Die Rechnung ist eine einfache: Gewinnt der FC 05 am Samstag (14 Uhr) in Memmingen und spielt entweder Schalding-Heining (gegen Amberg) oder Aschaffenburg (gegen Unterhaching) maximal Unentschieden, sind die Schweinfurter gerettet. Wenn die Auflösung dieser Rechnung nur auch so einfach wäre. Denn obwohl die Mannschaft von Gerd Klaus zuletzt meist gut zurecht kam mit den Allgäuern, warnt der Trainer: "Das ist ein extrem kampfstarker Gegner, der uns keinen Zentimeter Platz schenken wird."

Klar, so wie die Münchner Bayern werden die Memminger nicht daher kommen, so mit ein bisschen Hacke-Spitze-Kurzpass. Zumal der Platz nach Dauerregen am Freitag und schlechter Wetterprognose für Samstag kein Unterrund für Zaubereien sein wird - und die Elf von Christian Braun und Thomas Reinhardt selbst noch nicht hundertprozentig durch ist. "Wir wollen die Sache im letzten Heimspiel klarmachen, gegen Schweinfurt gewinnen. Dann ist alles erledigt", sagt Reinhardt und kann darauf bauen, dass der FCM, anders als zuletzt zweimal der FC 05, gegen direkte Konkurrent seine Pflicht erledigen kann (4:1 gegen Rain). Andererseits steht für die heimstarken Memminger mit vier Siegen aus den elf Partien 2016 jetzt auch keine übermächtige Bilanz zu Buche.

Klaus ist's eh schnuppe. "Wir spielen definitiv auf Sieg", lässt er keinen Zweifel an einer offensiven Marschroute. Auch wenn deren Basis wieder die berühmte Fünferkette - in die Johannes Bechmann nach Gelb-Rot-Sperre zurückkehrt - sein wird. "Sie hat sich bewährt, wir können dieses System gut spielen, nach vorn wie nach hinten", sagt der Coach. Fünferkette heißt in Schweinfurter ja neuerdings Dreierkette in der Vorwärtsbewegung - also sehr viel Flexibilität im Umschaltspiel. Das bedeutet hohen Laufaufwand, doch der FC 05 zeigt sich im Ligaendspurt bisher vor allem konditionell auf der Höhe. Vor dem 3:1 gegen München fehlte es lediglich an der Effizienz.

Das zu ändern ist auch Aufgabe von Tom Jäckel. Der Stürmer zieht noch zweimal (sofern nicht doch noch die Relegation dazu kommt) das grüne Trikot an. Und will sich mit Toren verabschieden nach Erlangen, wo er künftig berufsbedingt fußballerisch einen Gang zurück schalten will. "Ich habe in der Rückrunde noch kein Spiel verloren, in dem ich gespielt habe", gibt sich der 28-Jährige optimistisch für Samstag, denn natürlich steht er wieder in der Startformation. "Ich möchte mich erfolgreich verabschieden. Und ich bin mir sicher, dass ich einen Regionalligisten verlassen werde." In Memmingen werden auf Jäckel vermutlich mehr Sprints und Kopfballduelle zukommen, als Torschüsse. "Die stehen extrem tief, auch zu Hause", sagt Klaus. Lange Flanken auf den bulligen Torjäger und anschließender Gewinn der zweiten Bälle - so könnte das Erfolgsrezept aussehen. Nutznießer soll dann, ähnlich wie am vergangenen Freitag, vor allem Steffen Krautschneider sein.

Der nicht nur wegen seiner beiden Tor den anwesenden Nürnberger Trainer René Weiler beeindruckt hat. Dass der Club-Coach an Krautschneider und Torwart Julian Schneider interessiert sei, verweist Klaus aber ins Fabelreich: "Da ist gar nichts dran. Ich habe mit René über die Jungs und ihre Entwicklung diskutiert, mehr nicht. Beide spielen nächste Saison definitiv in Schweinfurt."

Das nicht tun wird derweil Kickers-Stürmer Christopher Bieber, der die Würzburger Richtung Erfurt verlässt. Klaus: "Wir hätten ihn gerne gehabt, doch ein Drittligist hat halt andere Möglichkeiten als wir." Das könnte auch für Adam Jabiri gelten, der ebenfalls keine Rolle mehr bei den Kickers spielen wird. "Auch ein interessanter Angreifer, der aber wohl andere Vorstellungen hat als Schweinfurt", sieht Klaus das bei einem Funken Hoffnung realistisch. Ohnehin geht's für ihn zunächst um andere Dinge: "Das Wichtigste ist, den Klassenerhalt am letzten Spieltag selbst in der Hand zu haben" - oder eben bereits in der Tasche.