Die Boxer des TSV Bad Kissingen ragten aus unterfränkischer Sicht bei der Frankenmeisterschaft der Amateurboxer in Würzburg heraus. Trainer Edgar Feuchter hatte zwölf Faustkämpfer gemeldet, von denen elf im Ring standen, was Masse bildete. Aber die Saalestädter boten auch Klasse mit vier Titeln durch Florian Säwert, Kai Friedensohn, Elias Leifels und Alyssa Drescher sowie vier Silbermedaillen. "Ich bin sehr zufrieden. Und ich bin stolz darauf, dass wir uns zu einem der stärksten fränkischen Vereine entwickelt haben", bekannte Edgar Feuchter, der am 13. Oktober noch ein eigenes Boxturnier in Bad Kissingen veranstalten will.

Der Trainer lobte Florian Säwert als prima Beispiel für Trainingseifer und Engagement. Denn der Jugendliche hat binnen eines Jahres 23 Kilogramm Körpergewicht abtrainiert und ist mit jetzt 74 Kilogramm topfit. "Er ist sozial veranlagt, gibt ein Trainingsvorbild und organisiert die Whats-App-Gruppe", sagte Edgar Feuchter über Säwert. Er hatte im Halbfinale den Forchheimer Habib Mohammadi bezwungen und sah sich im Finale Erhan Selovan gegenüber. Der Athlet vom vom BSV Obernburg holte sich gegen Säwert eine blutige Nase und kassierte eine Niederlage gegen den Bad Kissinger Titelträger. Der frisch gewordene 18-Jährige wurde zusätzlich mit dem Preis des besten Technikers ausgezeichnet.Auch Kai Friedensohn gestaltete sein Finale im Schwergewicht der Männerklasse B siegreich gegen Ruben Quirin vom BC Eichstätt. Friedensohn schickte seinen Gegner in der zweiten Runde zu Boden und zog sein Ding souverän durch. Friedensohn wird im Oktober auch auf der bayerischen Meisterschaft starten.

Einen klaren Punktsieg zum Titel landete Elias Leifels im Papiergewicht der Schüler im vereinsinternen Duell mit Daniel Wölk. Bei den weiblichen Kadetten trafen mit Alyssa Drescher und Sarya Anar ebenfalls zwei Bad Kissingerinnen aufeinander, wobei sich Drescher nach der vorzeitigen Aufgabe ihrer Gegnerin durchsetzte. Mit Silbermedaillen nach Final-Niederlagen duften sich die weiteren Bad Kissinger Jascha Wall, Marie Keller, Daniel Wölk, Sarya Anar und Max Neb trösten.
Mohammad Shadab hatte nicht seinen besten Tag. Der Kurstädter boxte technisch perfekt und auf hohem Tempo, jedoch hatte Johannes Brunner aus Nürnberg immer wieder eine Hand mehr im Ziel, sodass für den TSV-Boxer in der Vorrunde Schluss war. Ähnlich erging es Erik Braun, der nach einem Gesichtstreffer mit stark blutender Nase von Edgar Feuchter aus dem Ring genommen wurde. Zu den Pechvögeln aus Bad Kissinger Sicht gehörte auch Louis Krassa, für den im Jugend- Schwergewicht kein Gegner zu finden war.


"Vernünftige Qualität"

Heiner Pauckner, Landessportwart des Bayerischen Amateurboxverbandes (BABV), zeigte sich angetan von der Zahl von 94 gemeldeten Boxer für die Frankenmeisterschaft, was insgesamt 39 Kämpfe an zwei Tagen mit 350 Zuschauern ergab. "Und wir sehen da noch eine vernünftige Qualität der Boxer", stellte BABV-Kampfrichterobmann Gert-Ullrich Langer den Kämpfern aus fränkischen Landen ein gutes Gesamturteil aus. Hans Bales sah sich dadurch darin bestätigt, die unterfränkischen Teilnehmer in einem vorherigen Lehrgang zu fördern.