Diese Tagung des Fußballkreises Rhön in der Sporthalle des TSV Oberthulba könnte man fast als historisch bezeichnen. Von den tagungserfahrenen Vereinsvertretern wie Marco Kutzer (Post SV Bad Kissingen) oder Günther Schneider (DJK Schondra) konnte sich keiner erinnern, dass eine solches Treffen vor Saisonbeginn schon einmal so ruhig und zügig verlaufen wäre. Das lag sicher auch an der souveränen Versammlungsleitung von Kreisspielleiter André Nagelsmann, der nur einen kurzen Rückblick auf die abgelaufene Saison gab. Der Bericht war schon deshalb kurz, "weil es im Spielbetrieb keine größeren Probleme gab". Selbst die gewöhnlich stressige Pokalrunde - in früheren Jahren jagte eine Verlegung die andere - lief reibungslos ab. Der Pokalsieger TSV Rannungen qualifizierte sich für die erste Bezirksrunde.

Im Großen und Ganzen zufrieden war Spielgruppenleiter Peter Schmitt, der aber von drei bedauerlichen Rückzügen im Laufe der Runde berichtete, schwerwiegend war ein Spielabbruch, "was gar nicht geht". Er appellierte in diesem Zusammenhang an die Vereinsvertreter, die Gewaltprävention nicht außer Acht zu lassen.

Kreisvorsitzender Rainer Lochmüller kündigte für den 26. Oktober einen "Runden Tisch" in Oerlenbach (Thema: Finanzen) an. Für den Kreistag, der am 13. Januar 2018 in der Oskar-Herbig-Halle in Mellrichstadt stattfindet, sollen die Vereine rechtzeitig ihre Anträge einreichen. Aus gesundheitlichen Gründen habe der bisherige Bezirks-Juniorenleiter Uwe Röhn sein Amt niedergelegt, sein Nachfolger heißt Wolfgang Hellert, der als Schiedsrichter auf den Rhöner Fußballplätzen bekannt ist.


Fortbildung wird wiederholt

Gesundheitlich angeschlagen, aber keineswegs amtsmüde ist derzeit der Kreis-Schiedsrichterobmann Harald Schreiber, weswegen sein Stellvertreter und Obmann der Schiedsrichtergruppe Bad Kissingen, Alexander Arnold, den Bericht der Schiedsrichter abgab. Dieser machte zunächst Ausführungen zu den Neulingslehrgängen im Frühjahr, wo die Teilnehmerzahl in beiden Gruppen erfreulich war. In der Gruppe Bad Kissingen seien acht Nachwuchskräfte sowie elf Trainer, die die C-Lizenz erworben haben, ausgebildet worden. "Dass von den Trainern drei Interesse zeigen, der Gruppe beizutreten, ist nicht nur erfreulich, sondern animiert uns zur Wiederholung der Fortbildung", so Arnold. Auch die Schiedsrichterausbildung am Gymnasium in Münnerstadt, die mit Genehmigung des Kultusministeriums im Rahmen des Sportunterrichts durch den Sportlehrer und früheren Lehrwart der Gruppe Bad Neustadt, Daniel Karch, durchgeführt wird, sei sehr gut angenommen worden.

Erfreulich sei die gewachsene Zahl der qualifizierten Schiedsrichter. Sebastian Wieber (Ramsthal) und Alexander Arnold (Waldberg) pfeifen weiter in der Bayernliga. In der Bezirksliga pfeifen aus der Gruppe Bad Kissingen Konstantin Schaab, Tobias Fritz und Marco Föller. Aus dem Pool der Bezirksliga-Schiedsrichter ist Peter Schmitt aus Altersgründen ausgeschieden.

Arnold trug die Bitte vor, dass die Vereine den PC für die Erstellung des elektronischen Spielberichts nicht im Vereinslokal, sondern in einem angeschlossenen Raum aufstellen möchten. Am besten in der Schiedsrichterkabine, denn da sei der Schiedsrichter, der nach Spielende unter Zeitdruck stehe, ungestörter.

Wie üblich gibt es auch in der kommenden Saison einige Regeländerungen, die aber so ungewöhnliche Fälle (Mannschaftsbetreuer betritt während des Spieles den Rasen und schießt Ball weg) betreffen, dass sie in der Rhön kaum zum Tragen kommen werden.


