brütenden Hitze etwas ruhiger angehen. Der Gast agierte da noch forsch nach vorne und ging früh in Führung: Ein Eckball der TSVler wurde an den langen Pfosten verlängert, wo der nachsetzende Sebastian Werner die Kugel gerade noch vor der Torauslinie in Besitz brachte und an Florian Rottenberger vorbei aus spitzem Winkel in die Maschen setzte. Alle FC-Akteure hatten hier mit einer Hereingabe statt mit einem Schuss gerechnet. Die Gastgeber verpassten im Gegenzug den sofortigen Ausgleich, als nach einem Kopfball von Fuaad Kheder, der insgesamt zu eigensinnig und ballverliebt agierte, Keeper Benjamin Stöcker sicher zugriff. Die Partie verflachte danach. Den Platzherren unterliefen zu viele Fehler im Spielaufbau, in die Steilpässe auf Andrei Puscas und Vlad Ruja spritzte immer noch ein Verteidiger oder der Keeper lief die unpräzisen Vorlagen locker ab.


Torschuss Richtung Gaststätte

Nach einer halben Stunde rauften sich die Gäste-Fans die Haare, bei einem Konter schlug ein Schlenzer von Markus Friedel vom Innenpfosten in die Arme von Rottenberger zurück. Fünf Minuten später setzte Christian Laus mit einem Chip-Ball in den Rücken der TSV-Deckung den durchgelaufenen Kheder in Szene, der die Kugel überhastet Richtung Gaststätte jagte. Wesentlich abgeklärter agierte auf der Gegenseite Sebastian Werner. Nach einem Missverständnis zweier 06-er, die sich bei der Kopfballabwehr gegenseitig behinderten, kullerte das Leder Richtung FC-Sechzehner, Werner überwand ohne Mühe den Goalie mit einem Schlenzer. Nach der Pause erfolgte das zu erwartende Anrennen der Kurstädter. Nach Flanke von Lukas Müller stand Ruslan Zhyvka einschussbereit, doch wurde diesem der Ball quasi vom Fuß genommen, weil sich Kheder im Kopfballspiel versuchte. Beim nächsten Angriff schafften die Platzherren dann doch den Anschlusstreffer, als Zhyvka nach Laus-Flanke per Kopf traf. Ab diesem Zeitpunkt rannten die Wirth-Schützlinge an, brachten ihren Coach aber zur Verzweiflung, weil sie zu kompliziert spielten, den freien Mann übersahen oder den TSVlern durch Stockfehler Konterchancen ermöglichten. Diese spielten die Gäste aber unsauber zu Ende. Deren Sieg geriet in der Nachspielzeit noch einmal in Gefahr, als Zhyka nach Puscas-Ecke den Ball per Flugkopfball knapp am Tor vorbeisetzte. "Wir bringen einfach keine konstanten Leistungen, wir machen uns durch Eigenfehler das Leben selbst schwer", so der FC-Coach ernüchtert.
BadKissingen: Rottenberger - Müller, Heimerl, Heilmann, Götz (69. Beßler) - L. Hüfner, Laus, Zhyvka - Puscas, Kheder, Ruja (76. M. Hüfner).

SV Riedenberg - FSG Wiesentheid 0:0.

Dieses Spiel hatte unterstes Bezirksliga-Niveau. Und es dürfte wohl einmalig sein, dass es in der ersten Halbzeit keine einzige torgefährliche Aktion gab. Was daran lag, dass die Gastgeber auf dem knochentrockenen Geläuf Probleme mit der Ballkontrolle und im Spielaufbau hatten, sodass das Angriffstrio Stefan Wich, Kevin Lormehs und Lukas Hergenröther nicht in aussichtsreiche Position gebracht wurde. Die bis zu dieser Partie punktlosen Steigerwälder waren daran interessiert, sich keinen Gegentreffer einzuhandeln, operierten mit langen Schlägen aus der Abwehr heraus, doch ihr routinierter Abwehrchef Christian Enzbrenner fand keinen Abnehmer.


Etwas torgefährlicher

Nach dem Seitenwechsel wurde das Spiel zumindest in Sachen "torgefährliche Aktion" besser. Den Reigen eröffnete Stefan Wich mit einem Schuss aus der Drehung (49.), wenig später ergab sich eine Doppelchance für Hergenröther und Lormehs. Letzterer hatte nach einer Stunde die Führung auf dem Fuß, als er sich das Leder erkämpfte, Keeper Jan Molitor umkurven wollte, ihm dann aber das Spielgerät vom Fuß sprang. Die Dominanz der Heimelf hielt weiter an, doch Hochkaräter blieben aus. Die Steigerwälder hätten kurz vor Spielende den Spielverlauf fast noch auf den Kopf gestellt, doch nach einer Freistoßflanke von Enzbrenner scheiterte Alexander Ruppert an einem Reflex von SV-Keeper Florian Dorn. "Wir wollten das Spiel natürlich gewinnen", so SV-Trainer Thorsten Seufert, "kämpferisch ist das alles okay, aber nach vorne tun wir uns weiter schwer, es fehlt da die Präzision".
Riedenberg: Fl. Dorn - Konopka (46. Ch. Dorn), Schaab, Vorndran, Spahn - F. Carton (46. Keßler), Ph,. Dorn, Schäfer (54. Fröhlich) - Hergenröther, Lormehs, Wich.

