Das Pech klebte den Tischtennis-Cracks des TSV Bad Königshofen in der 2. Bundesliga der Männer in den ersten zwei Dritteln der Vorrunde förmlich am Schläger. In den letzten drei Partien meldete sich aber das Glück zurück, konnte sich die Mannschaft um die beiden Königshöfer Kilian Ort und Christoph Schüller mit drei Siegen vom Tabellenende lösen, ans Mittelfeld heran rücken und die Option wahren, in der Rückrunde, falls dann alle gesundheitlichen Probleme ausgeräumt sein sollten, den Klassenerhalt in dieser anfangs total verkorksten "Seuchen-Saison", wie sie damals Manager Andy Albert nannte, zu sichern. Stand die Mannschaft nach dem sechsten Spieltag (4:6 gegen den Tabellenführer Passau) noch mit 2:10 Punkten auf dem Abstiegsplatz, steht sie heute mit 8:10 Zählern auf Tabellenplatz 7 der Vorrunde.

Nun kann man die Winterpause über erleichtert durchatmen. Die Tabellensituation bringt deutlich zum Ausdruck, wie eng in dieser Liga alles beisammen ist. Das Niveau in dieser Liga wird von Insidern wie dem Jülicher Abteilungsleiter Arnold Beginn mit "so hoch wie nie" beschrieben. Sie ist ein Tummelplatz für aufstrebende Talente aus Europa und Asien und nach Beginns Sichtweise "die drittstärkste Liga der Welt". Wie er auf diese Einschätzung kommt? "Addiert man von allen 40 Spielern dieser zehn Teams der 2. Bundesliga ihre Weltranglisten-Punkte vor Saisonbeginn, belegt sie hinter der chinesischen und der ersten deutschen Bundesliga den dritten Platz."

Nicht auszudenken, wozu der TSV Bad Königshofen in dieser Saison fähig gewesen wäre, wenn er nicht das mit Abstand größte Verletzungspech aller zehn Mannschaften zu verkraften hätte. So laboriert Top-Spieler Kilian Ort (19) seit Anfang März an einer Schulterverletzung, zog dennoch zunächst das harte Training im DTTB-Leistungszentrum Düsseldorf durch, spielte mit ihr die vergangene Saison noch zu Ende, konnte seiner Mannschaft in dieser Saison aber nur sehr bedingt helfen. Im Auftaktspiel beim TTC Ruhrstadt Herne (5:5) trug er noch einen Einzel- und einen Doppelpunkt bei. Danach stand er zwar in vier Spielen auf dem Spielbericht auf Position 2, gab aber seine Einzelpunkte kampflos ab. Im Doppel schaffte Ort mit Schulter schonender, Doppel-spezifischer Spielweise eine 6:1-Bilanz .

Das war aber noch nicht alles an Verletzungsproblemen. Am fünften Spieltag schaffte der TSV beim TuS Fürstenfeldbruck ein 5:5-Unentschieden. Drei, eigentlich sogar vier Spiele musste man allerdings kampflos abgeben: Die zwei von Kilian Ort. Zusätzlich musste Richard Vyborny auf sein zweites Einzel ganz verzichten, nachdem er sich im ersten Einzel eine Rückenverletzung zuzog, dennoch Matchball hatte, bis auf einmal gar nichts mehr ging und er dieses Spiel schon nicht zu Ende spielen konnte.

Bemerkenswert, wie das Publikum des TSV Bad Königshofen auf all dies reagierte. Zwar kam keine Busfahrt zu Auswärtsspielen zustande. Das Trommeln und Werben von Andy Albert zeigte aber dennoch Früchte. Er vermittelte, wie wichtig für seine Mannschaft Zuschauer-Unterstützung ist. So fuhren selbst zu den weitesten Auswärtsspielen immer wieder ein paar Fans mit. Und obwohl in Heimspielen die treuen Fans bis zum letzten Auftritt auf den ersten Heimsieg warten mussten, kamen sie, pushten die Mannschaft nach vorne und machten dem "Publikums-Krösus", wie der TSV in DTTB-Portalen genannt wird, alle Ehre.