Spiele, Spiele, Spiele. Unbespielbare Plätze zu Beginn der Rückrunde und ein früh angesetztes Saisonende sorgen für einen Kick-Marathon, unter dem viele Amateurvereine regelrecht leiden aufgrund der hohen Belastung. Wie beispielsweise Kreisklassist FC Rottershausen. Wir sprachen mit Abteilungsleiter Jörg Wetterich über die aktuelle Situation.

Wie konkret stellt sich die Belastung beim FC Rottershausen dar?
Jörg Wetterich: Die Belastung für uns war sehr hoch. Nachdem wir im April mit der 1. und 2. Mannschaft jeweils neun Spiele hatten, mussten auch unsere Familien sehr stark darunter leiden. Ich zum Beispiel war jeden zweiten Tag auf einem Sportplatz, mal mit der 1., mal mit der 2. Mannschaft.

Wie gehen Mannschaft/Trainerstab damit um? Wird noch trainiert oder nur regeneriert?
Wir versuchen das Beste aus der Situation zu machen. Ein Trainingsbetrieb im April war eigentlich nicht möglich. Wir haben genau drei Trainingseinheiten in diesem Monat durchgeführt. Diese waren aber auch nur Regenerationseinheiten.

Gibt es Verletzungen, die Ihr auf Überbeanspruchung zurückführt?
Ja! Leider haben wir aus dieser Vielzahl von Spielen vier Verletzte kassiert, bei denen die Verletzungen alle auf Überbeanspruchung zurückzuführen sind. Ich finde, dass auf die Gesundheit der Amateursportler nicht geachtet wird. Jede Profimannschaft beschwert sich, wenn sie nur zwei Tage Pause hat. Und wir Amateure, die ja auch noch nebenbei einem Beruf nachgehen, sollen das leisten? Wie soll das realistisch gehen?

Wie schwer ist es, die Lust auf Fußball aufrechtzuerhalten?
Die Lust auf Fußball ist schon noch bei jedem einzelnen im Kader da. Allerdings war bei den wenigen Trainingseinheiten den Spielern im Gesicht abzulesen, dass die Lust erst einmal nicht so groß war. Aber durch die gute Stimmung und den Zusammenhalt in der Mannschaft kam die Lust wieder zurück.

Findet derzeit eine Art Wettbewerbsverzerrung statt?
Meiner Meinung nach schon, da sich durch die Überbelastung einige Spieler verletzt haben. Nachdem wir im April ein Drittel der Saison gespielt haben, fehlt man halt gleich fünf, sechs Spiele, wenn man eine Verletzung hat, die zwei Wochen dauert. Natürlich haben jene Mannschaften, die nicht so viele Nachholspiele haben, einen großen Vorteil, da deren Belastung in diesen Wochen geringer war und man einen Trainingsbetrieb hatte und nicht von einem Spiel zum nächsten gehetzt wurde.

Was hört Ihr aus anderen Vereinen? Vielleicht auch von Verbandsseite?
Es gibt natürlich noch einige Vereine im Kreis Rhön, die die gleiche Anzahl von Spielen im April absolvieren mussten. Die Meinung der anderen Vereine weicht nicht großartig von meiner ab. Mit dem Verband haben wir zu diesem Thema noch keinen Kontakt aufgenommen.

Was wäre Dein Vorschlag, um eine solch extreme Belastung zu vermeiden?
Der Rahmenterminkalender sollte flexibler gestaltet werden, damit man auf so einen Winter reagieren kann. Ich glaube nicht, dass ein Verein ohne Grund ein Spiel absagt. Es würde doch keinen stören, wenn wir dieses Jahr beispielsweise bis zum 3. Juli gespielt hätten, dann hätte man den April deutlich entzerren können.