Um in den Playoffs Erfolg zu haben? Dafür braucht es eine Menge. Sagt Mikhail Nemirovsky. "Vor allem Glück. Disziplin. Gesundheit. Konzentration. Und einen guten Goalie. Das ist in jeder Liga in jedem Land so. Ein guter Torwart motiviert das eigene Team und frustriert den Gegner", weiß der Spielertrainer der Kissinger Wölfe. Was es nicht braucht, ist übertriebener Respekt vor dem Kontrahenten. "Die Schongauer müssen doch auf uns schauen. Wir haben starke Spieler. Wie Konstantin Firsanov, wie Dennis Tausend. Oder Toms Tilla. Das ist einer, der die Spieler neben sich besser macht und alles für die Mannschaft gibt. Oder Eugen Nold, der mein Wunschspieler war. Das ist ein cleverer Spieler mit hohem Spielverständnis und hoher Pass-Qualität. Einer, der auch defensiv mitarbeitet, was viele gar nicht sehen."

Dass die Schongau Mammuts mit Milan Kopecky einen überragenden Kontingentspieler in ihren Reihen haben, flößt dem 41-Jährigen nur bedingt Respekt ein. "Ich muss mir erst selber ein Bild von diesem Spieler machen. Viele Tore allein taugen nur bedingt als Qualitäts-Merkmal. Es kommt doch immer darauf an, gegen wen und bei welchem Spielstand man seine Tore macht." Von Kosmetik-Toren spricht Nemirovsky. Treffern, die die Wahrheit womöglich etwas beschönigen. "Und wenn dieser Spieler so überragend wäre, würde er wohl kaum in der Landesliga spielen."

In der jungen Truppe der Schongau Mammuts macht der 34-Jährige tatsächlich oft den Unterschied, traf zum Beispiel allein in der Vorrunde in 16 Spielen 19 mal. Mit fünf Verteidigern hält Nemirovsky dagegen. Und drei Sturmreihen mit zwei Mittelstürmern. Die 370 Kilometer lange Fahrt ins Oberbayerische nicht mitmachen kann Pavel Savchenko. Ansonsten hofft der Trainer auf Vollzähligkeit. Und ist gespannt, ob der Gegner wirklich mit vier Sturmreihen antreten wird wie in der Vergangenheit. "So etwas ist in den Playoffs absolut unüblich. Das würde mich schon sehr wundern." Tatsache ist aber, dass die Ex-Truppe von Wölfe-Verteidiger Simon Eirenschmalz viele junge Spieler aus Peiting in ihren Reihen hat, über eine 1b-Mannschaft verfügt und in allen Altersklassen Nachwuchs-Teams aufbieten kann.

Dass in der Zwischenrunde Schiedsrichter-Entscheidungen des Öfteren zu Ungunsten der Kurstädter ausfielen, ärgert Mikhail Nemirovsky immer noch. Entscheidungen, die womöglich das Heimrecht gekostet haben in einem etwaigen dritten Match. "Wir wollen keinen Vorteil, nur ein faires Spiel", wünscht sich die "78" aus der Kurstadt. Trotz der langen Fahrt dürfen die Kissinger Wölfe auf Unterstützung bauen. Gut 20 Fans werden ihre Mannschaft am Freitag (20 Uhr) bei der Mammut-Jagd unterstützen. Auf eine gut gefüllte Halle hoffen die Wölfe im Heimspiel am Sonntag (18 Uhr).