Der letzte Winter hatte aus Sicht des Wintersports nicht sehr viel zu bieten. Der Vorsitzende des Skiverbandes Unterfranken, Winfried Pöpperl, resümierte beim Verbandstag in Bischofsheim-Haselbach, dass mit ganzen elf Lift-Tagen eine sehr schlechte Saison zu verzeichnen war. Die Vereine müssten sich künftig nach Alternativen für den Wintersport umsehen, da die Winter mittlerweile sehr schneearm seien.

Umso besser, dass das Skispringen aufgrund der Mattenschanzen am Kreuzberg in den Sommer verlegt werden kann, übrigens die einzigen Mattenschanzen in Unterfranken, auf denen in der letzten Saison wieder die Auftaktveranstaltung für den Bayerischen Schülercup stattfand.

Der Referent Sprunglauf, André Eichel, lobte in seinem Bericht den unermüdlichen Einsatz vom Schanzenwart Hans Beck und seinen Helfern, ohne die "die Schanzenanlage nicht das wäre, was sie ist". Im letzten Sommer stand ein Trainerwechsel an, der Positives mit sich brachte. Maximilian Lange, in seiner Schülerzeit selbst aktiver Skispringer, konnte als neuer Trainer gewonnen werden. Lange engagiere sich sehr, sagte Eichel. Mittlerweile gibt es wieder zehn junge Rhönadler, die auch an regionalen und überregionalen Wettkämpfen teilnehmen. Ihm zur Seite steht Laura Kemmerzell als Betreuerin.

Der Leiter des Lehrwesens alpin, Thomas Kirchner, zählt 140 Übungsleiter in den Reihen des Skiverbandes, die eigentlich alle zwei Jahre an Fortbildungsmaßnahmen teilnehmen sollten. Leider sei das nicht so, deshalb appellierte er an die Vereine und deren Vorstände, die Rundmails des Verbandes auch an die entsprechenden Leute weiterzuleiten, um verbandsinterne Angebote auszuschöpfen. Ihm ist in der letzten Zeit aufgefallen, dass das Interesse am Snowboardfahren deutlich nachgelassen habe. Als Alternative für schneearme Winter in der Region und dadurch ausfallende Weiterbildungskurse in der Rhön sieht er die grenznahen tschechischen Skigebiete nahe Karlsbad, da sie nur knapp 200 Kilometer entfernt liegen.

Zum Skiverband Unterfranken gehören derzeit 43 Vereine mit insgesamt 4100 Mitgliedern, wie Winfried Pöpperl erklärte. In den letzten fünf Jahren hat der Verband 1000 Mitglieder verloren, steht aber immer noch gut da, nicht zuletzt, weil es finanzielle Zuwendungen des Bayerischen Landes-Sportverbands (BLSV) und des Bezirkes Unterfranken gibt. So fiel auch der Kassenbericht von Schatzmeister Egon Eckardt trotz geringfügig höherer Mehrausgaben als Einnahmen sehr positiv aus, was zu seiner Entlastung führte.


Anthony Maddron ausgezeichnet

Der bisherige zweite Vorsitzende Gustav Schrenk wurde von den Anwesenden einstimmig zum Ehrenmitglied ernannt. Er konnte die Auszeichnung aus gesundheitlichen Gründen nicht entgegennehmen. Eine weitere Auszeichnung wurde Anthony Maddron zuteil, dem bisher Verantwortlichen für die EDV. Er bekam den Ehrenbrief des Bayrischen Skiverbandes für seine langjährige Mitarbeit. Der Skiverband hat seinen Internetauftritt überarbeitet und Pöpperl versprach, dass in der kommenden Woche die Neuaufstellung des Vorstands veröffentlicht werden soll: www.skiverband-unterfranken.de.


Pöpperl bleibt Vorsitzender

Bei den Neuwahlen ergaben sich wenige Änderungen: Der Vorsitzende Winfried Pöpperl wurde in seinem Amt bestätigt. Der Posten Seniorensport alpin ist nicht besetzt. Im Einzelnen: Stellvertretender Vorsitzender alpin: Michael Beer. Stellvertretender Vorsitzender nordisch: Ewald Simon. Schatzmeister: Egon Eckardt. Schriftführer: Walter Kessler. Kampfrichterleiter: Gottfried Roth. Leiter Lehrwesen: Thomas Kirchner. Referent Lehrwesen organisatorisch: Gabriel Herrmann. Frauen- und Mädchenbeauftragte: Resi Roßhirt. Seniorensport nordisch: Norbert Lerpscher. Referent Skitourengehen: Roland Tschorn. Sportwart alpin: Michael Schmid. Sportwart Sprunglauf: André Eichel. Sportwart nordisch: Jakob Propp. Leiter EDV: Matthias Pöpperl. Beisitzer: Brigitte Wöhning, Heinz Wöhning.


Skirollen reißen es nicht heraus

Ein Tagesordnungspunkt beim Verbandstag des Skiverbands Unterfranken in Bischofsheim-Haselbach waren die Berichte aus den Wintersport-aktivitäten der Vereine. Für den WSV Oberweißenbrunn berichtete dessen Vorsitzender Ewald Simon. Gab es in den 80er Jahren noch bis zu 45 Wettkämpfe von der Rhön bis in den Spessart, so kippte der Schneemangel diesen Winter alle Veranstaltungen und Aktivitäten. Das vom Vorsitzende Winfried Pöpperl angesprochene Skirollerlaufen könne seiner Meinung nach den Wintersport nicht herausreißen. Beim WSV gibt es in dieser Sparte derzeit nur Seniorentraining, da keine Nachwuchssportler vorhanden sind. Den Lifttagen konnte er 49 Schneetage mit mehr oder weniger guten Bedingungen am Loipenzentrum Rotes Moor hinzufügen. Der WSV bietet Schnuppertraining für den Nachwuchs und Trainingsausschreibungen für die Technikvermittlung an.

Gerhard Wenzel vom Skiklub Heigenbrücken berichtet von ähnlichen Problemen durch den schneearmen Wintern. Sein Verein, der 570 Mitglieder zählt, besitzt zwei Skilifte, die in guten Wintern auch viele Gäste aus dem Frankfurter Raum anlocken. Seit 35 Jahren existiert der Verein und ebenso lang die beiden Liftanlagen. Derzeit versucht der Skiklub die Genehmigung zum Bau eines Flowtrails zu bekommen, um die Lifte beim Mountainbikesport einsetzen zu können. Der Verein hat stets investiert und will es weiterhin - zur Förderung des Vereins, seines Nachwuchses und für den Tourismus. Zudem sollen die Vereinsbeiträge moderat gehalten werden, um die Mitgliederzahlen weiterhin hoch halten zu können. Der Skiklub Erlenbach zählt 700 Mitglieder. Wie Vorsitzender Alexander Patzelt berichtete, konzentriert sich der Wintersport hauptsächlich auf die Alpenregion.