HSC Bad Neustadt - HC Elbflorenz II (Samstag, 19.30 Uhr)

Auf dem Schulberg in Bad Neustadt kommt es an diesem Samstagabend zu einem ungewöhnlichen "tierischen" Duell. In der freien Natur wird es wohl nie zu einem Kampf zwischen Rotmilanen und Tigern kommen. Beim Handball ist dies möglich: Die Rotmilane aus der Saalestadt (16./3:33) gehen mit den "Tigern" aus der Sachsen-Metropole (13./14:22) in den 60-minütigen Nahkampf. "Und den wollen, nein müssen wir, als Gewinner beenden", lautet die klare Ansage von h Frank Ihl.

Der HSC-Trainer spricht von Wochen der Wahrheit. "Jetzt gegen Elbflorenz Dresden II, acht Tage später daheim gegen Groß-Bieberau und dann in Northeim müssen wir sechs Punkte holen. Wenn das gelingt, verbessern sich unsere Chancen im Kampf um den Klassenerhalt schlagartig." Die erste Hürde stellt also der Mitaufsteiger von der Elbe dar, gegen den der HSC in der Hinrunde mit 29:34 verlor. Diese Begegnung hat in mehrfacher Hinsicht Erinnerungswert, nicht nur wegen eines Liga-übergreifenden Minusrekordes. In der riesigen SportArena mit ihrem Fassungsvermögen von 5000 Zuschauern fanden sich 75 Zuschauer ein. Zudem erlebte der HSC eine Achterbahn-Fahrt der Gefühle. Er führte fünf Minuten vor dem Seitenwechsel komfortabel mit 17:12, um bis zum Kabinengang (18:18) einzubrechen und im zweiten Durchgang das Heft völlig aus der Hand zu geben.

Permanente Einbrüche

Die damalige Niederlage war ein Spiegelbild der nachfolgenden Partien. "Wir waren oft lange auf Augenhöhe, aber nicht 60 Minuten lang", so die permanente Erklärung von Frank Ihl und seinem Vorgänger Chrischa Hannawald. Auch die letztwöchige Niederlage in Nußloch kam so zustande. Ein Einbruch zwischen der 25. und 45. Minute mündete in der 16. Saison-Niederlage.

Krisztian Galli fällt weiterhin aus

Das lag aber nicht nur am Ausfall des auch im ersten Heimspiel des Jahres 2020 fehlenden Spielmachers Krisztian Galli, in Dresden mit neun Treffern erfolgreichster Schütze. Auch andere Personalien - Martin Bieger beispielsweise konnte nur kurz zum Einsatz kommen - standen einem Erfolgserlebnis "trotz eines überragenden Max Bauer" (Ihl) im Weg. Personell gesehen hat sich seit dem letzten Spieltag nichts geändert. Galli fehlt weiterhin, der Einsatz von Max Drude (Fußverletzung) scheint indes nicht gefährdet.

Die Gäste basteln derweil fleißig am Klassenerhalt. Nach schwachem Saisonbeginn schwimmen sie derzeit auf einer Erfolgswelle. Sie kommen nach Bad Neustadt mit der Empfehlung eines 32:18-Kantersieges gegen die MSG Groß-Bieberau an. Obwohl ihr Spielmacher und Routinier Eric Meinhardt fehlte - ob er am Schulberg aufläuft, ist noch fraglich - war vor allem die Torgefährlichkeit des Rückraums beeindruckend. Der Halblinke Nico Cornelius (82 Saisontreffer) verbuchte mit acht Toren den Tagesbestwert. Sein Pendant im rechten Rückraum, der Zweitliga-erfahrene Oskar Emmanuel, netzte sechs Mal ein. "Dass der Abstiegskampf möglicherweise gar nicht sportlich entschieden wird, sondern außerhalb der Hallen, darauf können und wollen wir nicht bauen", so Ihl. Er spielt dabei nicht nur auf den angekündigten Rückzug der HSG Dutenhofen-Münchholzhausen II an, sondern auch auf den Insolvenzantrag, den die SG Nußloch GmbH Anfang der Woche eingereicht hat (wir berichteten).