SC Riessersee - Kissinger Wölfe 4:2 (3:0, 1:0, 0:2).

Ein Erlebnis, ja gewiss. Aber irgendwie auch ein zweifelhaftes Vergnügen. Ergebnistechnisch hatten sich die Kissinger Wölfe überaus achtbar geschlagen gegen den Top-Favoriten der Aufstiegsrunde. Der stand in der vergangenen Saison schließlich noch im DEL2-Finale, wurde aber aufgrund einer Insolvenz in die Oberliga zwangsversetzt und muss als weitere sportliche Strafe nun um den Klassenerhalt spielen, obwohl die Werdenfelser die reguläre Runde als Tabellenvierter abgeschlossen hatten. Sportliche Top-Qualität stand da also dem Bayernliga-Aufsteiger aus Unterfranken gegenüber im riesigen Olympia-Eissportzentrum von Garmisch-Partenkirchen, das mit knapp 900 Zuschauern nur spärlich gefüllt war. Darunter immerhin etwa 30 Fans aus der Kurstadt, die die weite Reise tief in den Süden des Freistaats angetreten hatten. Und die einen Blitzstart des Gegners zu sehen bekamen mit schnellen Treffern von Martin Naenfeldt, Silvan Heiß und Anton Radu.

Es war der erwartete Klassenunterschied, von dem später auch Wölfe-Vorsitzender Michael Rosin sprechen sollte. Keine Überraschung, zumal die Gäste neben den verletzten Jona Schneider und Adrian Persch auch auf Igor Filobok (Beruf) sowie Kevin Marquardt verzichten mussten, bei dem verspätet eine Kahnbein-Fraktur festgestellt wurde, die das Saisonaus bedeuten könnte. Elf Feldspieler konnten die Saalestädter nur noch aufbieten. Die SC-Cracks dominierten auch das Mitteldrittel und stellten durch Moritz Miguez problemlos auf 4:0. Wölfe-Goalie Benni Dirksen verhinderte einen höheren Rückstand und blieb im letzten Drittel sogar ohne Gegentreffer, während Anton Seewald und Anton Zimmer mit einem Doppelschlag für die erfreuliche Ergebniskorrektur sorgten nach den Assists von Eugen Nold und Spielertrainer Mikhail Nemirovsky.

Es waren nach fünf torlosen Dritteln - nach der 0:6-Niederlage beim EHC Klostersee - zwei Tage vor dem Heimspiel gegen den EV Füssen die erhofften Erfolgserlebnisse in einem bemerkenswert fairen Spiel mit nur vier Strafminuten gegen die Wölfe. Spieler von George Kink saßen kein einziges Mal auf dem Sünderbänkchen, auch das ist ein Zeichen von Qualität.