Fehlende Spielberechtigungen

Hoffnungsvoll stimmte auch der Bericht des Kreissportgerichtsvorsitzenden Rudolf Ressel, denn die Zahl der Sportgerichtsfälle sank von 319 auf 237. Die der Spielersperren reduzierte sich von 165 auf 107, allerdings erhöhten sich die Geldstrafen und "unnötigen Gebühren" von 11 975 Euro auf 12 375 Euro im Vergleich zur Vorsaison. Diese Steigerung war wiederum etlichen am Spieltag fehlenden Spielberechtigungen geschuldet. Bei der nachträglichen und zulässigen Vorlage innerhalb von drei Tagen beim zuständigen Sportgericht fallen immer noch Kosten in Höhe von 20 Euro an. Bei Verspätung wird eine Geldstrafe in Höhe von 150 Euro fällig, zusätzlich droht ein Punktabzug.

Kreisehrenamtsbeauftragter Klaus Eisenmann lobte das Interesse der Vereine an der Installierung von Vereinsehrenamtsbeauftragten, kündigte weitere Fortbildungsveranstaltungen sowie den Ehrenabend, der im Oktober in Oerlenbach stattfinden wird, an. Es sei erstmals von Verbandsseite ein Ehrenamtspreis für engagierte U30-Personen ausgelobt worden, Vorschläge der Vereine bitte direkt an Klaus Eisenmann. Aufgrund von Rückzügen und zur Verbesserung der Situation von ersten Mannschaften wurde die Zahl der B-Klassen von fünf auf vier reduziert. Die Ligen mit einem 16-Schlüssel (Kreisliga, die beiden Kreisklassen) starten am Wochenende des 4. und 5. August in die Saison, die mit 14-Schlüssel zwei Wochen später. Das Eröffnungsspiel in der Kreisliga findet am Freitag, 3. August, statt. Dabei empfängt der SC Diebach den TSV Nordheim/Rhön.

Bezüglich der Aufstiegsregelung sowie der Aufstiegsrelegation gibt es keine Veränderung. Der Abstieg sieht Folgendes vor: Aus der Kreisliga steigen zwei Vereine direkt ab, zwei gehen in die Relegation. In den beiden Kreisklassen steigen drei direkt ab, der Tabellenzwölfte geht in die Relegation. In den A-Klassen 1 und 2 steigen drei Teams, in der A-Klasse 3 sogar vier Teams direkt ab, eine Abstiegsrelegation in der A-Klasse gibt es nicht. Der letzte Spieltag im Jahr 2017 ist am letzten November-Wochenende angesetzt, erster Spieltag im Jahr 2018 ist das erste März-Wochenende. Die Saison endet am letzten Pfingstwochenende. Zur Vermeidung früherer Zwistigkeiten über den Spieltag und die Anstoßzeit ließ Nagelsmann die Vereinsvertreter abstimmen. Im Gegensatz zu den Vereinen, die am Abend zuvor in Wegfurt mehrheitlich für einen Spieltag am Freitagabend vor Pfingsten plädierten, sprach man sich in Oberthulba für den Pfingstsonntag aus. Die endgültige Entscheidung ist nicht gefallen, nicht gespielt wird jedenfalls am Pfingstmontag.


64 Teams beim Toto-Pokal

Bezüglich des Toto-Pokals dankte Nagelsmann den Klubs, dass genau 64 Teams gemeldet wurden. "Die Zahl ist ideal, da erspart man mir viel Arbeit, weil Vorqualifikationen und die Freilos-Geschichte wegfallen." Die erste und zweite Runde, jeweils in Turnierform, findet am 25. und 28. Juli statt. "In der zweiten Runde trifft dann der Sieger von Spiel 1 auf den Sieger des Spiels 2, usw. Die Sieger der ersten Runde wissen dann bereits nach Spielende, auf wen sie drei Tage später treffen." Bezüglich des Livetickers machte der Kreisspielleiter darauf aufmerksam, dass dieser für alle Spiele auf Bezirksebene, also auch bei Frauen und Juniorenteams, verpflichtend ist, ab Kreisebene jedoch freiwillig. Bei Fragen im Zusammenhang mit der EDV hat der Verband einen Bezirks-Online-Beauftragten (BOB) installiert: Jürgen Apel steht für alle Vereine zur Verfügung, die Adresse kann von der Verbands-Homepage eruiert werden.