TV/DJK Hammelburg - SV Schwaig (Samstag, 19 Uhr)
Es war eines der wenigen spielfreien Wochenenden, an dem sich mal nicht alles um das blau-gelbe Spielgerät drehte. Bei vielen Hammelburger Jungs war daher abschalten und relaxen angesagt. "Das haben wir nach dem bisherigen Saisonverlauf und unseren zahlreichen Verletzungssorgen einfach gebraucht", konstatierte TV/DJK-Trainer Tado Karlovic, der am vergangenen Wochenende ebenfalls nicht in Sporthallen der Republik zugegen war. Trotzdem hatte er das Derby gegen Schwaig fest im Fokus. "Als Trainer schaltest du nicht ab, du bist mit den Gedanken immer beim Volleyball."

Für den Hammelburger Vollbluttrainer stand deshalb eine Videoanalyse der Gäste aus Mittelfranken auf der Agenda, die mit drei Siegen in vier Spielen mit stolz geschwellter Brust in die Saalestadt reisen. Neben Meister Fellbach und Eltmann gehört das vom Slowaken Jozef Janosik trainierte Team zu den Top Drei der Liga. "Schwaig hat sich auf allen Positionen noch einmal verstärkt und somit an Breite und Qualität gewonnen." Während die Gäste also in puncto Personal aus dem Vollen schöpfen, liest sich die Situation bei den bisher sieglosen Hammelburgern nach wie vor etwas anders.

Michael Schottdorf wird weiterhin aufgrund seiner Schulterprobleme ausfallen. Doch auch wenn die ersten Punkte in der neuen Saison auf sich warten lassen, ist die Stimmung im Team blendend und "Verzweiflung" oder gar "Trübsinn" sind absolute Fremdworte. "Dazu ist die Saison viel zu jung, und trotz Verletzungen haben wir bisher gegen Teams verloren, die gegen uns alle einen absoluten Sahnetag erwischt hatten", analysiert Karlovic die bisherigen Niederlagen. Entwarnung gibt es hingegen bei TV/DJK-Neuzugang Branko Damjanovic, der nach auskurierter Kapselverletzung am Finger und pünktlich zum Derby gegen die Gelben aus Schwaig wieder zum Team stößt. Damit ermöglicht er seinem Trainer mehr Wechsel innerhalb der "Abteilung Attacke".

Bot die Verpflichtung der beiden kroatischen Neuzugänge Branko Damjanovic und Bruno Simunic vor der Saison noch Anlass für die ein oder andere Diskussion, hat sich diese nicht zuletzt seit dem Ausfall von Zuspieler Aldin Dzafic und der langwierigen Schulterverletzung von Mittelblocker Schottdorf erledigt. Während Simunic sofort und ohne Eingewöhnungsphase Verantwortung übernehmen musste, dauerte die "Schnupperphase" von Landsmann Damjanovic etwas länger.

Den Weg in die Saalestadt fanden beide Spieler vor ein paar Monaten auf unterschiedliche Art und Weise. Beim 27-jährigen Damjanovic, der mit seiner Frau Jurka und der gemeinsamen zweijährigen Tochter Vanja Anfang August nach Hammelburg kam, bedurfte es keines zusätzlichen Networkings vom Trainer: "Branko hat von Hammelburg gehört und ist auf mich zugekommen, zudem hat er in der Jugend mit Mario Radman trainiert und auch gespielt, sodass schon eine Verbindung existierte", erklärt Karlovic. Der Kontakt zwischen dem Trainer und Simunic hingegen besteht schon seit längerer Zeit, "und als Olli Möller im vergangenen Jahr aufgehört hat, habe ich Bruno kurzerhand angerufen und ihn gefragt, ob er nach Hammelburg kommen möchte." Beide Spieler wollen in Hammelburg längerfristig Fuß fassen und bekommen seitens der Abteilung jegliche Unterstützung dafür. Aktuell steht zwar das "Deutschpauken" an erster Stelle, aber auch in anderen Bereichen stellen sich die kroatischen Spieler neuen Herausforderungen. Der 24-jährige Simunic coacht bereits die zweite Damenmannschaft und wird sich im Jugendbereich ebenfalls engagieren.

Auch Damjanovic soll sein Volleyballwissen an Jugendliche weitergeben, für dessen Frau und ihn genießt die Integration auf dem Arbeitsmarkt derzeit aber Priorität. Für den Hammelburger Coach passen die Spieler menschlich und spielerisch perfekt ins Team: "Beide bringen viel Spaß am Volleyball mit, was sich immer wieder auf alle Jungs überträgt. Zusätzlich verfügen beide über einen großen Volleyballsachverstand, sodass die Mannschaft und der Verein langfristig von ihnen profitieren können." Ob die Neu-Hammelburger auch ihren ersten Sieg im TV/DJK-Trikot feiern können, bleibt abzuwarten. Karlovic zeigt sich zumindest optimistisch: "Wenn es uns gelingt, unverkrampft aufzuspielen und das Publikum hinter uns steht, sind die ersten Punkte gegen Schwaig nicht unmöglich."

TSV Friedberg - TV/DJK Hammelburg (Samstag, 20 Uhr )
Für den Hammelburger Trainer sind es "die berühmten unglücklichen Vorzeichen, mit der wir uns vor der Partie in Friedberg konfrontiert sehen." Doch anstatt fünf Euro fürs Phrasenschwein zu investieren, weiß Oliver Möller aus den bisherigen Partien, dass alle Personalengpässe von seinen Mädels bis dato prima kompensiert wurden. Zwar ist Außenangreiferin Jana Baumgart nach längerer Verletzungspause wieder mit von der Partie, allerdings wird sich erst im Spiel zeigen, inwieweit sich der Trainingsrückstand bemerkbar macht. "Im Angriff herrscht quasi schon vor der Partie das Rotationsprinzip", gibt Oliver Möller augenzwinkernd zu Protokoll, da mit Außenangreiferin Tabea Lang eine weitere Stammspielerin aus beruflichen Gründen passen muss. Gleiches gilt für Mittelblockerin Christin Heim, während Maxi Bindrum an einer Trainigsverletzung laboriert.

Die Gastgeberinnen des TSV Friedberg spielen ihre "Rookie-Saison" in der dritten Liga und haben bisher noch keinen Punkt auf der Habenseite. Die Aufsteigerinnen starteten mit zwei 0:3-Niederlagen gegen Dresden und Meisterschaftsanwärter Augsburg in die Saison. "Zu große Schlüsse aus dem bisherigen Saisonverlauf von Friedberg zu ziehen, wäre allerdings vermessen", so Möller, der demnach weder mit zu viel Respekt nach Friedberg reist, noch das Team aus der Nähe von Augsburg unterschätzt: "Friedberg ist Aufsteiger und als solcher per se motiviert. Zudem lautet das obligatorische Saisonziel eines Aufsteigers Ligaverbleib und somit überschneiden sich unserer Ambitionen in diesem Punkt."

Auch wenn die Hammelburgerinnen mit sechs Zählern aus drei Spielen sehr erfreulich in die Saison gestartet sind, lautet die Parole von Trainer Möller mehr denn je: "Dran bleiben!" Für die Fahrt ins knapp 300 Kilometer entfernte Friedberg bedarf es nach den bisherigen Saisoneindrücken allerdings keiner allzu großen externen Motivationsschübe: "Irgendwie glaube ich, dass wir in Friedberg was reißen."