Martina Greithanner vom TSV Münnerstadt gehört nach wie vor im Kugelstoßen und Diskuswurf zur absoluten bayerischen Spitze der Aktivenklasse. In Kitzingen beförderte die 42-Jährige die vier Kilogramm schwere Kugel auf 12,76 Meter und war damit genauso unangefochten vorne, wie mit ihren 42,44 Meter im Diskuswurf. Allerdings hätte die Ex-Senioren-Weltmeisterin gerne noch bessere Leistungen angeboten. "Nach meiner langen Verletzungspause durch einen Skiunfall ist die Kraft wieder da, aber die Beine sind gerade beim Kugelstoßen noch nicht spritzig genug", erzählt sie.


Belebung der Mittelstrecken

Seit geraumer Zeit sorgt ein junger Neuseeländer im Trikot des SC Ostheim auf den Mittelstrecken für Belebung. Rhys Daniel Bishop, der in Schweinfurt Wirtschaftsingenieurwesen studiert und seinen Wohnort in Bad Neustadt hat, gewann unangefochten die 800 Meter. Groß war der Jubel beim Blick auf die elektronische Zeitanzeige. In 1:53,76 Sekunden unterbot der 21-Jährige, der vor drei Jahren nach Deutschland kam, die Qualifikationsnorm zur Deutschen U23-Meisterschaft. Schon in Neuseeland gehörte Rhys Daniel Bishop zu den drei Besten auf der Mittelstrecke und durfte bei einer Crosslauf-WM teilnehmen. "Mein Trainer Eberhart Helm ist der Grund, warum ich mich in Deutschland dem TSV Ostheim angeschlossen habe", erzählt der junge Mann, der sieben Mal in der Woche trainiert. Sein Trainer traut ihm sogar noch eine deutlich schnellere Zeit auf den zwei Stadionrunden zu: "In Schweinfurt hatte er keine Unterstützung in der Tempoarbeit und der böige Wind kostete sicherlich auch einige Substanz."

Teamgefährtin Simona Greier, die sich in diesem Jahr über 1500 Meter schon auf 3:49 Minuten verbesserte, ließ auf ihrer Spezialstrecke nichts anbrennen. In 4:58,83 Minuten setzte sich die 27-Jährige knapp gegen Leonie Theis vom TV Ochsenfurt durch. "Mit so viel Widerstand hatte ich gar nicht gerechnet. Ich wollte mich eigentlich etwas mehr für die 800 Meter am zweiten Tag schonen", sagte Simona Greier. Da musste sie allerdings nicht unerwartet Corinne Kohlmann und Mareike Bauer, zwei ganz starke Frauen von der LG Karlstadt-Gambach-Lohr, den Vortritt lassen.


Immer noch auf der Überholspur

Viviane Heilmann vom TV/DJK Hammelburg ist nach wie vor auf der Überholspur unterwegs. Die Aufsteigerin dieser Saison gewann gleich drei Titel in der Jugendklasse U18. Allerdings schaute die 15-Jährige nach dem Vorlauf über 100 Meter zunächst nicht gerade glücklich aus. Ihre überaus beeindruckenden 12,40 Sekunden wurden etwas zu stark vom Rückenwind (erlaubt sind 2,0 Meter pro Sekunde) unterstützt und finden daher keine Aufnahme in die Bestenlisten. Bei Windstille im Finale steigerte die Hammelburgerin aber ihren Hausrekord dennoch auf 12,59 Sekunden. Damit gewann sie unangefochten und zeigte, dass sie auch im Kurzsprint zur absoluten bayerischen Spitze zählt. Dank ihrer hohen Grundschnelligkeit trumpfte sie dann im Weitsprung auf. Mit einem gewaltigen Satz auf 5,40 Meter war sie eine Klasse für sich. Als Heilmann zum Abschluss des ersten Wettkampftages die 400 Meter in nur 59,64 Sekunden für sich entschied und auch da nun zu den Allerbesten im Freistaat gehört, war selbst ihr Trainer Paul Fella erst einmal sprachlos.

Beide konnten es sicherlich verschmerzen, dass am zweiten Tag über 200 Meter mit Mia Weißhaar eine starke Sprinterin von der LG Karlstadt-Gambach-Lohr in 25,98 Sekunden den Titel holte. "Bei mir waren die Beine heute ganz schön schwer", sagte Viviane Heilmann über ihren zweiten Rang in 26,09 Sekunden, womit sie ihre bisherige Bestzeit dennoch erheblich steigerte. "Es ist schön, dass sie auf den kurzen Sprintstrecken so schnell ist. Dies wollen wir in naher Zukunft weiter festigen", sagt Paul Fella. "Allerdings glaube ich, dass Viviane ihr größtes Potential über 400 Meter und 400 Meter Hürden haben könnte."

"Ich bin sehr glücklich, dass ich das alles geschafft habe", freute sich Esmat Rezaei vom TV Bad Brückenau, nachdem er die 800 Meter der U18 in starken 2:05,17 Minuten gewonnen hatte. Der junge Mann mit afghanischen Wurzeln, der vor zweieinhalb Jahren aus dem Iran nach Deutschland kam, hatte schon am Vortag über 1500 Meter in 4:25,64 Minuten brilliert. Über beide Strecken unterbot der 16-Jährige deutlich die Qualifikationsnorm zur Bayerischen Meisterschaft. Pünktlich für diese Titelkämpfe, die am 22. Juli in Augsburg stattfinden, wird auch das Startrecht für Landesmeisterschaften vorliegen. Die Statuten besagen, dass Flüchtlinge ein Jahr ab der Antragstellung auf eine Starterlaubnis warten müssen. Allerdings hat Esmat Rezaei, der fließend Deutsch spricht, momentan ein ganz anderes Problem. Seine Unterkunft in Bad Brückenau soll wegen Unterbelegung aufgegeben werden. Er macht aber keinen Hehl daraus, dass er unbedingt in Bad Brückenau, wo er bestens integriert ist, bleiben möchte.

Franziska Gerlach vom TV Bad Brückenau kam im Kugelstoßen der U18 mit 10,84 Meter auf Rang drei und im Diskuswurf verbuchte sie mit 23,60 Meter sogar Platz zwei. In der U20 kam Clara Köth vom 1. FC Rottershausen im Diskuswurf sogar auf 26,28 Meter. Damit wurde sie genauso Vizemeisterin wie im Kugelstoßen mit ihren 9,37 Metern. Im Kugelstoßen der Frauen erzielte Franziska Clement vom SV Ramsthal 9,92 Meter und wurde Dritte. Tamina Scheinig vom VfL Sportfreunde Bad Neustadt erreichte über 100 Meter der U18 das Finale und sprintete dort in 13,43 Sekunden auf Rang fünf. Im Weitsprung landete sie bei 4,74 Meter und verbuchte Rang fünf. Jürgen Klingszot vom TV Bad Brückenau wurde im Kugelstoßen der Aktiven mit 9,73 Meter Fünfter und belegte im Diskuswurf mit 26,50 Meter Platz vier.