Das jüngste 0:0 bei der Reserve der Münchner Bayern kommt zwar schick daher, weitaus relevanter für den FC 05 Schweinfurt (18./12) wäre aber ein Sieg am Samstag (14 Uhr) gegen den FC Memmingen (13./16). Ein Gegner, in dem sich die Schweinfurter irgendwie selbst sehen können: Denn die Elf des Trainerduos Reinhardt/Braun war ebenso mit höheren Ambitionen gestartet, hatte gar von Platz sechs geträumt, um dann zu erfahren, dass in einer Liga, in der beinahe Jeder Jeden schlagen kann, nur wenige Ausrutscher reichen, einen in den Sumpf zu schubsen. Da nützen dann auch erstklassige Kicker wie Torjäger Michael Geldhauser und Freistoß-Spezialist Andreas Mayer (6 Tore) nicht viel. Dass Geldhauser noch im Allgäu spielt, ist ohnehin verwunderlich; hinter dem Angreifer waren reihenweise Drittligisten her. Bis dato kam der 25-Jährige jedoch erst auf fünf Treffer.


Tom Jäckel ist gesetzt

Und auch da tun sich Parallelen zum FC 05 auf, dessen drei nominelle Stürmer gerade mal zusammen auf diese Ausbeute kommen. Einer hat sich aber zumindest in kämpferischer Hinsicht in München so hervorgetan, dass er erneut gesetzt ist: Tom Jäckel. "Auch unter der Woche hat er hervorragend trainiert. Ein Tor sollte er aber schon mal machen", lobt und fordert Trainer Gerd Klaus gleichermaßen. Der hat am Samstag die Qual der Wahl und wird trotz der guten München-Vorstellung frische Kräfte bringen. Manuel Müller beispielsweise wird draußen bleiben. Dafür soll Steffen Krautschneider das Mittelfeld wieder bereichern. "Er hat erkannt, warum er außer Form war, hat seine kleinen Blessuren auskuriert, auch die Ernährung umgestellt und ist jetzt top fit", sagt Klaus.


Memmingen mauert nicht

Immerhin ist Krautschneider mit vier Treffern treffsicherster 05er. Und Tore sollen endlich mehr fallen. Klaus: "Wir müssen diese drei Punkte ziehen. Und dazu müssen wir geiler auf Tore sein, wir müssen konsequenter den Abschluss suchen." Die Räume dazu sollte Memmingen bieten, denn im Gegensatz zu Mannschaften wie Rain oder Schalding gelten die Allgäuer, die zuletzt Spitzenreiter Regensburg beherzt offensiv ein 1:1 abgetrotzt hatten, nicht als Maurermeister. "Die werden an der Mittellinie attackieren und nicht nur die Bälle hinten rausknallen", erwartet Klaus ein "offenes Spiel auf Augenhöhe".


Julian Schneider wieder im Tor

Freilich dürfte da auch mehr auf den FC-05-Kasten kommen als in München, wo die Schweinfurter primär den Strafraum abgeriegelt hatten. Gut möglich also, dass das Heimspiel zur ersten wirklichen Bewährungsprobe für Julian Schneider wird. Der 21-jährige Ex-Großbardorfer steht erneut zwischen den Pfosten, auch, weil Christopher Pfeiffer ernsthaft erkrankt ist. "Ihn hat's richtig erwischt", so der Coach, der voraussichtlich U-23-Keeper Christoph Saballus als Ersatz auf die Bank setzen wird.