TV/DJK Hammelburg - Mainz-Gonsenheim (Samstag, 20 Uhr)
"Mit Mainz (7./10) erwarten wir das bisher stärkste Team in der Saaletalhalle", sagt Trainer Karlovic vor dem Duell der beiden Tabellennachbarn mit höchstem Respekt. "Mainz ist ein kompaktes Team, spielt seit Jahren in dieser Formation zusammen, da passen die Abläufe einfach reibungslos", lobt der Hammelburger (6./11) Trainerfuchs das Team in höchsten Tönen. "Zudem verfügen sie mit ihrem Zuspieler Torben Tidick-Wagner über einen vorzüglichen Zuspieler, der die Bälle souverän und taktisch klug verteilt." Mainz hat also etwas vor in der Liga und eine klare sportliche Zielsetzung: Oben mitspielen, mindestens.

Schnell untermauerten die Rheinland-Pfälzer diesen Anspruch, ließen der Ansage konkrete Taten folgen. Mit einem 3:0-Auftaktsieg gegen Meister Eltmann bei der Ligapremiere setzte das Team aus dem Mainzer Stadtteil Gonsenheim ein dickes Ausrufezeichen. Es folgten Siege gegen Delitzsch und Unterhaching, bevor Karlsruhe dem Mainzer Siegeszug ein nur kurzzeitiges Ende setzte.  


Frauenpower an der Seitenlinie

Die Gonsenheimer haben seit drei Jahren die einzige Trainerin in der Liga, die ihre Männer in der vergangenen Saison auf Platz Drei führte. Das Gesicht des Teams ist größtenteils gleich geblieben. Mit dem 19-jährigen Außenangreifer Tobias Brand holte man einen Wunschspieler, den Aline Reinhardt als "großes Talent" bezeichnet. "Wir haben einen breiten, flexiblen Kader und konnten uns zudem mit einigen Talenten verjüngen. Außerdem haben wir einen hohen Teamgeist, harmonieren als Mannschaft." Gegen dieses Bollwerk aus Teamgeist und Können möchten die Hammelburg Volleys die Kombination aus jungen Wilden und routiniert-abgeklärten Akteuren entgegensetzen. Dass man sich aus dem Doppelspiel-Wochenende im Breisgau und am Bodensee etwas mehr als Punkteteilung erhofft hatte, ist kein Geheimnis. Gerne erinnern sich die Karlovic-Schützlinge da an das packende Grafing-Spiel, ein ähnlicher Leistungsturbo soll gegen Mainz gezündet werden. "Die Liga ist so eng, das zeigen alle bisherigen Ergebnisse und auch gegen Mainz gilt wieder: Lässt du ein Prozent nach, gibst du so ein Spiel schnell aus den Händen."


Personell gut gerüstet

"Viel wird bei Hammelburg über die beiden Diagonalspieler Felix Bendikowski und Peter Wolf laufen", tippt der Mainzer Libero Johannes Delinsky. Mit Wolf und Bendikowski verfügen die Saalestädter über die beste Diagonalachse der Liga. Nur einer kann spielen, ein Problem? Für die Spieler weniger als für den Trainer, der jedes Mal wieder die Qual der Wahl hat. Wer also gegen Mainz auflaufen wird, bleibt abzuwarten. Ansonsten grünes Licht, was die Form der Hammelburger Spieler angeht. Mit einer einzigen Ausnahme: "Georg Wolf laboriert noch immer an seinen Knieproblemen. Er hat die letzte Wochen zwar mittrainiert, konnte aber nicht die volle Leistung bringen", berichtet Karlovic, der auf die baldige völlige Genesung seines Außenangreifers hofft.

DJK München - TV/DJK Hammelburg (Samstag, 19 Uhr)
"Klingt vielleicht paradox, aber in einer Situation, in der wir aufgrund der Tabellensituation größten Druck verspüren müssten, haben wir keinen", fasst Trainer Oliver Möller die Stimmung seines Teams vor dem Auswärtsspiel zusammen. Mit der DJK München (1./12) treffen die bisher sieglosen Saaledamen (11./0) auf den derzeitigen Tabellenführer und Absteiger aus der 2. Bundesliga. "Natürlich wird das ein verdammt harter Brocken und wir sind der absolute Underdog, aber ich glaube, wenn wir rotzfrech aufspielen, können wir auch beim Spitzenreiter was holen", gibt sich Möller kämpferisch. Möller selbst wird nicht mit in die bayerische Landeshauptstadt fahren, sodass Co-Trainer Patrick Franke das Taktikzepter schwingt.

Was die derzeitige Tabellensituation betrifft, lässt Möller keinerlei Melancholie aufkommen: "Wenn ich auf das Spiel gegen Planegg-Krailling zurückblicke, kann ich meinen Mädels immer noch keinen Vorwurf machen. Sollte es uns gelingen, an diese Leistung anzuknüpfen, werden wir zumindest nicht reiner Punktelieferant sein." Dass der Gegner alles andere als unverwundbar ist, zeigen auch die bisherigen Ergebnisse. Ein knapper Fünfsatz-Sieg gegen Altdorf, einen Tie-Break-Niederlage gegen Lohhof und zuletzt eine 0:3-Niederlage gegen Chemnitz sind zumindest Indiz dafür, dass München durchaus keine Übermannschaft ist. Ein Teambus wird allerdings ausreichen, denn neben Christine Fell und Christin Heim müssen die Saalestädterinnen seit der vergangenen Partie auch noch auf Mittelblockerin Carina Keilholz verzichten, die aufgrund einer Bänderverletzung für längere Zeit ausfallen wird.