Bei den Deutschen Leichtathletik-Jugendmeisterschaften überraschte die U-18-Staffel des TSV Münnerstadt. Über 4 x 100 Meter erreichte das Quartett das Finale der besten Acht und verbuchte zudem einen neuen Bezirksrekord. Trung Ngo vom TSV Bad Kissingen wurde in Mönchengladbach im Dreisprung der U-18 Sechster.
"Wenn ihr ins Finale wollt, dann müsst ihr auf jeden Fall Bezirksrekord laufen", sagte Trainer Bernd Neumann seinem Quartett vor ihrem Vorlauf. Zuvor waren bereits sechs Mannschaften unter 44 Sekunden geblieben, und mit der LG Stadtwerke München und der StG Untere Isar trafen die Unterfranken im direkten Duell auf zwei übermächtige Teams aus Bayern, die normalerweise nicht zu schlagen sind. Bei Timo Reinhart am Start, Jonathan Laik auf der Gegengeraden, Niclas Floth in der zweiten Kurve und Clemens Schmitt als Schlussläufer passte dann aber alles. Sie waren schnell, sehr schnell sogar, hatten perfekte Wechsel und kamen als Dritte ins Ziel nach 43,56 Sekunden - qualifiziert. Dass sie damit den Unterfränkischen Rekord der LG Landkreis Aschaffenburg aus dem Jahr 2013 um 21 Hundertstel Sekunden geknackt hatten, wurde erst später so richtig registriert.


Finale in der Nacht

Das Finale war am Freitagabend für 21 Uhr geplant. Eine schwere Verletzung einer Teilnehmerin beim Stabhochsprung sorgte allerdings für eine längere Unterbrechung, so dass die Jungs erst um 22 Uhr in die Startblöcke durften. Auch unter Flutlicht behielten die Vier vom TSV Münnerstadt alles im Blick und waren sogar noch zwei Hundertstel Sekunden schneller als am Nachmittag. "Die sechs Hundertstel Sekunden zu Platz sechs haben wir bei einem Wechsel verloren", analysierte Bernd Neumann gleich nach dem Lauf. Aber auch bei ihm überwog die Freude und der Stolz über Platz sieben der Deutschen Meisterschaften. "Das war schon sehr eindrucksvoll, was die Jungs bei den Deutschen geleistet haben", lobte der Trainer seine Staffel. Siegerehrung, spätes Abendessen und dadurch wenig Ruhe wirkten sich allerdings am zweiten Wettkampftag etwas aus. Im Einzelwettbewerb über 100 Meter verpasste Niclas Floth in 11,28 Sekunden um einen Platz die Zwischenläufe. Auch Jonathan Laik verpasste um wenige Hundertstel Sekunden die Zwischenläufen und wurde bei leichtem Gegenwind in für ihn sehr guten 11,30 Sekunden gestoppt.

Gar nicht gut liefen die Deutschen Meisterschaften für Nick Przeliorz vom TSV Münnerstadt. "Die rund drei Wochen lange unmittelbare Wettkampfvorbereitung fiel bei ihm zum größten Teil aus", bedauerte Bernd Neumann, dessen Schützling an einer leichten Zerrung laborierte und auch noch einige Zeit auf Klassenfahrt weilte. So wurden für ihn im Vorlauf der Jugend U-20 über 100 Meter lediglich 11,07 Sekunden gestoppt. Für den Nüdlinger, der in diesem Jahr reihenweise unter 11 Sekunden geblieben ist und seine Bestleistung auf 10,86 Sekunden gedrückt hat, sicherlich eine kleine Enttäuschung. Etwas besser sah es für Przeliorz über 200 Meter aus. In 22,59 Sekunden aus dem Vorlauf blieb ihm zwar die Finalteilnahme verwehrt, aber mit dieser Zeit blieb er lediglich zwei Zehntel Sekunden über seiner persönlichen Bestzeit.


Medaillen-Traum geplatzt

Trung Ngo vom TSV Kissingen formulierte vor den Titelkämpfen selbstbewusst ein klares Ziel. "Ich will bei den Deutschen Meisterschaften eine Medaille", sagte der Bayerische U-18-Meister vor einer Woche. Aber in Mönchengladbach musste sich der Nationalkaderathlet mit Platz sechs zufrieden geben. Die 13,29 Meter aus dem ersten Versuch sollten im Protokoll als seine beste Weite stehen bleiben. Um in die Medaillenränge zu kommen, hätte er seine bisherige persönliche Bestleistung von 13,69 Meter erheblich steigern müssen. Die drei Erstplatzierten sprangen teils über 14 Meter. Auch Teamgefährte Dimitij Touev erwischte nicht seinen allerbesten Tag. Mit 12,12 Metern verpasste er den Endkampf der besten Acht deutlich und wurde am Ende 16. der Deutschen Meisterschaften.

Auch wenn bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften mit Ausnahme der Mürschter Staffel für die heimischen Starter nicht alles nach Wunsch lief, so bleibt auf jeden Fall festzuhalten, dass in diesem Jahr immerhin acht Normen für die Teilnahme an den nationalen Jugend-Meisterschaften erfüllt wurden. Ein Wert, der im Leichtathletik-Kreis Rhön/Saale schon ewig nicht mehr realisiert wurde.