Eine Doppelbelastung am Wochenende und zu wenige Spieler im Kader: Wie kompensieren die Kissinger Wölfe das am besten? "Ein Torwart macht um die 70 Prozent einer Mannschaft aus", gibt Kissingens Trainer Mikhail Nemirovsky an, "Und auf dieser Position haben wir eigentlich keine Probleme. Steigern können wir uns aber nur von Spiel zu Spiel."


Das Derby schlechthin

Mit dem Tabellenführer ERV Schweinfurt (1./15) kommt am Freitag um 20 Uhr eine Hammer-Aufgabe auf die Kissinger Wölfe (5./5) zu. Denn die Mighty Dogs sind bisher verlustpunktfrei. Außerdem ist es "das Derby schlechthin", wie es Wölfe-Vorsitzender Michael Rosin beschreibt: "Spiele gegen Schweinfurt sind immer besonders, weil einige ehemalige Spieler von uns dort spielen und auch deren Trainer Thomas Berndaner bei uns war." Krieg gebe es aber nicht zwischen Schweinfurt und Kissingen: "Wir gehen das Derby auf freundschaftlicher Basis an, es soll sportlich ablaufen. Das ist, glaube ich, von beiden Seiten so gewünscht."
Nemirovsky sieht es so: "Ein Derby ist immer etwas Besonderes. Das ist nicht nur für die Zuschauer wichtig, sondern auch für die Spieler, denn es werden mehr Zuschauer in der Halle sein." Der Trainer ist davon überzeugt, dass das Derby den Spielern und den Fans Spaß machen wird. Aber er warnt auch: "Wir müssen wie in jedem Spiel konzentriert sein." Gerade bei der angespannten Personalsituation sei höchste Konzentration wichtig.

Der gesperrte Verteidiger Simon Eirenschmalz fehlt am Freitag, darf aber am Sonntag um 18 Uhr gegen EV Dingolfing (8./2) wieder auflaufen. An den anderen Ausfällen ändert sich nichts: Laut Nemirovsky wird Miroslav Polak wohl die komplette Saison nicht mehr zur Verfügung stehen, Mike Heindl ist noch krankgeschrieben. "Das ist nicht die optimale Situation, aber wir bleiben positiv. Meiner Meinung nach haben wir in Nürnberg das beste Spiel der Saison gezeigt", ist der Trainer zuversichtlich, dass die Qualität des Kaders auch für zwei Spiele nacheinander reicht. "Wir können die personelle Situation ja nicht ändern, müssen also damit leben." Trainiert wurde in dieser Woche etwas weniger, damit sich die Spieler regenerieren können. Rosin hat keine Bedenken, dass die Doppelbelastung zu groß sein wird: "Ein gut trainierter Sportler sollte keine Probleme haben, zwei Spiele mit einem Tag Pause dazwischen zu bestreiten." Am Samstag wird es nur ein freiwilliges, lockeres Training geben, damit den Kissinger Wölfen die Kräfte erhalten bleiben. In Nürnberg hatten im letzten Drittel die Kräfte nämlich ein wenig gefehlt. Gegen Schweinfurt und Dingolfing darf das nicht mehr passieren.
Ob Positionswechsel durchgeführt werden, will der Vorsitzende nicht verraten. Da zwei von vier Verteidigern ausfallen, wird es auf dieser Position zumindest im Schweinfurt-Spiel eng werden. "Wir probieren, unser Spiel aufzuziehen. Wir werden kämpfen, denn wir versuchen, jedes Spiel zu gewinnen. Dafür muss jeder an sein Limit gehen", sagt Nemirovsky, der von seiner Mannschaft mehr Struktur im Spiel erwartet. Mehr Struktur hofft der Trainer auch im Rückspiel gegen Dingolfing zu sehen. Beim Hinspiel, dem ersten Saisonsieg für die Kissinger Wölfe, musste noch das Penaltyschießen zur Ergebnissicherung herhalten. Damals, Mitte Oktober, hatte Michael Tscherepanow zwischen den Pfosten gestanden. Und seine Sache gut gemacht. Ob er oder Timo Jung auflaufen wird, steht noch nicht fest. Beruhigend ist aber, dass die Kissinger auf der Torwartposition eben keine Probleme haben.