Sportlich richtig berauschend war sie wahrlich nicht, die zurückliegende Saison 2014/2015 für die SG Poppenroth/Lauter II und die Reserve des FC Fuchsstadt. Zumindest, wenn man nur auf die Resultate schaut. Am Ende landeten die Teams auf dem zehnten und elften Tabellenplatz und damit gerade noch so am rettenden Ufer.
Die Fuschter hatten sich im Verlauf der Spielzeit stolze 78 Gegentreffer eingefangen und waren zumindest mit dieser Kennzahl unangefochtener (unfreiwilliger) Spitzenreiter. In buchstäblich letzter Sekunde war den kleinen "Füchsen" am vorletzten Spieltag ein völlig überraschender Befreiungsschlag im Abstiegskampf geglückt. Mit einem 3:2-Erfolg gegen die eigentlich hoch gehandelten rot-weißen Obererthaler machte der FC nicht nur den Klassenerhalt perfekt, sondern auch die Viktoria aus Untererthal vorzeitig zum Meister. Gleichzeitig schickten die Füchse die Obererthaler damit in die Aufstiegsrelegation. "Arthur Lebsak hat das wichtige Siegtor in der 90. Minute gemacht, dann war sofort Schluss", berichtete damals freudestrahlend Andreas Luxem, der nach dem Abpfiff tief geschockte Obererthaler beobachten konnte. "Bei den Gästen war die Enttäuschung natürlich riesengroß, das ist ja auch verständlich, wenn man Meister werden will." Wenige Tage später durften die Rot-Weißen dann aber doch noch jubeln, weil sie sich in der Relegation gegen Albertshausen durchsetzten.


Durchwachsener Start

Und dabei war es keineswegs so, dass die Fuchsstädter Zweite im lange währenden Abstiegskampf übermäßig die Dienste der Bezirksliga-Kollegen in Anspruch nehmen konnte. Den Kraftakt schaffte die zweite Mannschaft im Wesentlichen mit Kickern aus den eigenen Reihen der A-Klassisten. Ein Kraftakt wird ganz bestimmt auch diese Saison, sowohl für die SG Poppenroth/Lauter II, als auch für die Kohlenberg-Kicker, die an diesem Samstag um 16 Uhr auf der Poppenröther Höhe zu Gast sind. Denn beide Mannschaften sind alles andere als erfolgsverwöhnt in die neue Spielzeit gestartet.
"Wir müssen nun langsam mal Punkte sammeln", meint denn auch der Poppenröther Abteilungsleiter Michael Metz. "Bisher hatten wir in unseren Partien allerdings auch sehr wenig Glück." So hatten selbst drei Tore auswärts gegen Stangenroth nicht zu einem erhofften Sieg gereicht. "Selbst der Gegner war heilfroh, dass er dieses Match irgendwie gewonnen hat." Auch das Remis gegen Gräfendorf auf heimischem Geläuf war nach Ansicht von Metz eine viel zu magere Ausbeute. "In der Offensive läuft es gut. Wir schießen viele Tore, aber in der Abwehr hapert es etwas", macht Metz klar, der noch längst nicht die Flinte ins Korn wirft: "Die Saison ist noch lange, aber wir müssen nun natürlich schon hinterherlaufen." In der Tat haben die Poppenröther in dieser Saison bereits zwölf Buden gemacht. Genau so viele wie der Spitzenreiter aus Morlesau. Allerdings hat sich die SG auch schon 16 Gegentreffer eingefangen. "Das ist etwas zu viel", meint Metz.
Bei den Fuchsstädtern gleichen sich die Bilder: Im Sturm läuft es derzeit ordentlich, aber in der Defensive lässt man den Gegner zu oft gewähren. Und so wird man sich auch heuer wieder wohl oder übel gedanklich mit dem Abstiegskampf befassen müssen, denn drei von vierzehn Teams gehen den schweren Gang in die B-Klasse.
Den wollen die Poppenröther unbedingt vermeiden, denn in der A-Klasse 1 fühlt man sich pudelwohl. "Die Teams, die jetzt schon oben stehen, haben gewiss großes spielerisches Potenzial. Morlesau, Gräfendorf, Stangenroth oder auch Oberleichtersbach werden sicher ein Wörtchen mitreden, wenn es um den Meistertitel geht", ist Metz überzeugt. Überhaupt werde es heuer wohl deutlich spannender zugehen im Vergleich zur Vorsaison, als die etablierten A-Klassisten kein Mittel fanden, um den Erthal-Express zu stoppen.
Beim heutigen Aufeinandertreffen der Poppenröther und Fuchsstädter ist in jedem Fall Spannung angesagt, denn schon in der Vorsaison standen die umkämpften Duelle auf des Messers Schneide. Ein Remis, ein knapper Sieg für Fuchsstadt. So lautet die Bilanz. Eine Favoritenrolle ist daher nur ganz schwer auszumachen. Und von einem echten Kellerduell zu sprechen, wäre zwar angesichts des aktuellen Tabellenbildes sehr verlockend, doch ein wenig verfrüht.


