HSC Bad Neustadt-Rhön - TSV Rödelsee 39:29 (21:14).
Das Unterfrankenderby wurde zu einer klaren Angelegenheit für die Saalestädter, die "trotz einer schweren Woche" (Kapitän Maximilian Schmitt) eine starke und trotz aller Personalprobleme kompakte Vorstellung ablieferten und sich somit erst einmal auf Platz vier der Tabelle verbesserten. Geknickt war dagegen der Gast, der auf einem Abstiegsrang platziert ist und sich schon während der Partie lautstarke Kritik seiner Fans und in der Pressekonferenz auch ihres Spielertrainers Radovan Suchy gefallen lassen musste. "Wir haben nur 15 Minuten Handball gespielt."
Das Match begann mit einer Torflut, weil zunächst die Deckungsreihen nicht sortiert waren. Dabei führten die Weindörfler, weil die ersten fünf Würfe versenkt wurden, nach fünf Minuten mit 5:3. Danach schlichen sich in ihrem Spiel erste technische Fehler ein, ihre Deckung bekam in den nächsten Minuten den tagesbesten Schützen, Vilim Leskovec, nicht in den Griff. Dieser wendete das Blatt zusammen mit Falk Kolodziej zu einer 7:5-Führung. Schon zu diesem Zeitpunkt haderten die TSV-Fans mit ihrem Torhüter Andreas Wieser. Der kurzzeitig eingewechselte Thomas Paul brachte überhaupt keine Hand ans Leder. Ab der 15. Minute ging es bei der Suchy-Truppe schwer bergab, Lukas Böhm, Jan Wicklein mit Konter und Kolodzej, der von seinem Coach Margots Valkovskis ein Sonderlob für seine engagierte Offensivleistung erhielt, sorgten für eine Drei-Tore-Führung der Rhöner (13:10).


Der Knackpunkt

Beim Stand von 16:12 kam es nach Ansicht des Gäste-Trainers zum "Knackpunkt", als sein Schützling Dennis Orf von den sachsen-anhaltinischen Unparteiischen, die einige überraschende Entscheidungen trafen, die Rote Karte gezeigt bekam. Er soll Jan Wicklein bei einem Tempogegenstoß in den Kreis geschubst haben. Dass in den Schlussminuten Konstantin Singwald, der diesmal mit gesteigertem Selbstvertrauen den Torwurf suchte, ebenfalls "Rot" sah, war laut Suchy eine Konzessionsentscheidung. "Beide Rote Karten waren unberechtigt." Zwischen der 20. und 22. Minute fiel die frühe Vorentscheidung, während einer Zeitstrafe für Wicklein erzielte Kolodzej in Unterzahl zwei Tore zum Zwischenstand von 18:13. Nach dem Seitenwechsel spielten die Valkovskis-Mannen den Gegner erst einmal an die Wand. In Unterzahl, der "in der Deckung überragende Franziskus Gerr" (Valkovskis) saß eine Zwei-Minuten-Strafe ab, schraubten Hines und Leskovec den Vorsprung auf neun Treffer (23:14), Der Gast fing sich sogar einen 11-Tore-Rückstand ein, was die Gäste-Fans zu Unmutsäußerungen veranlasste. "Da haben wir alles gespielt, nur keinen Handball", erklärte Suchy zähneknirschend. Ab der 40. Minute kam auf Seiten des HSC sogar der angeschlagene Maxi Schmitt zum Einsatz, führte sich sofort mit zwei Treffern gut ein. Valkovskis konnte sich ein Durcheinanderwürfeln des Teams erlauben, dabei erzielte Benedikt Kleinhenz unter großem Jubel der Fans bei einem Tempogegenstoß seinen ersten Treffer für die erste Mannschaft.
Tore für den HSC: Vilim Leskovec (8), Falk Kolodziej (7), Lukas Böhm (5), Jan Wicklein (5/1), Franziskus Gerr, Konstantin Singwald (je 4), Gary Hines (3), Maximilian Schmitt (2), Benedikt Kleinhenz (1)