Hammelburg Volleys - FT 1844 Freiburg (Samstag, 20 Uhr)

Es ist kein Derby. Und auch, was gemeinsame Karrieren von Spielern und Trainern angeht, verbindet die beiden Zweitligavereine TV/DJK Hammelburg und FT 1844 Freiburg kaum etwas. Trotzdem steigt Samstagabend in der Saaletalhalle ein besonderes Spiel. Wegen der Vorkommnisse vergangene Saison an gleicher Stelle. Doch diesmal soll alles anders werden.

Eigentlich waren die Freiburger ja schon weg vom Fenster. Sportlich in der Saison 2019/20 abgestiegen, beantragte der Verein eine "Wild Card". Dem gab deie Volleyball Bundesliga (VBL) Mitte Mai statt. Geschäftsführer Klaus-Peter Jung damals zur Begründung: "Wir sehen in Freiburg einen wertvollen Standort, der die Entwicklung der 2. Volleyball Bundesliga Süd der Männer in Zukunft positiv mitgestalten kann." Vor allem das "stimmige Gesamtkonzept" habe den Ausschlag dafür gegeben, dass die Freiburger in der Liga bleiben durften.

Schlechte Erinnerungen

Diesen Ligaverbleib dürften einige in der Liga, und auch in Hammelburg, nicht gerne gesehen haben. Hatte es doch beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Vereine am 16. Februar in einem nervösen Spiel einige provokative Aktionen gegeben. "Dieses Spiel lief zwar etwas aus dem Ruder; allerdings ist das Thema für uns schon lange erledigt. Beide Vereine haben dazu viele Gespräche geführt, sodass wir uns auf ein faires und sportliches Duell freuen", bemüht sich Volleys-Pressesprecher Oliver Wendt heute, gar nicht erst böses Blut aufkommen zu lassen. Er berichtet von Gesprächen zwischen Hammelburgs Matthias Benner und Freiburgs Teammanager Florian Schneider. "Alle Beteiligten schauen nach vorn."

Das tut auch der neue Hammelburger Trainer Cornel Closca. "Das, was war, muss man vergessen. Sportlich haben wir überhaupt kein Problem." Bis auf wenige Akteure seien die Mannschaften ganz andere. Womit er Recht hat.

Über den Hammelburger Umbruch und die Abgänge von Lukas Spachmann, Felix Bendikowski, Henning Schulte und Trainer Karl Kaden wurde schon viel berichtet. Aber auch die Freiburger haben einen Umbruch durchstehen müssen. Die Breisgauer haben sich mit dem Australier Caleb Watson, Zuspieler Rupert Scott aus England und Libero Jonathan Schönhagen vom SV Schwaig verstärkt. sie sollen das erfahrene Gegengewicht zu der jungen Riege um den 2,08 Meter großen Mittelblocker Paul Botho, Giovanni Böwer und Luc Hartmann bilden.

Tabellenstand soll nicht täuschen

Während die Hammelburg Volleys mit sechs Siegen aus sechs Ligaspielen, darunter die mit einem 3:2 beendete Aufholjagd in Unterhaching, glänzen, hängen die neuformierten Freiburger im Tabellenkeller fest. Vier Punkte haben sie in ihren sieben Partien erst gesammelt.

Doch Volleys-Trainer Closca möchte den Gegner nicht unterschätzen. Auch weil er sich den vergangenen drei Freiburger Spiele und ein Vorbereitungsmatch auf Video angesehen hat. "Ich hatte sie nicht als Vorletzte erwartet. Das ist eine gute Truppe; aber sie sind noch nicht so gut eingespielt." Im Vergleich zur vergangenen Saison in Hammelburg, als Closca noch als Hammelburger Cotrainer am Spielfeldrand saß, spielten die TF 1844 schnelleres Volleyball. "Da müssen wir aufpassen."

Der Rumäne sieht aber auch für sein Team zwei bedeutende Vorteile. Da wäre die Rückkehr zweier Spieler: Luca Dierks hat seine Zehverletzung überstanden, von Arzt und Physio das Okay für einen Einsatz bekommen. Doch Closca will nicht das Risiko eingehen, den 20-Jährigen zu früh zu bringen. Bei Ben Stoverink stellte sich die Verletzung als Oberschenkelverhärtung heraus. Auch er ist wieder fit.

"Wir sind super eingespielt. Aber wir müssen aufpassen, dass wir wach bleiben", sagt Closca, der froh ist, diese beiden Spieler wieder zur Verfügung zu haben und variieren zu können.

Als zweiten Trumpf nennt der Trainer dann doch einen emotionalen: die Zuschauer auf der Tribüne. "Sie bringen uns nach vorne." Was dieser Faktor bedeuten kann, merkten die Volleys, als er fehlte. Das Auswärtsspiel in Unterhaching sahen nur rund 40 Zuschauer, einige davon aus Hammelburg.

Er habe seine Mannschaft zwar taktisch, aber nicht emotional auf Freiburg besonders vorbereitet, behauptet Closca. Das Spiel wird zeigen, ob das richtig war.