EHC 80 Nürnberg - Kissinger Wölfe 4:2 (1:1, 1:1, 2:0).
Einen Platz unter den Top-4 der Liga wollen die Kissinger Wölfe nach der Hauptrunde erreichen, hätten dann einen Playoff-Platz sicher. Und da zählen Punkte gegen direkte Konkurrenten bekanntlich doppelt - sodass die Niederlage gegen den EHC 80 Nürnberg doppelt ärgerlich ausfiel. Die Reise an die Noris wurde eine bittere, weil sich auf der Heimfahrt im Gepäck keine Punkte fanden, dafür aber eine Spieldauer-Strafe gegen Simon Eirenschmalz, die sich der Wölfe-Verteidiger bereits im Auftaktdrittel eingehandelt hatte wegen hohen Stocks mit Verletzungsfolge. Damit fehlt der Kapitän am Freitag, wenn zum großen Derby der ERV Schweinfurt in die Kissinger Halle kommt.

"Die Strafe musste der Schiedsrichter geben, auch wenn der Nürnberger Spieler weitermachen konnte. Da war zwar keine Absicht von Simon im Spiel gewesen, aber nach einem normalen Zweikampf ist Blut geflossen, und dann sieht die Regel diese Strafe vor", sagt Wölfe-Vorsitzender Michael Rosin. Die frühe Führung der Mittelfranken (3.) hatte Tim Tarvis egalisiert (8.), und als Eugen Nold für die mit zwei Reihen angetretenen Badestädter zu Beginn des Mitteldrittels erstmals vorlegte, fiel der Jubel der mitgereisten Fans noch ein Stück intensiver aus. Was folgte, waren bittere Momente für die Kissinger, die 14 Sekunden vor der Pausensirene das 2:2 kassierten, zwei Minuten vor Spielende den dritten Treffer schlucken mussten und dann ein Empty-Net-Tor kassierten.
"Mit neun Mann lassen irgendwann die Kräfte und die Kondition nach. Trotzdem war mehr drin, wenn wir unsere Überzahlsituationen besser genutzt und einige Zeitstrafen vermieden hätten", so Rosin. Personell bleibt es in jedem Fall eng, weil Mike Heindl noch krankgeschrieben ist und Verteidiger Miroslav Polak mindestens vier Wochen fehlen wird.

Es läuft weiter wie geschmiert für den ERV Schweinfurt, der mit den Siegen über Amberg und Dingolfing verlustpunktfrei an der Tabellenspitze der Landesliga bleibt. Gegen die Isar Rats aus Dingolfing mussten die Mighty Dogs zwar zweimal einem Rückstand hinterherlaufen, was Jonas Manger und Zdenek Vanc allerdings schnell korrigierten. Noch vor der ersten Drittelpause brachte Mathias Kohl die Schweinfurter per Doppelpack mit 4:2 in Führung. Die Niederbayern erwiesen sich als zäher Gegner, erzielten ihren dritten Treffer, den die Gastgeber mit dem 5:3 durch Dion Campbell beantworteten. In der 59. Minute opferten die Gäste ihren Goalie für einen weiteren Feldspieler und erzielten 16 Sekunden vor Spielende den 5:4-Anschlusstreffer. Dann war es ERV-Kapitän Dion Campbell, der ins leere Tor traf und den Sieg der Mighty Dogs drei Sekunden vor der Schlusssirene besiegelte.

Nicht minder spannend wurde es zwei Tage später gegen den ERSC Amberg, der sich im Icedome als ebenbürtiger Gegner erwies und nach dem Auftaktdrittel mit 1:0 in Führung lag. Einem weiteren Treffer der Amberger wurde wegen Torraum-Abseits die Anerkennung versagt. Nach dem torlosen Mitteldrittel begann die Aufholjagd der Unterfranken, die durch Alexandr Andrusovich, dem Neuzugang von den Kissinger Wölfen, ausglichen und durch Maximilian Schneider in Überzahl erstmals in Führung gingen. Kurz zuvor hatte mit Kevin Kessler ebenfalls ein Ex-Kissinger einen Alleingang der Gäste bravourös gestoppt. Vor 805 Fans im Icedome traf mit Kevin Faust ein weiterer Ex-Wolf zum Endstand.