"Fußball satt" bekamen die Fußballfans und insbesondere die, die sich am Kicken der Nachwuchstalente erfreuen, am Wochenende im Münnerstädter Sportzentrum und in der Nüdlinger Schlossberghalle zu sehen. Bei den Qualifikationsturnieren zur Kreismeisterschaft, die in drei Altersgruppen ausgerichtet wurden, bewiesen vor allem die Teams aus dem Landkreis Bad Kissingen, dass sie sich zwischenzeitlich doch mit Futsal angefreundet haben: Die Leistungen waren gegenüber den Vorjahren in dieser Hinsicht doch verbessert.


Favoritenrolle gerecht geworrden

Bei den U13-Junioren erwies sich dabei in der Vorrundengruppe A die SG Obererthal als "Macht": Die Schützlinge von Gerald Betz wurden ihrer Favoritenrolle gerecht, feierten sechs Siege in sechs Spielen und kassierten dabei nur einen Gegentreffer. "Futsal kommt den technisch guten Spielern zugute", so eine Erkenntnis von Obererthals Coach Gerald Betz, "das Spielen mit der Filzkugel erleichtert im Gegensatz zum Lederball doch die Ballbehandlung und erschwert das Schießen aus weiterer Entfernung, was ja in der Halle eher unerwünscht ist." Sein Wunsch wäre, und da schlossen sich einige seiner Kollegen an, dass nicht auf Handball-, sondern auf größere Hallentore zurückgegriffen würde. "Es fallen zum einen zuschauerunfreundlich zu wenig Tore, andererseits versuchen Außenseiter-Teams mit verstärkter Abwehr den Schaden zu begrenzen und ohne Gegentreffer über die Runden zu kommen", so Betz.

Zu diesen Klubs, die aus einer verstärkten Deckung heraus agierten, gehörte die SG Salz. Deren Betreuer Hubert Seubert erklärte dies damit, dass seine Schützlinge so kurz nach Ende der Feldrunde im Prinzip noch kein Hallentraining und schon gar kein Futsal-Training absolviert hatten. "Gerade der ungewohnte Ball bereitet Schwierigkeiten, wir bringen ihn ja kaum über die Mittellinie." Auch sieht er durch die verschärften Regeln in Sachen Körperkontakt den Spielfluss zu oft unterbrochen: "Für den Spielfluss förderlich wäre es auch, wenn zumindest die seitliche Hallenwand bis zu einer bestimmten Höhe als Spielfeld dienen würde." Tatsächlich gab es jede Menge Einwürfe: So mancher Linienrichter, der an der "Wand" stand, wurde aufgrund der Enge in unabsichtliche Zweikämpfe verwickelt. "In unserem ersten Spiel habe ich in der zehnminütigen Spielzeit höchstens vier bis fünf Ballstafetten gesehen", so Seubert.

Ins gleiche Horn stieß der Nüdlinger Betreuer Andre Iff, "der Spaßfaktor könnte bei vereinfachten Regeln größer sein". Dafür verliefen alle Begegnungen am Wochenende recht fair, den Nüdlinger Organisatoren um Andre Iff, der auf einige Helfer der U19-Mannschaft baute, wurde genauso großes Lob gezollt wie den Kollegen vom TSV Münnerstadt mit ihrem Chef Walter Fleischmann. Bei den U13-Junioren sah die Qualifikationsvorgabe vor, dass sich die drei Gruppensieger sowie die zwei besten Gruppenzweiten für die Kreismeisterschaft am 22. Januar in Mellrichstadt qualifizieren.

Opfer dieser Regelung wurde der TSV Wollbach, der sich einen Punktverlust zu viel leistete und die Zweiten TSV Großbardorf und SG Winkels, die das entscheidende Sechs-Meter-Schießen gegen den SV Garitz mit 7:8 verlor, den Vortritt lassen musste. Knapp ging es dabei in der Gruppe B zu, Gruppensieger wurde die JFG Sinntal/Schondratal, das die glücklichen Großbardorfer und die unglücklichen Diebacher auf die nächsten Plätze verwies.


Hervorragende Jugendarbeit

Beim Turnier der U17 bewies die SG Winkels neuerlich, dass der kleine Stadtteilklub über eine hervorragende Juniorenarbeit verfügt. Erstaunlich war, dass die Mannschaft in vier Partien nicht nur 13 Treffer erzielte, sondern auch ohne Gegentor blieb. Mit der SG Stralsbach qualifizierte sich noch ein Team, das im Herrenbereich eher kleinere Brötschen backt, aber ebenso wie die Winkelser in dieser Hinsicht einer besseren Zukunft entgegenblicken darf.

In der Vorrundengruppe B blieben die Wollbacher und Thulbaer dagegen ohne größere Erfolgserlebnisse, die drei Gegner aus dem Rhön-Grabfeld waren einfach treffsicherer. In der Gruppe C waren schließlich die Teams aus dem benachbarten Landkreis unter sich, neben dem Meisterschaftsfavoriten TSV Großbardorf darf auch die SG Brendlorenzen, ein Verein mit vorzüglicher Juniorenarbeit, die aber seit Jahren keine größere Ernte im Herrenbereich einfährt, ins Mellrichstädter Sportzentrum reisen.

Zahlenmäßig am besten besetzt war das Turnier der U19, weswegen hier in vier Vorrundengruppen die Teilnehmer für die Kreismeisterschaft gesucht und gefunden wurden. Dabei setzte sich in der Gruppe A der TSV Großbardorf durch, Coach Andre Betz war über den Erfolg natürlich erfreut, würde sich aber auch so manche Regeländerung "im Sinne der Zuschauerfreundlichkeit" wünschen. Und wohl auch zur Vermeidung von Diskussionen: "Die Sache mit dem Rückpass zum Torhüter sorgt dann doch für manches Erstaunen und Irritationen bei den zum Teil regelunkundigen Akteuren", berichtete Schiedsrichter Marco Föller (Burglauer). "Es gibt halt unter den teilnehmenden Mannschaften große Unterschiede", erkannte nicht nur Diebachs Coach Michael Leiber, "die Teams, denen eine Halle zur Verfügung steht, tun sich natürlich leichter als jene, die bei einem Qualifikationsturnier quasi ins kalte Wasser springen."

Den Sprung ins kalte Wasser überstand in der Gruppe B die SG Oberleichtersbach unbeschadet, die Münnerstädter Jungs kamen dagegen nur zu einem Sieg und werden an der Kreismeisterschaft nicht teilnehmen. Fahren dürfen die Nüdlinger Nachwuchskicker, die nach der Organisation des U13-Turniers in heimischer Halle angereist waren, und sich mit drei Treffern in drei Spielen als Minimalisten erwiesen, während die ebenfalls qualifizierte SG Oberthulba geradezu einen Torfeuerwerk zelebrierte.
"Mit den Turnieren war ich im Organisationsablauf sehr zufrieden", so Kreisjuniorenleiter Rainer Lochmüller, "die sportliche Qualität leidet aber meines Erachtens darunter, dass es zu viele Regeln und zu viele Spielunterbrechungen gibt."