Hammelburg - Oshino Volleys Eltmann (Samstag, 19 Uhr)

Vor dem Unterfrankenderby gegen Spitzenreiter und designierten Meister Eltmann könnten die Vorzeichen nicht unterschiedlicher sein: Erster gegen Vorletzter - Aufstiegs- gegen Abstiegskandidat. Diametral liegen die Interessen beider Protagonisten auseinander. Während die Oshino Volleys weiter am "Projekt 1. Bundesliga" basteln, geht es für die Hammelburger Jungs darum, sich mit einer guten Leistung für den baldigen Beginn der Rückrunde zu festigen.

Rückblick: Vieles war anders in der vergangenen Saison. Da gab es zwei Derbys auf Augenhöhe, der Überraschungs-Aufsteiger gegen ein Team, welches sich am Ende mit einer Rekord-Siegesserie den zweiten Tabellenplatz erkämpfte. Dennoch staunte der ehemalige Erstligist nicht schlecht, als dieser von den verrückten Aufsteigern gleich zu Saisonbeginn in eigener Halle besiegt wurde.

Und heuer? Eltmann hat die Erfolgsspur fest abonniert, das Team qualitativ noch einmal deutlich verstärkt, und mit Milan Maric wurde ein echter Trainerfuchs an die Linie geholt. Hammelburg hingegen ist derzeit alles andere als vom Glück verfolgt: vorletzter Tabellenplatz, verletzte Schlüsselspieler und ein wenig Ratlosigkeit, wie die vielen Baustellen in den Griff bekommen werden sollen.

"Auch wenn es keiner mehr hören will, fehlt uns Aldin Dzafic an allen Ecken und Enden", ruft Co-Trainer Frank Jansen immer wieder in Erinnerung, wie schwer sich Hammelburg noch immer tut, den Ausfall seines Zuspielers zu kompensieren. Als Spieler und Motivator. Und der Gesundheitszustand von Mittelblocker Mario Radmann? Ungewiss, da noch immer nicht entschieden ist, ob sich der Zwei-Meter-Mann einer Operation unterzieht oder nicht.


Sportliche Situation analysiert

Doch Melancholie will bei den Hammelburger Jungs trotz unglücklicher Rahmenbedingungen partout nicht aufkommen: "Mannschaft und Abteilungsleitung haben in der vergangenen Woche zusammengesessen und offen und ehrlich die sportliche Situation analysiert", berichtet Trainer Tado Karlovic über ein konstruktives Gespräch ohne jegliche Verbitterungstendenzen: "Im Gegenteil, wir arbeiten intensiv daran, die derzeitige Talfahrt zu stoppen", berichtet Frank Jansen, der sich über weitere Details nicht äußern wollte. "Jetzt freut sich das Team auf das Derby", so Karlovic, dem eigentlich nur Stärken des Teams seines befreundeten Trainerkollegen Milan Maric einfallen: "Milan hat es geschafft, aus einem Team vieler individueller Spitzenspieler eine harmonische Truppe zu formen." Deshalb setzt der Hammelburger Coach vor dem Duell gegen die Oshino Volleys vor allem auf Empirisches: "Gegen starke Gegner waren wir bisher auch selber immer stark. Auch wenn es schwer wird, wollen wir versuchen den Eltmännern ein Stolperstein zu sein."


Eltmann will Meister werden

Bisher ließ sich der Ligaprimus allerdings nur von Mainz, dem Überraschungsteam dieser Saison, aus dem Tritt bringen. Ansonsten haben die Mannen von Manager Rolf Werner eine klare Mission: Meister werden und ins Bundesliga-Oberhaus zurückzukehren. Ob der Schritt heuer schon gelingt, bleibt abzuwarten. Bei den Hammelburgern herrscht in puncto Zielen zwangsläufig eher Bescheidenheit: "Meine Jungs gehören in diese Liga, allerdings brauchen wir dazu auch die Unterstützung unseres tollen Publikums", freut sich Trainer Karlovic auf einen "irgendwie schönen Volleyball-Abend".