Kissinger Wölfe - ERSC Amberg 6:4 (2:1, 2:2, 2:1).
Alexandr Andrusovich war sauer. Den Schläger quer zur Brust, das Knie gewinkelt. Mit dem folgenden Mix aus Kraft und Technik hatte der Spieler der Kissinger Wölfe sein Arbeitsgerät in zwei Teile entsorgt. Eine kurios anmutende Szene, weil die Fans ihr Team zum selben Zeitpunkt feierten, mit viel Applaus und Wunderkerzen. In der tatsächlich allerletzten Sekunde des Spiels hatte Andrusovich bei seinem Sololauf einen Penalty herausgeholt, scheiterte allerdings am ERSC-Goalie. Kein Problem, weil die Unterfranken da längst als Sieger feststanden.

Aber eine Reaktion, die zeigt, dass die Kissinger Wölfe eben bis zum Schluss nach dem Maximalen streben. "Klar, wir wollten gewinnen, um den dritten Platz, aber auch unseren Rhythmus zu halten. Jetzt freuen wir uns alle auf die Playoffs", sagte später Mikhail Nemirovsky. Diese beginnen bereits am Freitag (20 Uhr) mit dem Gastspiel beim EA Schongau, dem Tabellen-Zweiten der Parallel-Gruppe. Die Oberbayern, für die vergangene Saison übrigens noch der Kissinger Simon Eirenschmalz auflief, sind eine eingeschworene Truppe mit reichlich Spielern aus dem eigenen Nachwuchs. Topscorer ist der tschechische Kontingentspieler Milan Kopecky. Das zweite Spiel der Serie findet am Sonntag (18 Uhr) in der Bad Kissinger Eishalle statt. Ein drittes Spiel würde am 12. Februar wieder bei den "Mammuts" stattfinden. Wer zuerst zwei Siege auf seinem Konto hat, steht im Halbfinale. Die Playoff-Finalisten steigen in die Bayernliga auf.

"In den Spielen gegen Schongau werden wir Video-Aufnahmen machen. Fehlentscheidungen der Schiedsrichter haben uns womöglich den zweiten Platz der Zwischenrunde und damit das Heimrecht in einem dritten Spiel gekostet", kündigt der Spielertrainer der Wölfe an. Und sieht sein Team alles andere als chancenlos, "wenn jeder noch ein paar Prozent mehr gibt, wir komplett und diszipliniert sind".

Obwohl es für den ERSC Amberg nach der Freitags-Niederlage nur noch um die Ehre ging, ließen sich die Oberpfälzer nicht hängen und forderten den Saalestädtern alles ab, die nach dem ersten Drittel durch Treffer von Viktor Ledin und Philipp Golz 2:1 führten. Es folgten im Mittelabschnitt zwei ERSC-Tore, ehe Konstantin Firsanov und Eugen Nold für die nächste knappe Führung sorgten. Erneut Firsanov und Nemirovsky in Überzahl entschieden die Begegnung, in der für die Gäste Ex-Wolf Andi Hampl, aber nicht Roman Göldner auf dem Eis stand. Obwohl der sportliche Wert dieses Duells nahe Null ging und parallel das Handball-Finale lief, passten Kulisse und Stimmung im Wolfs-Bau. Das macht Mut für eine aufregende Mammut-Jagd am Sonntag