Nun gut, es gab auch fade Spiele, bei denen der Smalltalk auf der Tribüne wichtiger war als das Gekicke darunter. Es gab aber eben auch Spektakuläres zu sehen beim Spiel mit der Rundum-Bande. Wie zum Beispiel das mit der Hacke erzielte Tor des Wülfershäusers Fabian Benkert im Spiel gegen den FC Bad Brückenau. Oder die Tor-Gala des TSV Aubstadt beim 8:2-Sieg gegen den FC Untererthal, als der Bayernligist in den ersten drei Minuten viermal traf gegen den Kreisklassisten, der trotz der Demontage das Halbfinale erreichte, später das kleine Finale gegen Wülfershausen nach Neunmeterschießen gewann und bestes Landkreis-Team war. Übrigens mit Reserve-Goalgetter Sven Röthlein im Tor.

Mit 19 Toren in vier Spielen war der TSV Aubstadt in der Gruppe B nicht zu stoppen. Effektiv präsentierten sich die Milzgrund-Kicker auch im Halbfinale beim lockeren 5:2 über Wülfershausen. Im Finale wurde der Bayernligist allerdings ausgebremst von der Reserve des FC 05 Schweinfurt, die am Vortag bereits die Schweinfurter Hallenfußball-Stadtmeisterschaft gewonnen hatte. Und die mit dem dritten Turniersieg in Folge nun den Wander-Pokal behalten darf. "Das hier ist ein super Turnier in einer tollen Halle. Ich mag das Spiel mit Bande und den klassischen Regeln. Bei den Fans kommt das gut an, wenn ich auf die Ränge blicke", sagte FC-05-Coach Martin Halbig, der seine kritische Haltung dem Futsal gegenüber bestätigt sah. "Die Regeln mit den vielen Unterbrechungen machen Futsal unattraktiv. Wie man sich als Fußballer da weiterentwickeln soll, ist mir ein Rätsel."
Eine differenziertere Haltung nimmt Christian Happ ein, der mit dem FC Thulba binnen einer Woche beide Varianten spielen durfte. "Beides macht Spaß. Klar fallen hier mehr Tore, die ja auch größer sind. Man muss einfach akzeptieren, dass Futsal komplett etwas anderes ist. Zum Beispiel, weil Grätschen verboten sind", sagt der Innenverteidiger des FC Thulba. "Außerdem finde ich, dass man aus dem Hallenfußball gerade in taktischer Hinsicht noch viel mehr herausholen kann." Was quasi auch für die Frankonen galt, die nach drei Unentschieden und einer Niederlage gegen Aubstadt das Halbfinale ebenso verpassten wie die DJK Schondra und der SV Machtilshausen.

In der Gruppe A hatte sich der Titelverteidiger zum Auftakt einen Ausrutscher erlaubt mit dem torlosen Remis gegen die SpVgg Wartmannsroth, danach leistete sich der Landesligist allerdings keinen Patzer mehr. Dahinter war für reichlich Spannung gesorgt. Der FC Bad Brückenau wurde zwar Letzter dieser Gruppe, doch mit einem finalen Sieg über Wülfershausen hätte der Rhöner Kreisligist im Halbfinale gestanden.

Was das Turnier zu einem Erfolg machte, war neben dem riesigen Publikums-Interesse auch der faire Umgang der Spieler untereinander. In 24 Spielen gab es keine Rote Karte und nur drei Zeitstrafen, eine davon aufgrund eines Wechselfehlers. "Wir sind wirklich sehr zufrieden. Wir haben viele Tore und technisch feinen Fußball gesehen. Und es gab keinen einzigen Verletzten, weil die Spieler sehr viel Rücksicht aufeinander nehmen. Das war kameradschaftlich", bilanzierte Organisations-Chef Werner Schmitt.

Gruppe A 1. FC 05 Schweinfurt II 9:2/10, 2. DJK Wülfershausen 12:11/7, 3. FC Hammelburg 5:9/4; 4. SpVgg Wartmannsroth 2:5/4; 5. FC Bad Brückenau 7:8/3.

Gruppe B 1. TSV Aubstadt 19:4/12; 2. FC Untererthal 8:12/5; 3. FC Thulba 6:8/3; 4. DJK Schondra 5:9/3; 5. SV Machtilshausen 5:10/2.

Halbfinale
FC 05 Schweinfurt II - FC Untererthal 5:1; TSV Aubstadt - DJK Wülfershausen 5:2.

Spiel um Platz 3 FC Untererthal - DJK Wülfershausen 7:5 nach Neunmeterschießen.

Finale TSV Aubstadt - FC 05 Schweinfurt II 4:6 nach Neunmeterschießen.