TSV Forst - FC Thulba 0:1 (0:0). Tor: 0:1 Sebastian Gah (51.).
Die Frankonen setzten ihre Siegesserie auch bei den starken Haßberglern fort - was beim Blick auf die Aufstellung recht erstaunlich ist. Coach Victor Kleinhenz, der zusammen mit Joachim Muth die Doppelsechs gab, musste auf die Mittelfeldstrategen Florian Heim, Marcus Hein und Julian Wüscher verzichten, zudem fehlten Fabian Düsterwald, Fabio Reuß und der langzeitverletzte Tobias Huppmann. Doch dies beeindruckte die Gelb-Schwarzen wenig. "Wir haben sehr diszipliniert verteidigt und dem Gegner, der zugegebenermaßen mehr Ballbesitz hatte, wenige Chancen eingeräumt", sagte Kleinhenz. Gelegenheiten hielten sich auch bei den Frankonen vor dem Seitenwechsel in Grenzen. Den Führungstreffer hatte Lorenz Heim bei einem Kopfball, Sebastian Gah nach Zusammenspiel mit Lukas Graser und Marco Göritz, der am sehr guten Forster Keeper Julian Schunk scheiterte, auf dem Fuß. Zu Beginn der zweiten Halbzeit in einem insgesamt ausgeglichenem Match gingen die Gäste durch einen Geniestreich von Sebastian Gah in Führung. Nach einer Freistoßflanke von Marco Görlitz wehrte Schunk das Leder zur anderen Torseite ab, wo es Sebastian Gah vor die Füße fiel. "Sebastian setzte den Ball aus unmöglichem Winkel mit einem satten Schuss bei vollem Risiko unter die Latte", informierte Kleinhenz, der danach noch mehr Defensivarbeit leisten musste, weil nun der Forster Coach Florian Hetzel eine offensivere Rolle einnahm. In der Schlussviertelstunde hatten die Hetzel-Schützlinge zwei großartige Möglichkeiten zum Ausgleich, "aber auf unseren in Hochform befindlichen Torhüter Daniel Neder war wie schon zuletzt Verlass", schloss der FC-Coach seinen Bericht ab.
Thulba: Neder - M. Gah Hänelt, Werner, Graser - S. Gah, Kleinhenz, Muth, Görlitz (73. Wolf) - Kaufmann, L. Heim.

TSV Gochsheim - TSV Münnerstadt 2:0 (0:0). Tore: 1:0 Nico Kummer (53.), 2:0 Mario Ketterl (86.). Gelb-Rot: Janos Sommer (73., Gochsheim).
"Insgesamt war dieses Spiel eher ein Sommerkick. An die aufregenden Partien der vergangenen Saison konnten beide Mannschaften nicht anknüpfen", meinte Gochsheims Pressesprecher Wolfgang Menzinger. Die Heimelf verzeichnete vor der Pause bei einem Kopfball von Mario Ketterl (5.) und einem Fallrückzieher von Yannick Sprenger (21.) zwei gute Gelegenheiten zur Führung, tat sich aber gegen die mit zwei Viererketten agierenden Gästen durch zu wenig Spiel über die Flügel schwer. Die Lauertaler ihrerseits kamen nur sporadisch vor das gegnerische Tor, besaßen aber durch Niklas Markart eine Großchance, der Mittelfeldspieler drosch das Leder aber freistehend über den Kasten (10.). Auch nach dem Kabinengang blieben die Gastgeber optisch überlegen. Und legten vor, als nach Flanke von Tino Kummer der Klärungsversuch von Sebastian Köhler gegen Nico Kummer zu spät kam. Mächtig Glück hatten die Schützlinge von Klaus Keller, "der unsere Mannschaft natürlich bestens kennt und seine Spieler taktisch klug eingestellt hatte" (Menzinger), als einer der gefürchteten Freistöße von Daniel Meusel ans Lattenkreuz schlug (57.). Die Gäste starteten nun den einen oder anderen Konter, gerieten aber erst wieder unter größeren Druck, als der Kontrahent dezimiert war. Eine doppelte Meckerei binnen einer Minute ließ sich der Unparteiische Frank Tallner nicht gefallen, zückte die Ampelkarte , woraus der Gast aber kein Kapital schlagen konnte. Die Einheimischen suchten sofort die Flucht nach vorne. "Wir wollten den Ball möglichst weit vom Strafraum fernhalten", erklärte Menzinger, der noch den zweiten Treffer des Meisterschaftsmitfavoriten notieren konnte: Nach einer Hereingabe von Nico Kummer drückte Ketterl die Kugel am Goalie vorbei über die Torlinie. "Wir können es besser, haben noch nicht die Form unseren starken Vorbereitungsspiele, aber auch Münnerstadt wird sich noch zu besseren Auftritten aufschwingen können", vermutete der Informant.
Münnerstadt: Büttner - Müller, Köhler, Weber, Waffler (87. Coldwell) - L. Schmittzeh, Schmitt, Coprak, Markart - Fleischmann, Katzenberger.

Außerdem spielten
Dettelbach und Ortsteile - SV Rödelmaier 2:2 (2:2). Tore: 0:1 Oliver Strak (15., Eigentor), 1:1 Julian Deinlein (17.), 2:1 David Dziemballa (20., Eigentor), 2:2 Sebastian Popp (43.).
DJK Altbessingen - DJK Dampfach 0:1 (0:0). Tor: 0:1 Adrian Sahlender (90.+1).
SV-DJK Oberschwarzach - FSV Krum 2:1 (1:0). Tore: 1:0 Simon Müller (18.), 2:0 Jonas Schmitt (76., Eigentor), 2:1 Fabian Schmitt (88.). Rot: Jonas Vogel (6., Krum).
SV-DJK Unterspiesheim - FT Schweinfurt 0:7 (0:1). Tore: 0:1, 0:2 Yannik Saal (45., 53.), 0:3 Dominik Popp (55.), 0:4 Niklas Saal (70.), 0:5 Dominik Popp (85.), 0:6 Ercan Öztürk (89.), 0:7 Dominik Popp (90.).