Auf der Homepage der Kissinger Wölfe wird aktuell der Moskauer Eis-Zirkus beworben, der Anfang Februar mit vier Auftritten in die Kissinger Eishalle kommt. 200 Millionen Besucher seit 1964. Gastspiele in 50 Ländern. Perfektion auf dem Eis. Positive Aufmerksamkeit, die den Kissinger Wölfen in diesen Tagen abgeht. Gesprochen wird schon über den Eishockey-Landesligisten. Aber die Inhalte sind von Seiten der Fans eher beunruhigend, weil nicht weniger als die Zukunft des Kissinger Eishockeys auf dem Spiel zu stehen scheint. Sportlich bleibt das erklärte Ziel das Erreichen der Zwischenrunde mit einem Platz unter den ersten Vier. Und diesbezüglich schaut es ja gut aus als Dritter mit 20 Punkten.

Zuletzt verabschiedete sich Roman Göldner zum Liga-Rivalen ERSC Amberg. Einer von eh nur vier Verteidigern. Der 34-Jährige stand für seinen neuen Verein bereits auf dem Eis beim 5:2-Sieg im Nachholspiel in Nürnberg. "Hintergrund und glücklicher Umstand ist der familiäre Umzug von Göldner in die Amberger Gegend", ist auf der ERSC-Homepage zu lesen. Bei den Kissinger Wölfen wird der Defensivspezialist immer noch im Kader geführt. Wie Paul Schmelzer, der sich noch bei keinem Training hat blicken lassen. Wie Dominik Reiß, der sich aus beruflichen Gründen verabschiedet hat. Und wie Sidney Els, der künftig für den ESC Haßfurt auflaufen wird. Beim ewigen Rivalen also, bei dem die Kissinger Wölfe am Freitag (19.30 Uhr) gastieren. Und am Sonntag (18 Uhr) führt der Weg in den Schweinfurter Icedome zum nächsten Klassiker gegen die Mighty Dogs.

Die ganze Aufregung nicht verstehen kann Wölfe-Vorsitzender Vassili Ledin. "Uns fehlt wahrscheinlich noch ein Sieg aus fünf Spielen, um ganz sicher in der Zwischenrunde zu stehen. Diese werden wir erreichen und können uns daher jetzt gezielt mit personellen Verstärkungen auseinandersetzen." Namen will der Wölfe-Boss (noch) keine nennen, spricht allenfalls von "alten Bekannten, mit denen wir im Gespräch sind. Wobei der Fokus ganz klar auf den Verteidigern liegt. Im Sturm sind wir ja erstklassig aufgestellt".

Klar ist auch, dass die Unterfranken in den verbleibenden fünf Spielen - mit nur noch einem Heimspiel gegen Amberg - ohne Verstärkung zurecht kommen müssen. Toms Tilla wird die vakante Verteidigerrolle einnehmen, sodass Spielertrainer Mikhail Nemirovsky auch nur zwei komplette Sturmreihen zur Verfügung stehen. Kein Beinbruch für Ledin. "Uns fehlt in Bad Kissingen ganz einfach der Nachwuchs. Wir sind daher auf Fremdspieler angewiesen. Und es ist doch utopisch zu denken, dass wir einfach mal so drei Reihen aufbieten können wie die Erdinger, Amberger oder Schweinfurter. Die haben viele Eigengewächse, die tun sich da einfacher." Um jeden neuen Spieler kämpfen will Vassili Ledin. "Wir suchen, das ist logisch. Aber so manche Einschätzung der Fans kann ich nur schwer nachvollziehen. Spieler kommen, Spieler gehen. Das ist so im Eishockey."

Auch bei den Haßfurtern, die am Sonntag den TSV Erding empfangen, hat sich einiges getan. Nach Marcel Schorr, Fabian Kohn und Michael Rister hat Eigengewächs Max Zösch ebenfalls den Verein verlassen. Der 23-Jährige studiert in Würzburg und hat sich den "Eisbären" in der Domstadt angeschlossen. Und neben Sydney Els wurde Enriko Kovacic vom HK Trnava aus der 2. Slowakischen Liga verpflichtet. Ob die Neuzugänge bereits am Wochenende einsatzberechtigt sind, steht noch nicht fest. Ob Jan Slivka oder Enriko Kovacic die Ausländerstelle bei den "Hawks" besetzen, entscheidet Trainer Lubos erst kurzfristig.