Beim Hauptteil der Bezirksmeisterschaften in Schweinfurt mischten die Leichtathleten aus dem Kreis Rhön/ Saale kräftig in der Aktiven- und Jugendklasse mit. Beim Diskuswurf der Aktiven zeigte Ewald Brand vom SV Ramsthal, dass er nach wie vor die zwei Kilogramm schwere Scheibe bestens in den Wind legen kann. Im dritten Versuch segelte sein Diskus auf gute 31,88 Meter. "Mit allem über 30 Meter bin ich sehr zufrieden. Zumal ich in Ramsthal als Übungsleiter tätig bin, und daher erst immer nach dem Training ein paar Würfe absolvieren kann", äußerte sich der Sieger. Im Kugelstoßen der Aktivenklasse kam Marcel Müller (1. FC Rottershausen) auf 11,14 Meter und wurde Dritter.


Konstant unter elf Sekunden

Das Quartett des TSV Münnerstadt sprintete im Staffelrennen über 4x100 Meter der Frauen in der Besetzung Leonie Warthemann, Laura Hofmann, Iris Heid und Deborah Adam auf Rang drei. Dank guter Wechsel stimmte auch die Leistung. In 52,01 Sekunden verpassten sie nur um eine hundertstel Sekunde die Quali-Norm zur "Süddeutschen". Als die Sprinter zu ihren Vorläufen antraten, kam der große Regen. Kurz darauf musste die Veranstaltung für eine halbe Stunde unterbrochen werden.

Nick Przeliorz vom TSV Münnerstadt glänzte über 100 Meter bereits im Vorlauf der Jugend U20 - 10,94 Sekunden auf regennasser Bahn. Zwei Stunden später im Finale, bei kühleren Temperaturen, wurde der überlegene Sieger bei 10,98 Sekunden gestoppt. Noch mehr freute sich der Nüdlinger über seine 6,25 Meter im Weitsprung. Auch wenn er im letzten Versuch noch von Felix Emrich (LG Karlstadt-Gambach-Lohr) vom ersten Rang verdrängt wurde. Er zeigte sich optimistisch, bei den Bayerischen Mehrkampfmeisterschaften vorne mitzumischen. Nicht ganz so glücklich waren seine Teamgefährten aus der U18. Zunächst nahm der Wettkampf den erhofften Verlauf. Timo Reinhart wurde mit 1,72 Metern im Hochsprung Zweiter. Danach brillierten Timo Reinhart, Jonathan Laik, Niclas Floth und Clemens Schmitt über 4x100 Meter. In 44,10 Sekunden blieb das schnelle TSV-Quartett erneut unter der Norm, die für die Teilnahme an der Deutschen Jugendmeisterschaft gefordert ist. Aus drei Vorläufen qualifizierten sich gleich drei Münnerstädter souverän für das Finale. Der gerade noch 15-Jährige Niclas Floth aus Nüdlingen war in 11,50 Sekunden klar Schnellster aller Vorläufe. Im folgten Michael Gabel (LG Landkreis Aschaffenburg) sowie mit Timo Reinhart (11,62) und Jonathan Laik (11,63) zwei weitere TSVler.


Finale ohne Mürschter gestartet

Allerdings sorgte die Regenpause dann doch für etwas Chaos am Start. Das Finale der U18 wurde einige Minuten früher gestartet. Angeblich wurde dies über Lautsprecher verkündet. Die vier Schnellsten aus den Vorläufen - darunter die drei Mürschter Sprinter - waren zu diesem Zeitpunkt noch beim Warmmachen hinter dem Stadion. Keiner der Verantwortlichen machte sich die Mühe, das fehlende Quartett ausfindig zu machen. Stattdessen wurde der Finallauf einfach gestartet. Münnerstadts Trainer Bernd Neumann fiel aus allen Wolken, als er das mitbekam. Er erreichte zumindest noch, dass die Vier noch einmal laufen durften. Aber nach langer Diskussion der Wettkampfleitung wurde entschieden, dass nur der erste Lauf zählt. Sebastian Müller, Wettkampfleiter an diesem Tag, begründete es so: "Das war leider eine Tatsachenentscheidung des Starterteams, die sicherlich fragwürdig war, auch wenn es über Lautsprecher bekanntgegeben wurde."