Spiele samstags in Poppenroth

Vor über einem Jahr war der FC Poppenroth eine Kooperation mit dem BSC Lauter II eingegangen. Hintergrund: Die personell angespannte Situation und der Wunsch nach langfristiger Planungssicherheit. Die Spiele werden samstags in Poppenroth ausgetragen, damit der Ball auch weiterhin bei der Viktoria rollt. Das ist mehr als verständlich, denn der FC Poppenroth war einer der letzten Traditionsvereine des Landkreises, der im Juli 1983 die Einweihung eines eigenen Sportheimes feiern konnte. Schon 1965 wurde eigentlich die Planung für einen Sportheimbau von der Viktoria in Angriff genommen. Allerdings zunächst noch am alten Sportplatz. Nach der Eingemeindung zur Stadt Bad Kissingen begannen im Jahr 1976 die Verhandlungen über die Verlegung des Sportgeländes auf die gegenüberliegende Seite der Bundesstraße. Die Einweihung des Sportplatzes wurde im Juli 1980 gebührend gefeiert. Über 7500 freiwillige Arbeitsstunden der Vereinsmitglieder hatten drei Jahre später den Sportheimbau möglich gemacht.


Wehner siegt großes Potenzial

Für Poppenroths Trainer Jochen Wehner waren die bisherigen Partien in dieser Saison fast alle "ziemlich knappe Kisten". Wehner ist fest davon überzeugt, dass es die A-Klasse 1 auch heuer sozusagen in sich hat. Allein das derzeit gute Abschneiden der beiden Aufsteiger in der Kreisklasse zeige doch schon, welches Potenzial in den A-Klasse-Mannschaften stecke. Auch die Kooperation mit dem BSC Lauter bewertet der Coach als vorteilhaft für beide Seiten. "Es ist natürlich für jeden Kicker ein Ansporn, sich auch mal in der Kreisklasse zu beweisen", so Wehner, der das Modell als absolut zukunftsfähig einschätzt. "Wichtig ist, dass der Ball auch weiterhin in Poppenroth rollt. Das haben die Vereine gut hinbekommen."


Alte Herren in der Hinterhand

Bei den Fuchsstädtern ist das Thema Spielgemeinschaft nicht auf der Tagesordnung. Mit der Bezirksliga-Mannschaft, dem A-Klasse-Team und den "Alten Herren" müssen zwar drei komplette Mannschaften aufgestellt werden, aber für die Fuchsstädter ist dieser organisatorische Kraftakt Alltagsgeschäft. "Wenn es nötig war, haben wir immer wieder Unterstützung bekommen", macht Betreuer Markus Hofstetter klar. Natürlich steht bei den Fuschtern die Bezirksliga im Fokus. "Aber wir sind froh, wenn die Ersatzspieler aus der ersten Mannschaft auch mal bei uns mitmachen. Das hat immer hervorragend geklappt." Und wenn es personell ganz eng wird, stehen hin und wieder auch die "Alten Herren" parat, um der Reserve aus der Patsche zu helfen. "Wenn zum Beispiel ein Andreas Luxem bei uns zu großer Form aufläuft, dann sind wir heilfroh", lobt Hofstetter das Engagement des Routiniers. "Das macht dann richtig Spaß."

So tippt die Prominenz:

Michael Metz
(Abteilungsleiter des FC Poppenroth): Ich tippe ein 3:1 für meine Poppenröther. Weil wir wieder mal ein Erfolgserlebnis brauchen.

Jochen Wehner (Trainer der SG Poppenroth/Lauter II) tippt ebenfalls einen 3:1-Erfolg für die Viktoria. Weil alle auch im Training richtig gut mitziehen und wir die drei Punkte gut gebrauchen können.
Markus Hofstetter (Betreuer des FC Fuchsstadt II): Das Resultat kann man zwar schwer vorhersagen. Aber wir haben eine gute Truppe, daher könnte es mal wieder klappen.

Horst Geier (Abteilungsleiter FC Fuchsstadt): Ich hoffe auf einen knappen Sieg unseres A-Klassen-Teams. Drei Punkte für den Klassenerhalt wären enorm wichtig.