Heimspiele der Hammelburg Volleys sind Festtage. Und auch an diesem Samstagabend wird die Saaletalhalle brodeln zum Zweitliga-Duell mit den Hachinger AlpenVolleys. Stammgäste gibt es reichlich, aber eben auch Gelegenheits-Zuschauer. Was keineswegs am mangelnden Interesse liegt. Ganz im Gegenteil.

"Na klar wechseln wir uns ab, um ein bisschen was vom Spiel mitzubekommen. Aber pünktlich zur Pause sind wir wieder alle hinter dem Tresen", sagt Claudia Weimer. "Ansonsten kann man aus der Lautstärke ableiten, was da auf dem Feld gerade passiert. Und wer an unserem Verkaufsstand vorbeiläuft, muss berichten, was gerade passiert. Außerdem läuft immer der Liveticker auf dem Handy, sodass wir gut informiert sind, ohne viel mitzubekommen", sagt die Hammelburgerin, die selbst nie Volleyball gespielt hat, über den Ehemann Matthias und die Söhne aber gar nicht anders konnte, als sich für Volleyball zu interessieren. Und damit Heimspiel für Heimspiel in guter Gesellschaft ist. Vorbei sind die Zeiten, als ein paar Leute reichten, um im Tribünenbereich belegte Brötchen und Getränke unters Volk zu bringen. Mit dem Aufstieg der Männer in die 2. Liga bekam der Verpflegungs-Trupp quasi ein neues, weitaus luxuriöseres Zuhause unmittelbar im Eingangsbereich der Halle.

Verstärkung willkommen

Dass die Fans in Sachen Verpflegung nicht darben müssen, ist einem Team von fast 20 Personen zu verdanken, die sich ums Catering bei den Hammelburg Volleys kümmern, darunter einige Springer, die bei kurzfristigen Ausfällen Gewehr bei Fuß stehen. Zum harten organisatorischen Kern gehören neben Claudia Weimer noch Vilma Bindrum, Andrea Herzer und Katja Benner. "Zunächst war es nicht schwierig, Helfer zu finden; das sind alles Volleyballverrückte", sagt Claudia Weimer. Allerdings sind es derzeit hinter dem Verkaufstresen nur vier statt sonst fünf Personen. "Das Ziel war, dass die Helfer pro Halbjahr dreimal zum Einsatz kommen. Aber aktuell sagen viele, dass sie nur ein- oder maximal zweimal helfen können, weshalb gewisse Engpässe entstehen. Wir sind jedem Helfer dankbar für die vielen Jahre der Unterstützung, freuen uns aber auch über Verstärkung."

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel - das gilt auch für die Caterer. Bereits am Montag kümmert sich Claudia Weimer um die Bestellungen beim Metzger, Bäcker und Getränkehandel und klärt ab, welcher Personenkreis sich am Spieltag, also gewöhnlich am Samstag, um die Abholung der Waren kümmert. Bevorzugt werden jene Firmen, die den Gesamtverein im Sponsoring unterstützen.

"Das komplette Helferteam ist zwei Stunden vor Spielbeginn in der Halle. Steht das Derby gegen Eltmann an, sind es sogar drei Stunden. Die Zeit brauchen wir", sagt Claudia Weimer. Die Auswahl kann sich nämlich sehen lassen: Mit Wurst und Käse belegte Brötchen, mit Butter bestrichene Laugenstangen, aber auch Hammelburger Klassiker wie die Flaschen-Tätscher mit Gerupftem, die auch bei den Gästen aus anderen Bundesländern Anklang finden. Dazu im Wechsel Leberkäsweck oder Wiener als warme Mahlzeit. "Es ist nicht selbstverständlich, dass es Leute gibt, die schon vor uns in der Halle sind, um Brötchen zu schmieren und lange nach dem Spiel noch die Getränke wegräumen. Und das alles an einem Samstagabend. Das ist uns eine Riesenhilfe und wir wissen dieses Engagement sehr zu schätzen", sagt Volleys-Spieler Lukas Spachmann.

Die Erfahrungswerte helfen bei den jeweiligen Mengen. "Aufgestockt wird eigentlich nur bei den Spielen gegen Eltmann. Wenn doch mal etwas übrig bleibt, wird das unter den Helfern oder Spielern aufgeteilt. Weggeschmissen wird bei uns jedenfalls nichts", sagt Claudia Weimer. Gegen die Oberbayern garantiert nicht, die mit eigenem Fanblock anreisen. "Hachinger Hammerblock" - das klingt nach ganz viel Appetit.

Der Gegner Die AlpenVolleys Haching II haben mit Jürgen Pfletschinger nicht nur einen neuen Trainer, sondern gleich sieben neue Spieler in ihren Reihen. "Wir wollen die Klasse halten und möglichst viele junge Spieler an den Kader der ersten Mannschaft heranführen", sagt Teammanager Christoph Mayser, Ihr erstes und bislang einziges Spiel haben die Oberbayern gegen Grafing mit 0:3 deutlich verloren, was in Anbetracht der Stärke des amtierenden Meisters Grafing nicht unbedingt ein Gradmesser für das Spiel am Samstag (20 Uhr) ist.

Premiere Auf Wunsch von Hammelburgs Trainer Karl Kaden wird Jochen Hauke erstmals als Co-Trainer auf der Bank mit Platz nehmen. Nicht nur deshalb ein besonders Spiel für den Sportdirektor der Volleys, denn im Hachinger Team steht mit Mittelblocker Roy Friedrich der Trauzeuge.