Trung Ngo vom TSV Kissingen wurde in Erding erneut Bayerischer Jugendmeister im Dreisprung der U-18. Sein Klubkollege Dimitij Touev wurde Dritter. Bronze holten sich auch die U-18-Sprinter des TSV Münnerstadt über 4 x 100 Meter und Trung Ngo im Weitsprung. Daneben begeisterten die schnellen Mürschter mit persönlichen Bestleistungen in den Sprintwettbewerben und weiteren vorderen Platzierungen am laufenden Band.
Trung Ngo vom TSV Kissingen war im Dreisprung hoch gehandelt. Der Nationalkaderathlet, der als Titelverteidiger antrat, hielt dem Druck des Favoriten stand. Von Beginn an lief er mit viel Risiko auf die Absprungmarkierung zu. "Da gibt es durchaus hin und wieder mal ungültige Versuche", weiß Trainer Dimitri Antonov, der einen sehr weiten, aber eben auch ungültigen ersten Sprung seines Schützlings sah. Nachdem auch der zweite Sprung übergetreten wurde, war der dritte Durchgang gültig. Großartige 13,69 Meter wurden da gemessen. So weit war der Bad Kissinger bisher noch nie gesprungen. Nach zwei weiteren ungültigen Absprüngen landete der 16-Jährige Gymnasiast nach dem letzten Anlauf bei 13,63 Meter und hatte am Ende 93 Zentimeter Vorsprung auf den Zweitplatzierten. Das war in diesem Jahr nicht sein Teamgefährte Dimitij Touev, sondern Lukas Moser von der LG Stadtwerke München.


Bestleistung klar verfehlt

Der zweite Bad Kissinger Dreispringer tat sich lange Zeit schwer und lag bis zum letzten Versuch noch auf dem undankbaren vierten Rang. Aber im letzten Versuch kitzelte der 16-Jährige aus Hausen alles aus sich heraus und flog auf 12,48 Meter. Damit durfte sich Dimitij Touev über Bronze freuen, auch wenn er seine diesjährige Bestleistung von 13,23 Meter klar verfehlte. Für die Deutschen Jugendmeisterschaften waren die beiden Schützlinge von Dimitri Antonov im Dreisprung ohnehin vorher schon qualifiziert. "Da will ich möglichst über 14 Meter erreichen und um die Medaillen kämpfen", gibt sich Trung Ngo selbstbewusst für die Titelkämpfe, die in einer Woche in Mönchengladbach ausgetragen werden. Nur 30 Minuten nach dem Dreisprungwettbewerb trat Trung Ngo noch im Weitsprung in Erscheinung. Da fehlten ihm lediglich 16 Zentimeter zum Sieg. Mit seinem Sprung auf 6,49 Meter sicherte er sich aber den Bronzerang.


Unglaublich schnell

Für den Bad Kissinger Trainer Dimitri Antonov waren dies nicht die einzigen Medaillen an diesem Wochenende. Er betreut auch Maximilian Entholzner (1. FC Passau), der im Mai bei den Kreismeisterschaften in Bad Kissingen im Weitsprung mit 7,81 Meter einen neuen U-23-Rekord aufstellte. In Erding sprang er 7,46 Meter weit und gewann damit dennoch sicher die Aktivenklasse. "Er kann seine hohe Anlaufgeschwindigkeit nicht immer auch in Weite umsetzten", sagt Dimitri Antonov. Wie unglaublich schnell der Passauer ist, zeigte er im Sprint über 100 Meter. Da erzielte er mit tollen 10,60 Sekunden einen neuen Hausrekord und holte sich im Finale den Sprinttitel.
Auch ohne U-20-Sprinter Nick Przeliorz, der mit der Schule auf Klassenfahrt ist, zeigten sich die Jungs des TSV Münnerstadt von ihrer besten Seite und auf den Punkt in Bestform. Schon am ersten Tag sorgten sie im Sprint der U-18 über 100 Meter für Furore. Bereits im Vorlauf bei nahezu Windstille sprintete Niclas Floth die Gerade in hervorragenden 11,16 Sekunden und unterbot nicht nur seine bisherige Bestzeit um rund zwei Zehntel Sekunden, sondern erfüllte damit erstmals die Qualifikationsnorm (11,30 Sekunden) zur Deutschen Meisterschaft. Auch Timo Reinhart erreichte in 11,51 Sekunden das Halbfinale. Wenig später überraschte Jonathan Laik, der als Zweiter seines Vorlaufes in 11,27 Sekunden ebenfalls für die Deutschen Meisterschaften planen darf.


Richtig locker unterwegs

Niclas Floth, der im Laufe der Saison öfters etwas verkrampft agierte, war ob der Normerfüllung jetzt so richtig locker unterwegs und steigerte sich auf unglaubliche 11,04 Sekunden. Jonathan Laik begleitete seinen Teamgefährten in 11,25 Sekunden ins Finale der schnellsten Acht. Das blieb dem Bayerischen Mehrkampfmeister Timo Reinhart verwehrt. Der Maßbacher rannte in 11,43 Sekunden zwar ebenfalls zu einer neuen persönlichen Bestzeit, verpasste aber das Finale um zwei Plätze. Im Finale sprintete Niclas Floth auf den hervorragenden vierten Rang. In 11,14 Sekunden schaffte es der 16-Jährige aus Nüdlingen an diesem Tag zum dritten Male die Norm für die Nationale Meisterschaften zu unterbieten. Die Meisterschaften in Erding war ohnehin die letzte Gelegenheit für die Jugendlichen das zu schaffen. Jonathan Laik sprintete im Finale in 11,32 Sekunden auf Platz acht.
Vier Sprinter vom TSV Münnerstadt traten am zweiten Tag über 200 Meter an, und alle durften sich am Ende über neue persönliche Bestzeiten freuen. Im Vorlauf lief Timo Reinhart 23,19 Sekunden, Niclas Floth 22,31 Sekunden und Clemens Schmitt 24,01 Sekunden. Zwischenläufe gab es nicht und nur für sechs Läufer aus vier Vorläufen gab es Platz im Finale. Jonathan Laik präsentierte sich auch auf der halben Stadionrunde in exzellenter Verfassung.


Tickets gelöst

Schnell am Start, entspannt durch die Kurve, um noch genug Körner für die lange Zielgerade zu haben. Das war das Rezept des 16-Jährigen aus Albertshausen, der in 22,90 Sekunden erneut das Finale erreichte und auch über 200 Meter (23,00 Sekunden) das Ticket zur Deutschen Meisterschaft löste. Im Endlauf wurde es in 23,11 Sekunden der für ihn tolle fünfte Rang. "Mit so einer Leistungsexplosion der Jungs habe ich nicht unbedingt gerechnet, schon gar nicht bei Jonathan Laik", freute sich Trainer Bernd Neumann umso mehr.

In der Staffel über 4 x 100 Meter war es so nicht verwunderlich, dass Timo Reinhart, Jonathan Laik, Niclas Floth und Clemens Schmitt ebenfalls mit einem neuen Hausrekord gestoppt wurden. In 43,81 Sekunden musste sich das TSV-Quartett nur den überaus starken Teams von der LG Stadtwerke München und der Startgemeinschaft (StG) Untere Isar den Vortritt lassen. Was diese Zeit momentan wert ist, zeigt ein Blick in die Deutsche Jahresbestenliste. Da steht der TSV Münnerstadt auf einem sehr beachtenswerten 10. Rang. Vor ihnen nur namhafte Leichtathletik-Clubs aus den großen Städten der Republik. Stark, was da Trainer Bernd Neumann in den vergangenen Jahren in Münnerstadt bewegt hat.