Es wird ein stressiges Wochenende für die Mannschaften der Bezirksliga Ost, denn die meisten Teams müssen binnen 24 Stunden zweimal ran. Personell gesehen taten sich alle Trainer während der Woche mit Aussagen schwer.

Im Blickpunkt steht das samstägliche Spitzenspiel zwischen dem Tabellenführer FC Geesdorf (1./46) und seinem ersten Verfolger, dem FC Thulba (2./36). Die Gastgeber, die den torgefährlichsten Angriff der Liga stellen (56 Treffer), wollen sich mit einem weiteren Dreier Richtung Landesliga schießen. Der 6:0-Erfolg in Strahlungen, bei dem Markus Pfeuffer viermal einnetzte, zeigt, vor welch schwerer Aufgabe die Frankonen stehen. Diese warten immer noch auf den ersten Sieg im Jahr 2018: "Wir haben immerhin gegen die 06er den ersten Punkt geholt und haben dabei nach einem 0:2-Rückstand noch Moral bewiesen", sagte Coach Victor Kleinhenz über das Ergebnis im Derby. Kleinhenz sieht diesmal sein Team, das unverändert auflaufen wird, trotz des 1:0-Sieges im Hinspiel ausnahmsweise in der Außenseiterrolle. "Das könnte uns vielleicht entgegenkommen." Er weiß allerdings auch, dass bei einer Niederlage der Verlust des Relegationsplatzes droht, denn die Verfolger sind gefährlich nahe gerückt.

Da ist an erster Stelle der TSV Münnerstadt (3./34) zu nennen, der mit einem klaren 4:0-Sieg in Unterspiesheim Anschluss zur Kleinhenz-Elf gefunden hat. Kurioserweise treffen die Lauertaler am Wochenende zweimal auf denselben Gegner, nämlich den TSV-DJK Wiesentheid (12./20). Simon Snaschel, der die Liga-Torschützenliste mit 17 Treffern anführt, will die Steigerwälder, die sich überraschend mit Abstiegssorgen herumplagen, am Karsamstag auf heimischem Geläuf mit einem deutlichen Sieg stark beeindrucken. Deshalb wird der Gegner, bei denen Abwehrchef Christian Enzbrenner von einer Reihe junger Akteure umgeben ist, im Heimspiel am Montag vorsichtiger zu Werke gehen. "Mit sechs Punkten könnten wir die Thulbaer überflügeln, aber der Aufstieg ist bei uns immer noch kein Muss", sagte Abteilungsleiter Rainer Schmittzeh.


Wird der TSV der lachende Dritte?

Würden Thulba und Münnerstadt patzen, so könnte der TSV Gochsheim (4./32) der lachende Dritte sein. Diese geben beim TSV Rannungen (13./13) ihre Visitenkarte ab und treffen dabei auf einen Gegner, für den die Zahl 13 wirklich eine Unglückszahl scheint. Die Schützlinge von Klaus Seufert treffen in den vergangenen Wochen einfach das Tor nicht, was umso bitterer ist, weil sie sich genug Chancen herausarbeiteten. Die Trainer aus Krum und Forst zeigten sich zuletzt von der Spielstärke der "Gügger" überrascht, durften sich aber trotzdem über "dreckige Siege" (Krums Trainer Tobias Burger) freuen. Gegen die Gochsheimer treffen die Rannunger allerdings auf einen ausgebufften Gegner: Die Kummer-Brüder sowie die offensivstarken Yannick Sprenger und Daniel Meusel werden der TSV-Deckung alles abverlangen. Zwei Tage später reisen Kaufmann und Co. als Außenseiter zu den heimstarken Oberschwarzachern (8./27), die bei einer Erfolgsserie in den nächsten Wochen - keine Mannschaften hat mehr Nachholspiele zu bestreiten als die Schützlinge des Trainerduos Alexander Greß und Simon Müller - sogar noch in den Kampf um Platz Zwei eingreifen können.

Ein Team, das in diesem Jahr gut in Schuss ist, ist der FC 06 Bad Kissingen (11./22), der ebenfalls auf den FSV Krum und den TSV Forst trifft. Gegen die Krumer haben die Schützlinge von Mario Wirth noch einiges gutzumachen. Beim ersten Aufeinandertreffen bezogen die 06er in den Haßbergen eine deutliche 0:4-Niederlage. Doch seitdem haben sich die Kurstädter, bei denen der gesperrte Anthony Brinkley auf jeden Fall und der angeschlagene Andrei Puscas wahrscheinlich fehlen wird, klar gesteigert. Personell gesehen hat sich der Kader vergrößert. Der Winterneuzugang Fuaad Kheder ist erstmals spielberechtigt, der langzeitverletzte Keeper Florian Rottenberger hat das Training nach überstandenem Bandscheibenvorfall wieder aufgenommen. In Forst scheint es übrigens zu einem Wiedersehen mit einem Ex-06er zu kommen. Adnan Hamzic dürfte sich mit Florian Thurn heftige Zweikämpfe liefern.


Ungeschlagen in diesem Jahr

Unvermutet ins Aufstiegsrennen eingreifen könnte auch noch der SV Riedenberg (5./30). "Das ist für uns kein Saisonziel gewesen", erklärte Coach Marius Kubo, "der Gerade-noch-Klassenerhalt in der letzten Saison war, allerdings ohne eine stressfreie Relegationsrunde, unser Ziel." Dass die Grün-Weißen jetzt so propper platziert sind, überrascht den Coach selbst: "Mit zwei Heimsiegen gegen den TSV Forst (9./24) und den FSV Krum (6./29) wären wir wohl aller Abstiegssorgen ledig", sagte Abteilungsleiter Stefan Dorn. Bei den Gastgebern fehlt weiterhin Marcel Gebhart (Bandscheibenvorfall), ansonsten steht der Kader zur Verfügung, der in diesem Jahr noch ungeschlagen ist und nach zwei Auswärtssiegen das heimische Publikum mit guten Leistungen und Ergebnissen erfreuen will.