Das glückliche Händchen hatte diesmal Stefan Krauß. Denn der Trainer der SG Euerdorf/Elfershausen II hatte mit Kevin Lohfink und Philipp Korb quasi den Sieg eingewechselt. Ein Überraschungserfolg beim bis dato verlustpunktfreien Tabellenführer, der daher doppelt schön war für die Jungs von der Saale. "Ich bin echt stolz auf die Mannschaft. Jeder war bereit, den Kampf anzunehmen und ein paar Meter mehr zu laufen. Natürlich war es nicht leicht, aber ich hätte den FC doch etwas stärker eingeschätzt", sagte Stefan Krauß unmittelbar nach dem Spiel, das 90 Minuten auf sehr überschaubarem Niveau gebracht hatte.


Wer nimmt die Fahne?

Auch das ist Amateurfußball. Weil sich auf beiden Seiten zunächst kein Linienrichter gefunden hatte, musste Schiedsrichter Hans Jopp die Partie kurz nach dem Anpfiff schon wieder unterbrechen. Ein paar Worte in die richtige Richtung, und schon waren zwei freiwillige Fahnenträger zur Unterstützung des Unparteiischen gefunden. Was man von einem souveränen Spitzenreiter erwartet, das tat der FC Eltingshausen auch: für Druck sorgen. Auf echte Aufreger mussten die Zuschauer bei schönem, aber auch windigem Wetter zunächst warten. Und es waren tatsächlich die Gäste, die einen ersten offensiven Akzent setzten, als die Freistoßflanke von Manuel Kleinböhl gefährlich vor das Tor segelte, aber keinen Abnehmer fand.


Nicklig, aber nicht unfair

Das Bemühen des Hausherrn war offensichtlich, aber die Laufbereitschaft war nicht intensiv genug, um entscheidende Lücken in den Abwehrriegel der Jungs aus Euerdorf und Elfershausen zu reißen. Nicht eingreifen musste SG-Torsteher Dennis Reininger, weil der Versuch von Dominik Kuhn nach Pass von Christian Ament das Alugestänge verfehlte.

Das Match plänkelte nun vor sich hin, mit diversen Ausschlägen - wörtlich zu nehmen, weil es immer wieder kleinere Fouls zu konstatieren gab, die dem Spielfluss wenig zuträglich waren. Unfair freilich war die Partie nicht, die nach einer halben Stunde wieder Fahrt aufnahm. Reininger musste jedenfalls zupacken beim Distanzschuss von Pascal Metzler (30.). Dann stand der SG-Schlussmann erneut im Blickpunkt beim schmerzhaften Zusammenstoß mit Björn Messner. Eine Szene, die der Schiedsrichter zunächst weiterlaufen ließ, obwohl der Keeper quasi handlungsunfähig war. Nach kurzer Behandlungspause stand Reininger wieder seinen Mann zwischen den Pfosten, und war nicht unglücklich, dass einer seiner Vorderleute den Körper zwischen Ball und Tor brachte beim Schuss von Christian Ament. Durchaus typisch für den Verlauf der ersten Hälfte war der sehenswerte Sololauf von Philipp Jäckle. Der SG-Rastelli ließ gleich fünf Eltingshäuser schlecht aussehen, doch einmal mehr fehlte der letzte Pass, fehlte das entscheidende Stück Präzision. Tatsache, dass FC-Torwart Arne Moritz in den ersten 45 Minuten kein einziges Mal ernsthaft geprüft wurde.

"Das war eher ein gemütlicher Kick, aber auch ein Spiel auf Augenhöhe. Euerdorf gelingt es Nadelstiche zu setzen. Und uns fehlen die kreativen Ideen, um klare Chancen herauszuspielen", lautete die Halbzeit-Bilanz von FC-Coach Alexander Schott. Auch Lukas Karch aus der FC-Führungsriege war mit dem Auftritt seiner Elf nur bedingt zufrieden. "Wir haben mehr vom Spiel, machen aus den wenigen Chancen aber nichts."
Viel besser wurde es auch nach dem Seitenwechsel nicht aus Sicht der Frankonen. Die hatten weiter mehr vom Spiel, verteidigten hoch und attackierten früh, aber die klaren Chancen fehlten eben. Der Freistoßball von Björn Messner blieb in der Mauer hängen (49.), einen weiteren Messner-Standard aus 40 Metern parierte Reininger sicher, weil das Leder zwar hart, aber eben auch zentral getroffen wurde (53.). Mehr Kunst im Eltingshäuser Spiel war zwei Minuten später, als Christian Ament mit der Hacke Pascal Metzler freispielte, doch einmal mehr war Reininger zur Stelle. Für etwas Entlastung hatte auf der Gegenseite Raphael Schneider nach dem Zuspiel von Leif Lehmann gesorgt, doch dessen Schuss wurde zur Ecke geblockt.


Großzügiger Schiedsrichter

Immer mehr glaubte der Außenseiter an einen Punktgewinn beim Favoriten, sodass die Begegnung noch einmal an Intensität gewann. Auch, weil der unparteiische eher selten Verwarnungen aussprach und sich bescheiden im Umgang mit der Pfeife zeigte. Die finale Phase wurde eingeleitet mit einer spektakulären Dreifachchance für die Schott-Elf. Nachdem Reininger einen Kopfball entschärft hatte, parierte die SG-Krake auch den Nachschuss von Pascal Metzler, den zweiten Nachschuss setzte Björn Messner an den Pfosten.
Und dann der Schock für den Primus, der auf einmal gänzlich mit leeren Händen dastand. Einen Konter hatte Kevin Lohfink zum 0:1 abgeschlossen. Mit einer von einem Verteidiger-Bein abgefälschten Bogenlampe, die sich hinter Arne Moritz ins Netz senkte.


Ehrliche Analyse

Auch dem zweiten Gästetreffer ging ein schneller Gegenzug voraus. Diesmal durfte sich Philipp Korb herzen lassen für seinen exakt getimten Schuss. Nur noch minimal verteidigt wurde nun vom FCE, doch die Alles-oder-Nichts-Variante bescherte nur den Gästen eine Großchance, als Arne Moritz glänzend den Schuss von Joschka Eberlein parierte. "Das war eine verdiente Niederlage, weil wir nicht mehr als B-Klassenfußball gezeigt haben. Uns hat die Ruhe am Ball gefehlt und wir konnten die Ausfälle von drei Stammspielern nicht kompensieren", suchte Alexander Schott nicht nach Ausreden. Auch das zeichnet einen guten Trainer aus.

Tore 0:1 Kevin Lohfink (75.), 0:2 Philipp Korb (77.)

FC Eltingshausen Moritz, Karch, Wasmuß, Kuhn, D. Metzler, Ament, Greubel, Schmidt, Messner, Link, P. Metzler; eingewechselt: Seufert, Hartung, Benz.

SG Euerdorf/Elfershausen II Reininger - Bauer, Erhard, Schneider, M. Krauß, Schmidt, Jäckle, Eberlein, Kleinböhl, Leber, S. Krauß; eingewechselt: Lehmann, Lohfink, Korb.

Zuschauer 80.

Schiedsrichter Hans Jopp (SC Lußberg).