FC Bad Brückenau - HSG Volkach 27:26 (11:13).
Es ging nicht gut los beim FCB, für den Simon Dietrich den ersten Ball gleich mal wuchtig an den Pfosten hämmerte. Brückenaus Stamm-Keeper Peter Feuerstein war nach seiner Trainingsverletzung wieder aufs babyblaue Parkett zurückgekehrt und konnte sich über mangelnde Arbeit wahrlich nicht beschweren, denn die Volkacher mit ihren beiden Wurf-Assen Kai Baumann und Sebastian Seitzer fackelten nicht lange. Es entwickelte sich ein hart umkämpfter erster Durchgang. Gegen die bullige, robuste und kompromisslose Volkacher Deckung fanden die flinken Brückenauer gar nicht gut ins Spiel. Als Simon Weiner die rote Karte kassierte (29.), wurde den Brückenauern eine enorm wichtige Waffe im Konterspiel geraubt. Offenbar wollten die Unparteiischen Rainer Graf und Kurt Weschenfelder ein Zeichen setzen in einem von körperlicher Härte dominierten Schlagabtausch. Zuvor hatten die Schiedsrichter deutlich mehr Körperlichkeit durchgehen lassen.


Eine harte Bewährungsprobe

Gerade für die eher zierlichen Dauerläufer Simon Dietrich, Michael Müller, Tom und Nick Schumm wurde das hochemotionale Match eine äußerst harte Bewährungsprobe. Die Volkacher waren auch nach der Pause zunächst nicht gewillt, in den Zweikämpfen von ihrer zupackenden Art auch nur einen Millimeter abzurücken. Doch die Taktik der gelben Gäste änderte sich im Bewusstsein um das Umschwenken der Schiedsrichter in Sachen Härtegrad-Auslegung. Nun sanken die groß gewachsenen Volkacher im Angriff immer wieder laut schreiend zu Boden, was die zunehmend unsicherer wirkenden Schiedsrichter mächtig ins Schwitzen brachte. Insgesamt acht Siebenmeter bekamen die Volkacher zugesprochen, die aber nur vier davon an Peter Feuerstein vorbei brachten. Eine Zwei-Minuten-Strafe gegen Peter Karl in der hektischen Schlussphase (57.) spielte den Gästen wieder in die Karten. Doch mit ihrem ausgeprägten Teamgeist brachten die Sinnstädter den knappen Vorsprung über die letzten Sekunden. Die Volkacher zeigten sich in diesem harten Kampf auf des Messers Schneide als faire, aber sehr enttäuschte Verlierer und verschwanden binnen weniger Sekunden in den Katakomben. Dass das Schiedsrichtergespann mit dem Zeitnehmer in undurchsichtige Auseinandersetzungen über den aktuellen Zeitstand verstrickt war, passte irgendwie ins Bild einer extrem aufregenden, nervenaufreibenden und anstrengenden Partie.
Tore für Bad Brückenau: Simon Dietrich (8/2), Michael Müller (4/1), Ralf Müller (3/1), Simon Weiner (3), Tom Schumm (3), Nick Übelacker (2), Nick Schumm (2), Peter Karl (1), Alexander Bauer (1).

FC Bad Brückenau - TSV Mellrichstadt 20:19 (14:10).
Zwar lag das Team von Sebastian Gensichen nach 15 Minuten knapp zurück (5:6), erspielte sich bis zum Kabinengang aber eine hochverdiente 14:10-Führung. Im zweiten Durchgang konterten die flinken Gäste geschickt, scheiterten allerdings sehr häufig an der Querlatte oder an Bad Brückenaus Torfrau Annalena Löser, die etliche Siebenmeter entschärfte und in der dramatischen Schlussphase ein wichtiger Rückhalt war. Nach 45 Minuten hatten sich die TSVlerinnen auf 16:16 herangekämpft, dann fiel auch noch die Hallen-Technik komplett aus. Umso wichtiger war, dass die routinierte Sabine Bott am Kreis als Fels in der defensiven Brandung agierte und das 17:16 markierte. Die Gäste feuerten in der Folge hektisch aus allen Lagen auf den Kasten von Annalena Löser, visierten aber weiterhin mit unglaublicher Präzision Pfosten, Latte, Keeperin und Fangnetz an. Der Krimi schaukelte sich bis zum 19:19 hoch. Die Brückenauerinnen fingen sich zudem späte Zwei-Minuten-Strafen gegen Sabrina Beck und Stefanie Günther ein. Mit Glück und Geschick angelte FC-Torhüterin Löser Bälle sogar im Liegen von der Linie. 20:19 stand es in den letzten Sekunden durch Melissa Kalmunds Wahnsinnswurf. Das Bad Brückenauer Publikum war außer Rand und Band. Der euphorische Jubel der FC-Frauen kannte mit Erklingen der Schluss-Sirene kein Halten mehr. Die Zuschauer hatte es längst allesamt von ihren Sitzplätzen gerissen. "Das war ein sehr spannendes Spiel in unserem wunderschönen Hexenkessel", resümierte Hallensprecher Dirk Stumpe erleichtert.
Tore für Bad Brückenau: Jennifer Frank (5), Katharina Probeck (4), Lena Übelacker (4), Stefanie Günther (2), Melissa Kalmund (2), Sabine Bott (1), Sophie Gundelach (1), Theresa Löser (1).

DJK Waldbüttelbrunn - TV/DJK Hammelburg 30:20 (14:11).
Nichts zu holen gab es für die Saalestädterinnen beim verlustpunktfreien Tabellenführer. Zumindest in der ersten Halbzeit waren die Gäste gut im Spiel, trotz der doppelten Hinausstellung für Nicole Schröter in den ersten zehn Minuten. "Aber wir haben gut dagegen gehalten, auch dank unserer flinken Jugendspielerinnen Laura Finke und Nicole Simon", so Schröter. Nach dem Wechsel leistete sich das Schlusslicht der Liga allerdings zu viele Ballverluste. "Außerdem waren wir teilweise unkonzentriert und zum Schluss ausgepowert. Aber im Großen und Ganzen haben wir gut gekämpft", fand Nicole Schröter, die nach ihrer dritten Zeitstrafe kurz vor Schluss vorzeitig das Feld räumen musste. Das TV/DJK-Tor hütete diesmal Kerstin Gigler, die zweite Torfrau Katja Körpert half als Feldspielerin aus. js
Tore für Hammelburg: Nicole Schröter (8), Ute Leidner (6/2), Laura Finke (2), Nicole Simon (2), Katrin Simon (1), Katja Körpert (1)