Er hätte aber auch keine Bauchschmerzen bekommen, wenn beide Läufe als sogenannte Zeit-endläufe gewertet worden wären. Dazu vermisste er die Bereitschaft der Teilnehmer und deren Betreuer aus dem ersten Lauf. So blieb nichts anderes übrig, als so, wie geschehen, zu entscheiden. "Wir werden ja spätestens bei den Bayerischen Meisterschaften sehen, wer der schnellste Unterfranke ist", äußerte sich ein um den Sieg gebrachter und total verärgerter Niklas Floth.

Für eine Überraschung sorgte im Hochsprung der U20 Marcel Hirsch vom TV/ DJK Hammelburg. Der 18-Jährige aus Fuchsstadt lieferte sich ein spannendes Duell mit Pascal Denninger von der TG Kitzingen. Letzterer lag aufgrund weniger Fehlversuche vorne. Aber der Hammelburger behielt die Nerven und schraubte sich gleich im ersten Versuch über 1,81 Meter - neuen Hausrekord. Der Kitzinger schaffte das im dritten Versuch. Da beide dann an der nächsten Höhe scheiterten, durfte Marcel Hirsch über seinen ersten unterfränkischen Titel jubeln.
Keine Sportlerin hatte im Weitsprungwettbewerb der weiblichen Jugend U18 mehr ungültige Versuche als Deborah Adam. Aber keine sprang am Ende halt auch weiter als die Athletin vom TSV Münnerstadt, der am Ende zwei Sprünge reichten. Um ein Haar wäre sie allerdings schon im Vorkampf ausgeschieden.


Risiko wird belohnt

Nach zwei übergetretenen Versuchen musste ein gültiger her. Ihr erst einmal entscheidender Sprung wurde dann mit starken 4,91 Metern gemessen. Damit sicherte sie sich auch gleich knapp die Führung. In den weiteren drei Versuchen des Finales traf die Siegerin, die immer volles Risiko geht, noch einmal richtig den Balken und landete erst bei 5,09 Meter.

Einen starken Auftritt hatte Clemens Schmitt vom TSV Münnerstadt über 400 Meter der Jugend U18. Der 16-Jährige lief die Stadionrunde in 53,62 Sekunden. Damit unterbot er seine persönliche Bestzeit, die er erst in er vergangenen Woche aufgestellt hatte, um rund eine Sekunde und wurde dafür mit Rang drei belohnt. Lorenz Mangold vom TSV Münnerstadt hatte mit der Finalteilnahme über 100 Meter der U20 sein Ziel schon erfüllt. Dass es am Ende in 12,21 Sekunden sogar der dritte Platz wurde, lag daran, dass auch in diesem Finale einige der besten Sprinter fehlten. Mit 5,58 Metern sicherte er sich Platz vier im Weitsprung. Sein Klubkollege Nicolas Potsch verpasste in der U18 mit 10,60 Metern nur um wenige Zentimeter den Sieg im Kugelstoßen.

Im Sprint-Finale über 100 Meter der Jugend U18 duellierten sich Tamina Scheinig (VfL Sportfreunde Bad Neustadt) und Deborah Adam (TSV Münnerstadt) um Platz drei. Am Ende setzte sich Scheinig in 13,25 Sekunden gegen Adam (13,30 Sekunden) durch. Clara Köth (1. FC Rottershausen) eroberte einmal mehr einen Podiumsplatz im Diskuswurf. Im Wettbewerb der Jugend U18 musste sie mit ihrem Wurf auf 26,30 Metern nur Katharina Schmitt (LAZ Würzburg) den Vortritt lassen. Im Kugelstoßen verpasste Köth mit 9,44 Meter nur um wenige Zentimeter den Bronzeplatz.

Alle Ergebnisse der Meisterschaften im Internet unter: https://ladv.de/bayern.