Ganz schön geheimnisvoll, diese Nürnberger. Natürlich sind, was die Gunst der Zuschauer betrifft, die Fußballer die Nummer eins in der mittelfränkischen Metropole - auch in der 2. Liga. Aber die Ice-Tigers haben ebenso eine große Anhängerschaft hinter sich in der DEL. Quasi der Stammverein ist der EHC 80 Nürnberg (3./12), der allerdings mehr oder weniger ein Schattendasein fristet, fernab von Glamour und Glitzer des Profisports mit Spielern aus der Umgebung Nürnbergs.

Einen Internet-Auftritt und eine Facebook-Seite gibt es von den "80ern", der ist aber als Informationsquelle schlichtweg unbrauchbar. Eine mediale Präsenz darüber hinaus ist, so die Recherche, nicht existent. Etwas mehr wissen freilich die Spieler der Kissinger Wölfe (4./11), die das Hinspiel an der Noris mit 2:4 verloren hatten - es war die vielleicht bitterste Pleite in dieser Saison gegen einen direkten Konkurrenten um einen Top-4-Platz. Es folgten Heimniederlagen gegen den ERV Schweinfurt (0:5) und den EV Dingolfing (3:7) samt Brandrede des Vorsitzenden Michael Rosin, der die Mannschaft an der Ehre packen wollte - mit Erfolg.
Denn das Comeback der Wölfe war spektakulär mit den Kantersiegen gegen den VER Selb (10:2) und Emporkömmling EHC Straubing (13:2). Sechs Punkte wurden also dem Bad Kissinger Punktekonto gutgeschrieben. Verbunden mit der Gewissheit, dass es doch was werden könnte mit dem anvisierten Saisonziel. Der kleine, aber sehr feine Kader der Saalestädter hatte Spielfreude ebenso nachgewiesen wie den lange vermissten Killer-Instinkt.

Nachgelegt werden muss also am Wochenende, und zwar möglichst doppelt. Vor eigener Kulisse empfangen Nemirovsky und Co. am Freitag (20 Uhr) den EHC Nürnberg, am Sonntag folgt der Gastauftritt beim ERSC Amberg (2./18). Für die Fans gibt es Mitfahrgelegenheit im großen Bus. Gegen die Oberpfälzer hatten die Wölfe das Hinspiel mit 5:4 gewonnen - eine kleine Sensation gegen bis dato verlustpunktfreie Amberger, die sich hinter Tabellenführer Schweinfurt zwar auf Tabellenplatz zwei eingenistet haben, zuletzt aber nicht unbedingt überzeugend auftraten. Dem 7:3-Sieg über Nürnberg folgte ein eher enttäuschender 4:3-Erfolg über Selb. Wie am Wochenende zuvor müssen die Kissinger Wölfe auf den gesundheitlich angeschlagenen Mike Heindl verzichten. Hinter Goalie Timo Jung steht verletzungsbedingt ein Fragezeichen.