"Wir wollen uns in der für uns neuen Liga erst einmal zurechtfinden", verkündete vor zwölf Monaten der Ramsthaler Trainer Nico Schell, nachdem die Weindörfler in die Kreisliga Schweinfurt 1 umgruppiert worden waren. Dass dieses Vorhaben über alle Maße gut gelang, ist bekannt. Meister wurden die SV-Kicker nämlich, mit sieben Vorsprung vor der DJK Altbessingen. Und weil sich Geschichte hin und wieder wiederholt, sagt Nico Schell fast dassselbe: "Die Bezirksliga stellt für uns wieder Neuland dar, da müssen wir uns zuerst einmal akklimatisieren."
Dass der angestrebte Klassenerhalt kein einfaches Unterfangen wird, ist nicht nur den stärkeren Gegnern geschuldet, sondern vor allem der bereits jetzt schon misslichen Personalsituation. Mit Timo Kaiser fehlt ein Abwehrspezialist und Strafstoßexperte wohl längerfristig, was auch für Alexander Ullrich gilt. Dessen Platte am gebrochenen Schlüsselbein wurde noch nicht entfernt. Tim Danz hat wegen Knieproblemen kein einziges Vorbereitungsspiel bestritten, für Matthias Mock, einem torgefährlichen Spieler aus dem Offensivbereich, gilt wegen Sprunggelenksproblemen dasselbe. Bezüglich der Rückkehr von Nico Morper, der Anfang der Woche am Sprunggelenk operiert wurde, steht ebenfalls ein dickes Fragezeichen.

Da wäre es nun nicht schlecht gewesen, wenn der Kader durch die Neuzugänge aufgefüllt worden wäre, aber auch da musste ein Rückschlag hingenommen werden. Der aus Schwebenried gekommene Marco Weber laboriert an einer Knieblessur, der vom SV Aura gewechselte Daniel Hagemann ist wegen einer Rotsperre zum Saisonauftakt nicht spielberechtigt. Und dieser Saisonauftakt hat es in sich, die SVler um Routinier Frank Popp haben gleich einmal drei Rhön-Derbys zu bestreiten. Das erste Match führt zum Mitaufsteiger FC Strahlungen, der für die frenetische Unterstützung seiner Fans bekannt ist. Drei Tage später empfangen die Schell-Schützlinge in einer vorverlegten Begegnung mit dem SV Riedenberg nicht nur einen bestens bekannten Kontrahenten, sondern auch ein gewachsenes Team, das in der letzten Saison einen Platz im oberen Tabellendrittel belegte. Den Abschluss der englischen Woche bildet das Gastspiel beim TSV Münnerstadt, "wo nicht nur für uns die Trauben hoch hängen werden", vermutet der Coach.


Die Chemie stimmt

Dass Abteilungsleiter Matthias Hallhuber keinen Abgang vermelden musste, beweist zum einen, "dass sich alle Spieler der letzten Saison die Bezirksliga zutrauen und zum anderen, dass die Chemie in der Mannschaft stimmt". Damit dies auch so bleibt, dafür soll mit Torhüter Frank Popp absoluter Leistungsträger mit Bezirksligaerfahrung sorgen, aber auch die Angriffsreihe darf sich gerne wieder treffsicher präsentieren. Das Trio Sascha Ott (19 Saisontreffer), Enrico Ott (16) und Florian Hahn (10) tauchte in der Torjägerliste der Kreisliga ganz vorne auf, unterstützt von Mannschaftskapitän Björn Morper heißt die Parole "Attacke".

"Unser Ziel neben dem sportlichen Erfolg ist auch die Weiterentwicklung der Spieler. Und wir wollen einen attraktiven Fußball zu bieten", hofft der Trainer, der trotz Verletzungsmisere optimistisch in die Saison geht, "denn wir haben einen breiten Kader, elf gute Spieler bekomme ich sicher zusammen". Über die Qualität der Konkurrenten wollte sich Schell nicht näher auslassen, betont aber, dass der Verzicht auf die Verpflichtung von höherklassigen Spielern aus weiterer Entfernung ganz in seinem und im Sinne des Vereins sei.